Aktion "45 plus" brachte zahlreiche neue Jobs für Ältere

Buchleitner: Erwartungen in die Initiative bei weitem übertroffen

Salzburg (OTS) - Seit dem Start der Aktion "45
plus" im Jahr 1998 ist es gelungen, die Zahl der
älteren Langzeitarbeitslosen stark zu reduzieren. Landeshauptmann-Stellvertreter Gerhard Buchleitner,
der die Aktion gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice
(AMS) ins Leben gerufen hat, berichtete heute,
Mittwoch, 23. August, bei einem Informationsgespräch,
dass die Erwartungen in die Initiative bei weitem
übertroffen worden sind. "Wir haben unser
ursprüngliches Ziel, rund 200 Ältere wieder in
Beschäftigung zu bringen, verdreifacht. Bisher ist es
gelungen, mehr als 600 Arbeitssuchenden, die älter als
45 Jahre sind, wieder eine neue Chance zu geben."
Dieser Erfolg der Aktion "45 plus" trägt zur
Entspannung am Salzburger Arbeitsmarkt einiges bei.
Ist im Jahr 1998 die Arbeitslosigkeit der über 45-
Jährigen auf einen historischen Höchststand von 2.809
Personen explodiert, so sank diese Zahl im ersten
Halbjahr 2000 auf 2.673 Betroffene. "Die Zahl der
Älteren, die schon mehr als ein Jahr vergeblich auf
Stellensuche sind, wurde von 155 auf 106 um ein
Drittel verringert", ist der Sozial- und
Arbeitsmarktreferent mit den Ergebnissen zufrieden.

Dabei müsse man berücksichtigen, dass die Bereitschaft
vieler Unternehmen, ältere Arbeitnehmer einzustellen,
anfangs nur sehr gering war. Mittlerweile hätte ein
Umdenken in der Wirtschaft eingesetzt und auch der
Fachkräftemangel in einzelnen Branchen wirke sich
ebenfalls positiv aus. Aber Menschen über 45 Jahre
würden noch immer vielfach zum "alten Eisen" gezählt.
"Unsere Entscheidung, alle Anstrengungen auf diese
Problemgruppe zu konzentrieren, war daher absolut
richtig", resümierte Buchleitner.
Land und AMS ließen sich diese Entscheidung auch
einiges kosten. Das Land stockt die Förderungen des
AMS für Unternehmen, die über 45-jährige Arbeitslose
einstellen, um bis zu 50 Prozent auf, der
Gesamtzuschuss kann somit bis zu 180.000 Schilling pro
Jahr betragen.

Vom AMS flossen bisher für die Beschäftigung von
insgesamt 681 älteren Langzeitarbeitslosen
Fördergelder in Höhe von mehr als 55,3 Millionen
Schilling an die Salzburger Wirtschaft. "Das Land hat
die Zuschüsse für 592 Arbeitslose erhöht und dafür
einen Betrag von 17,5 Millionen Schilling zugesagt",
berichtete Buchleitner.
Bei jedem zweiten geförderten Beschäftigungsverhältnis
waren die Betroffenen bereits länger als sechs Monate
arbeitslos. Für diese Gruppe setzte das Land 72
Prozent seiner Förderungen ein und konzentrierte sich
damit auf die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit
Älterer. "Dieser Kampf war erfolgreich, besonders in
der Gruppe jener Älteren, die seit mehr als einem Jahr
auf Stellensuche sind", so der Sozialreferent.

Im Jahr 1999 war die Nachfrage so stark, dass der
Sozial- und Arbeitsmarktreferent die vorgesehenen
Landesgelder für die Aktion von sieben auf neun
Millionen Schilling aufstocken musste. Auch heuer
rechnet Buchleitner mit einem vergleichbaren Betrag,
der aus dem Territorialen Beschäftigungspakt (TEP)
"Arbeit für Salzburg" finanziert wird.

Die bisherigen Gesamtkosten von 72,8 Millionen
Schilling seit 1998 bedeuten, dass für jeden
Betroffenen rund 100.000 Schilling aufgewendet wurden.
Für Buchleitner ist dieser Betrag vertretbar: "Jeder
Arbeitslose kostet der öffentlichen Hand weitaus mehr.
Außerdem bedeutet Arbeitslosigkeit, dass
Steuereinnahmen entfallen, Sozialversicherungsbeiträge
nicht gezahlt werden und die geringere Kaufkraft
Nachteile für die heimische Wirtschaft mit sich
bringt."

Weitaus schwerer wiegt jedoch die hoffnungslose
Situation der Betroffenen: "Bei älteren Arbeitslosen,
die bisher mit beiden Beinen im Berufsleben gestanden
sind, brechen nach wenigen Monaten erfolgsloser
Stellensuche die Motivation und das Selbstwertgefühl
zusammen. Mit über 45 am Arbeitsmarkt nicht mehr
gebraucht zu werden, ist vor allem ein psychisches
Problem", weiß Buchleitner.

Um die Aktion "45 plus" zu unterstützen, wurde ein
"Job-Coach für Ältere" eingesetzt. Er widmet sich den
über 45-jährigen Arbeitssuchenden in intensiven Beratungsgesprächen und nimmt mit einzelnen Betrieben
Kontakt auf, um eine maßgeschneiderte Vermittlung zu
ermöglichen. Seit dem Start der Aktion hat der "Job
Coach" mehr als 200 Betriebsbesuche durchgeführt und -
für teilweise sehr problematische Fälle - knapp 100 Dienstverhältnisse vermittelt. Ständig befinden sich
etwa 50 ältere Arbeitslose in seiner Betreuung. In
Hinkunft wird er auch über Altersteilzeitmodelle
informieren. "Mit der individuellen Betreuung älterer
Arbeitsloser und maßgeschneiderten Angeboten für
interessierte Firmen liegen wir genau richtig",
erklärt sich Buchleitner den Erfolg seiner Initiative.

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