DER STANDARD bringt in seiner Mittwoch-Ausgabe zur SPÖ in ihrer Rolle als Oppositionspartei: Arbeitsstelle Partei (von Samo Kobenter)

Ausgabe vom 23.23.8.00

Wien (OTS) - Dummerweise ist nie einer allein schuld am Zustand einer Partei. Dummerweise glauben die Wähler aber genau das: An der FPÖ ist Jörg Haider schuld. An der SPÖ Alfred Gusenbauer. Zumindest vorerst und in Ermangelung eines anderen. So jedenfalls präsentiert sich, reduziert man es auf grobe Umrisse, das in Umfragen reflektierte Meinungsbild der SPÖ, welches wiederum verzerrend auf das Objekt der Reflexion wirkt.

Selbstreferenzielle Systeme sind ein Hund, sucht der rustikale Denker solchen in sich selbst aufgehenden Phänomenen mit einem eigenwilligen Singularis des Respekts beizukommen.

Dass sich die SPÖ in einem solchen System verfangen hat, ist eine gutwillige Beschreibung ihres Zustandes. Böser wäre es, ihr zu unterstellen, zu einem geworden zu sein. Von außen kommt nichts mehr herein, von innen geht nichts mehr hinaus - das ist die schlechteste aller möglichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Politik. Gusenbauer allein wird die Schwerfälligkeit des Apparates, die eine seiner Träger ist, nicht beheben können. Gerade der Klub, dessen Obmann dem Parteichef demonstrativ Rosen streut, funktioniert als strategische, taktische und operative Schaltstelle überhaupt nicht.

Die meisten seiner Mitglieder wissen nicht, was Opposition bedeutet, und manchmal entsteht der Eindruck, dass sie es gar nicht wissen wollen. Dabei sollte Arbeit gerade in einer sozialdemokratischen Partei keine Schande sein. Vor allem, wenn sie gemeinsam angepackt statt liegen gelassen wird.

Das kann sogar Spaß machen, der wiederum Sympathie bringt, die wiederum das Meinungsbild . . . und so weiter. Nur, es müssten endlich mehrere damit beginnen, vor allem solche, die der Partei bisher lediglich mit aufgehaltener Hand und einem "Freundschaft" auf den Lippen entgegengetreten sind.

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