Neues praxisgerechtes Ausbildungsmodell reduziert Unfälle bei jungen Fahrern

Wien (OTS) - Beinahe jeder zweite verstorbene Jugendliche verliert sein Leben im Straßenverkehr - internationale KfV-Studie ergab:
Größte Chance zur Unfallprävention haben Weiterbildungsmaßnahmen bei der Fahrausbildung.

Die 15-24jährigen sind am meisten gefährdet im Straßenverkehr zu verunglücken: In der Verkehrsunfallbilanz des Vorjahres war etwa jeder dritte Verletzte (in Zahlen: 16.669 von 54.967) und jedes vierte Todesopfer (in Zahlen: 268 von 1.079) im Alter von 15 - 24. Der Tod auf der Straße ist mit 45% die häufigste Todesursache bei Jugendlichen - alarmierende Zahlen für die Verkehrssicherheit. Die größte Chance zur Unfallprävention bei jungen Fahrern haben gesetzliche Maßnahmen, die direkt bei der Ausbildung ansetzen. Das ist das einheitliche Ergebnis des aktuellen EU-weiten KfV-Forschungsprojekts, das Fahrerfortbildung international unter die Lupe genommen hat.

Die Fahrausbildung in mehreren Phasen ist international bewährt

"Eine Fahrausbildung bestehend aus mehreren Phasen, unterstützt optimal den Beginn einer sicheren Fahrer-Karriere", sagt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann, "darum fordert das KfV die bestehende Fahrausbildung zu erweitern." Die Forschungsergebnisse unterstützen diese Forderung: In Finnland wurde mit der Mehrphasenausbildung eine Reduktion der Unfälle von jungen Fahrer um bis zu 50% erzielt! Aufbauend auf den erfreulichen Ergebnissen haben die KfV-Experten folgendes Modell für Österreich entwickelt. Nach bestandener Führerscheinprüfung absolviert der Fahrneuling binnen eines Jahres:

+ Ein Fahrsicherheitstraining - hier wird richtiges Verhalten in Extremsituationen gezeigt. Dieses Training vermittelt individuelle Strategien zur Gefahrenbewältigung (richtiges Reagieren) und zur Gefahrenvermeidung (richtiges Handeln). Damit wird der Selbstüberschätzung des Fahrkönnens - einer der Risikofaktoren für junge Fahrer - vorgebeugt.

+ Eine verkehrspsychologische Weiterbildung - Sicheres Fahren ist Sache der richtigen Einstellung, darum muss das Gefahrenbewusstsein gestärkt werden. Die Ursachen für die meisten Verkehrsunfälle sind bei Fahranfängern weniger auf mangelndes Wissen oder Können zurückzuführen als auf Nicht-Wollen. Jetzt soll der junge Fahrer die Möglichkeit haben, sich mit seinen verkehrsspezifischen Ansichten selbstkritisch auseinander zu setzen. Ziel dieser Beschäftigung ist, die Eigenverantwortung zu stärken.

+ Zwei Trainingsfahrten im Straßenverkehr - Um Fahrfehler, die sich einschleichen zu korrigieren, fährt der junge Führerscheinbesitzer noch zweimal in Begleitung eines Fahrschullehrers. Ohne Prüfungsstress bekommt er oder sie ein Feedback auf die eigene Fahrweise. Im Straßenverkehr ist individuelles Feedback selten, wenn überhaupt fällt es meist negativ aus ? als Strafe oder Beschimpfung. Ein systematischer Lernschritt ist keines von beiden. So wie beim Erlernen eines Berufs ist auch beim Autofahren professionelles Feedback wichtig.

Ein Jahr "Road-Expert"

Die Gemeinschaftsaktion "Road Expert" ist ein erster Schritt in Richtung Mehrphasenausbildung. Probeführerscheinbesitzer absolvieren - auf freiwilliger Basis - einen Tag lang ein Fahrsicherheitstraining und verkehrspsychologische Weiterbildung. Eine Umfrage des KfV bestätigt den Erfolg der Aktion: Das Training schneidet bei den Jugendlichen überdurchschnittlich gut ab und erfüllt das gewünschte Ergebnis: Die Jugendlichen geben unisono an, durch den Kurs ihr Gefahrenbewusstsein und ihre Strategien zur Unfallvermeidung verbessert zu haben.

Führerschein auf Probe reduziert Unfälle:

Wer seit 1992 den Führerschein macht, für den gelten zwei Jahre lang verschärfte Bestimmungen für Alkohol- und Tempoüberschreitungen. Die positiven Auswirkungen belegt die Unfallstatistik: Die Unfälle von Fahranfängern sind seither stark gesunken. "Der Führerschein auf Probe hilft Menschenleben zu retten", sagt Dr. Thann, "die mehrphasige Ausbildung ist der nächste Schritt um die Sicherheit der Fahranfänger zu erhöhen."

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