OeNB - Der Euro - Countdown: Rund 500 Tage bis zur Bargeldeinführung

Vorstellung des Handbuchs: Der Euro - unser neues

Wien (OTS) - Bargeld

In einem Pressegespräch haben die
Oesterreichische Nationalbank, die Euro Initiative der Bundesregierung und die Wirtschaftskammer Österreichs das im
Rahmen der STUZZA (Studiengesellschaft für die Zusammenarbeit
im Zahlungsverkehr) erarbeitete Handbuch zur Euro-Bargeldeinführung vorgestellt.

In rund 500 Tagen wird der Euro nun auch Realität in den
Taschen der ÖsterreicherInnen. Am Ende der dreijährigen Übergangszeit wird der Euro als Bargeld den Schilling als Zahlungsmittel endgültig ablösen. In unbarer Form gibt es den
Euro schon seit 1. Jänner 1999. "Die Euro-Bargeldumstellung
ist ein Jahrtausendprojekt, für das es keinerlei Beispiel
gibt. Wenn sich alle normal verhalten, wird es keine Probleme geben", ortet Direktor Dr. Wolfgang Duchatczek als das für das Geldwesen zuständige Mitglied des Direktoriums der OeNB sowie
als Vorstandsvorsitzender der STUZZA.

Die Logistikplanung für die Umstellung auf den Euro ab
1. Jänner 2002 läuft in der Oesterreichischen Nationalbank
bereits seit geraumer Zeit auf Hochtouren. Bis Ende Februar
2002 kann man zwar mit Schilling und Euro zahlen, dann gilt
aber nur noch der Euro. In diesen zwei Monaten muss deshalb
alles umgestellt sein. Danach tauscht die OeNB Schilling-
Banknoten und -Münzen ohne zeitliche Begrenzung um.

Tatsächlich entscheidend sind aber die ersten Tage. Der Austausch der Banknoten wird in dieser Zeit vor allem über Bankomaten abgewickelt. Statt Schilling gibt es an den rund
6.000 Geldausgabegeräten im Bundesgebiet ab dem 1. Jänner 2002
ab Mitternacht nur noch Euro. Die Automaten werden am
31. Dezember 2001 mit Euro-Scheinen gefüllt und sind ab dem Stichtag verfügbar.

Um die Arbeit der Bankkassiere zu erleichtern und ein
eventuelles Wechselgeldproblem in den ersten Tagen des Jahres
2002 auszuschließen, ist eine vorzeitige Ausgabe von Euro-
Bargeld im Rahmen von sogenannten "Start-Paketen" vorgesehen.
Die Vorverteilung von Banknoten und Münzen an Banken und Unternehmen kann ab dem 1. September 2001 erfolgen, eine
Abgabe begrenzter Mengen an Münzen auch an Konsumenten ist ab
Mitte Dezember 2001 vorgesehen, welche aber vor dem
1. Jänner 2002 nicht in Umlauf gebracht werden dürfen. Mehr
als 5 Mio Stück "Start-Pakete" für Konsumenten wurden von den Banken bereits verbindlich bestellt. Konkret können
Unternehmen derartige Münzpakete im Wert von jeweils
ATS 2.000,- und Privatpersonen im Wert von ATS 200,- bei
Banken beziehen. Eine solche Vorverteilung ist momentan neben Österreich auch in Belgien, Frankreich, den Niederlanden,
Portugal und Deutschland vorgesehen.

Um sich an die neue Währung zu gewöhnen, sollte man schon
heute beginnen, sich mit den neuen "Euro-Beträgen" auseinanderzusetzen, um nicht überrascht zu werden.

Aus einer Studie von Professor Dr. Kirchler vom Institut
für Wirtschaftspsychologie der Universität Wien, die von der
OeNB beauftragt wurde, geht hervor, dass die Österreicher
- ähnlich wie die Italiener, aber im Gegensatz zu den
Deutschen - eine generell positive Meinung zum Euro haben.

Die rechnerische Umstellung in den Köpfen gilt nicht als
großes Problem. "Es herrscht - 500 Tage vor den Euro -Gelassenheit". Die Mehrheit meint, es wird alles gut gehen.
Man vertraut auf die Oesterreichische Nationalbank und die
gute Zusammenarbeit der Institutionen. Ablehner des Euro
erwarten eher Pannen. Befürworter meinen, dass die geistige Anpassung durchschnittlich drei Monate betragen werde, ältere Menschen brauchen gemäß eigener Erwartungshaltung nicht
länger, fünf Monate wären ein generelles Maximum. Allerdings wollen die Bürger selbst möglichst wenig beitragen. Chipkarten
und elektronisches Bargeld werden nicht als Alternativen
gesehen. Gerade die beiden letztgenannten Sichtweisen tragen
aber nicht unbedingt zur Beruhigung der für die Umstellung Verantwortlichen bei. Auch der nach wie vor geringe Anteil des
Euro bei unbaren Transaktionen - ein EU-weites Phänomen - ist
nicht ermutigend. Es ist daher, 16 Monate vor der Einführung
des Euro als Barzahlungsmittel, ein guter Zeitpunkt, in einem
ersten Schritt einer Kommunikationsstrategie die Bevölkerung
und die Wirtschaft auf dieses Grossereignis und seine Begleitumstände aufmerksam zu machen. Dazu soll das Handbuch
"Der Euro - unser neues Bargeld" in erster Linie dienen. Das Handbuch kann bei den Banken bezogen werden.

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