Nussgraber-Schnabl: Den Frauen mit mehreren Maßnahmen endlich Sicherheit geben!

Verunsicherung soll ein Ende haben

Wien (FSG) Erika Nussgraber-Schnabl, FSG-Frauenvorsitzende, verlangt eine Ende der Verunsicherung und ein ganzes Paket an Maßnahmen für Frauen.++++

Die Forderung von ÖAAB-Frauenvorsitzender Gertrude Brinek nach Ausdehnung der Karenz-Zuverdienstmöglichkeiten auf 15.000 bis 20.000 Schilling wirft für Nussgraber-Schnabl einige offene Fragen auf:

Schon jetzt können Frauen während der Karenz bis zu einer gewissen Grenze dazuverdienen, ohne das Karenzgeld zu verlieren. Die erste Frage die sich stellt ist, wie das bei einer Ausdehnung der Zuverdienstgrenze gehandhabt werden soll.

Zweitens stellt sich die Frage nach dem Kündigungsschutz: Er erfüllt eine wichtige Funktion und gibt den Frauen die Chance, dass sie nach dem Karenzurlaub nicht plötzlich ohne Job dastehen. Wenn Frauen mehrere Jobs annehmen - denn mit einem Job allein kommen Frauen in dem Alter in den seltensten Fällen auf über 15.000 Schilling - werden sich die Arbeitgeber fragen, wozu sie einer Frau, die ohnehin einen zweiten Job hat, Kündigungsschutz gewähren müssen. "Eine arbeits- und sozialrechtliche Schlechterstellung der berufstätigen Frauen ist nicht annehmbar!" sagt Nussgraber-Schnabl.

Und drittens fehlen für Nussgraber-Schnabl weitere wichtige Maßnahmen, die dazu beitragen, den Frauen die Unsicherheiten zu nehmen, die sich jetzt ergeben, wenn sie Kinder bekommen. Nussgraber-Schnabl: "Jede Woche neue Schlagworte, von Kinderbetreuungsgeld bis Zuverdienstgrenzen, verunsichern die Frauen. Es muss doch in einem modernen Land wie Österreich im Jahr 2000 möglich sein, dass Frauen ohne Zukunftsängste was den Job und damit die finanzielle Situation betrifft, ein Kind zu bekommen, wenn sie das wollen."

Frauen brauchen ein ganzes Maßnahmenpaket

Für die Karriereentwicklung von Frauen, die der ÖAAB-Frauenvorsitzenden so ein Anliegen ist, braucht es nicht nur arbeits- und sozialrechtliche Absicherung, sondern eine Fülle von Maßnahmen. Zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und zur echten Chancengleichheit am Arbeitsmarkt muss es genügend Kinderbetreuungseinrichtungen geben, die den Bedürfnissen der Eltern angepasst sind; der Wiedereinstieg von Frauen muss gefördert werden; die Behaltefrist nach der Karenz muss auf 26 Wochen ausgeweitet werden; Eltern müssen bis zum Schuleintritt der Kinder das Recht auf Teilzeitarbeit haben, mit einem Rückkehrrecht auf einen Vollzeitarbeitsplatz.

FSG, 23. August 2000
Nr. 139

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