Gewerbeverein warnt vor überzogenen Entgeltserhöhungen

Wien (OTS) - Das alljährliche Umverteilungsgerangel vor der Lohnrunde wird bereits von der Arbeiterkammer medial eingeläutet. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV), der insbesondere den unternehmerischen Mittelstand vertritt warnt vor überzogenem Anspruchsdenken seitens der Arbeitnehmervertreter. Natürlich ist der VPI derzeit relativ hoch: Treibstoffpreise, öffentliche Gebühren und die Folgen der schlechten Obsternte sind die Ursachen dafür. Treibstoffe werden sicher wieder ein normales Niveau erreichen, warum Unternehmen den teureren Reisepass abgelten sollen ist nicht einsichtig und Pfirsiche könnten nächstes Jahr wieder in Überfluss vorhanden sein. Der derzeitige VPI ist ein Stichtagskoeffizient, der gar nichts aussagt.

Viel bedenklicher stimmen die heimischen Wirtschaftsdaten:

+ Nach Berechnungen der EU ist Österreich im Wohlstandsniveau in den vergangenen drei Jahren von den Niederlanden und Irland überholt worden und vom dritten Platz in der EU auf den fünften zurückgefallen.
+ Beim Wirtschaftswachstum ist Österreich von der neunten Stelle unter 24 OECD-Ländern in den Siebzigerjahren auf den 15. Platz in den Achtziger- und den 16. in den Neunzigerjahren zurückgefallen.
+ In der Arbeitsproduktivität fiel Österreich im
selben Zeitraum vom siebenten über den neunten auf den 12. Platz.
+ Österreich hat schwere Versäumnisse bei der Modernisierung der Wirtschaft, insbesondere im Innovationsbereich begangen.
+ Hierzulande setzt man auf materialintensives, also kapital- und arbeitsintensives Wachstum statt auf technischen Fortschritt. Diese Strukturverkrustung kann tödlich sein.

So wie bei den Österreichern mehrheitlich die Meinung vorherrscht, endlich - auch wenn es jeden von uns selbst trifft - unser Budgetproblem in den Griff zu bekommen, so sollte jeder Österreicher auch seinen Beitrag zur Modernisierung unserer Wirtschaft leisten.

Das wird aber nur gehen, in dem man äußerst moderate Entgeltsanpassungen bei der bevorstehenden Runde vornimmt. Von einer nur annähernden Erhöhung in der Nähe des derzeitigen VPI kann nach Meinung des ÖGV keine Rede sein, will man nicht der Wirtschaft schweren Schaden zufügen. Darüberhinaus wäre eine massive Erhöhung ein falsches Signal in Richtung Beamter und Pensionisten, die im Sinne von Solidarität mit "nicht-abgesicherten" Arbeitnehmern einen Beitrag zu leisten werden haben.

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