WKÖ-Haiden: Euro bedeutet für Firmen mehr als nur "neues Bargeld"

Euro-Initiative der Bundesregierung, OeNB, Wirtschaftskammer Österreich und Stuzza stellen "Euro-Handbuch" vor

Wien (PWK713) - Nur noch knapp 500 Tage bis zur Einführung des Euro-Bargeldes. Obwohl 500 Tage deutlich mehr als ein Jahr sind, ist diese Frist aus Sicht der heimischen Wirtschaft keineswegs lang. "Die Umfragen zeigen, dass für die österreichischen Unternehmen bis zum 1. Jänner 2002 noch viel zu tun ist. Die meisten der großen Unternehmen haben die Vorbereitung auf den Euro bereits hinter sich oder befinden sich mitten in der Umstellung. Anders verhält es sich bei den Klein-und Mittelbetrieben, die den Großteil der heimischen Wirtschaftsleistung erbringen: Viele KMUs sind nur mangelhaft oder noch gar nicht auf den Euro vorbereitet", erklärte Rene Alfons Haiden, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich beim heutigen Pressegespräch "Der Euro-Countdown" im Bundeskanzleramt.

Am Zugang zu wichtiger Information könne dies jedenfalls nicht liegen - allein die WKÖ ist mit einer Fülle von Informationsmaterial und Aktivitäten um Aufklärung bemüht. Den Grund für den noch dürftigen Vorbereitungsstand der heimischen Wirtschaft ortet Haiden in einer falschen Einschätzung des Themas: "Viele Unternehmen wollen nicht erkennen, dass es bei der zukünftigen gemeinsamen Währung um wesentlich mehr geht als nur um neues Bargeld. Mit der notwendigen technischen Umstellung firmeninterner Bereiche wie etwa des Finanz-und Rechnungswesens, der Fakturierung oder des Berichtswesens ist es bei weitem nicht getan. Vielmehr geht es darum, den Euro wirtschaftlich als ein neues Wertesystem zu begreifen, für das sowohl Kunden wie Unternehmen erst ein Gefühl entwickeln müssen." Das "Euro-Handbuch" soll Unternehmen wie Konsumenten ein Werkzeug sein, sich möglichst gut darauf vorzubereiten.

Die Chancen, aber auch die Risiken, die mit dem Euro, der "den größten einheitlichen Markt der Welt mit über 300 Mio Menschen schafft", verbunden sind, dürfen nicht unterschätzt werden, so Haiden. Preisunterschiede von bis zu 40 Prozent innerhalb der Euro-Zone werden bald der Vergangenheit angehören, die bessere Vergleichbarkeit der Preise und eine einfachere Marktbearbeitung werden den heimischen Unternehmen neue Kunden aber auch neue Konkurrenten bringen. "Nur wer sich aktiv, zeitgerecht und gründlich mit dem Thema auseinandersetzt wird die sich ergebenden Chancen optimal nutzen bzw. problemlos auf die neue Währung umstellen können", zeigte sich Haiden überzeugt.

Besonders wichtig sei die Vorbereitung der Tourismuswirtschaft, insbesondere der Wintersportgemeinden. Die Gastronomiebetriebe werden in der Nacht vom 31.12.2001 auf den 1.1.2002 zusätzlich zum turbulenten Jahreswechsel mit dem neuen Bargeld umgehen müssen.

Da in den Reformstaaten die DM und der Schilling traditionell stark im Umlauf sind, ist auch besonderes Augenmerk auf die Grenzregionen zu legen. "Je nach Vorbereitungsstand der lokalen Banken werden die österreichischen Geldinstitute möglicherweise mit einem erhöhten Umtauschbedarf durch die Bürger der angrenzenden Reformländer konfrontiert werden", meinte Haiden.

Neben der optimalen Vorbereitung der Unternehmen gehe es auch darum, der heimischen Wirtschaft seitens der Konsumenten die Umstellung zu erleichtern: Da der Großteil des Umtausches über die Wirtschaft erfolgen wird, werden die Förderung einer frühzeitigen Münzrückgabe, die Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs sowie insbesondere die Information bestimmter Gruppen (Jugendliche, Hausfrauen, Pensionisten, etc.) entscheidend zu einem reibungslosen Austausch der Währungen beitragen, schloss der WKÖ-Vizepräsident. (Ne)

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