Laska und Nettig schnüren Lehrlingsauffangnetz 2000/2001

850 Wiener Jugendliche müssen im Rahmen des Jugendausbildungssicherungsgesetzes versorgt werden

Wien, (OTS) Im Rahmen der Bürgermeisterpressekonferenz präsentierte Vizebürgermeisterin und Jugendstadträtin Grete Laska gemeinsam mit Wirtschaftskammerpräsident KR Walter Nettig am Dienstag die Ergebnisse der "Landesarbeitsgruppe Lehrlinge" für
das Ausbildungsjahr 2000/2001.

Ab 1. September kommt es zu zahlreichen Änderungen im Bereich der Lehrlingsausbildung. So hat die Bundesregierung beschlossen,
ab Herbst keine neuen Lehrlingsstiftungen mehr einzurichten.
Einzig die bereits laufenden Ausbildungen in Stiftungen können
noch fertig geführt werden. Grund dafür sei die zu geringe Vermittlungsrate jener Jugendlichen, die ihre Ausbildung in
solchen Maßnahmen erhalten haben. Für Laska ist die Entscheidung nach wie vor nicht verständlich und sehr bedauerlich. "Die Zahl
von 23 Prozent Vermittlungsquote Österreichweit, ist keinesfalls auf Wien umlegbar. In Wien konnten bereits 55 Prozent der Jugendlichen in ein reguläres Lehrverhältnis vermittelt werden. Erschütternd ist dabei vor allem, dass die Bundesregierung keinerlei zusätzliche finanzielle Mittel für etwaige Alternativen zur Ausbildung aus dem Jugendausbildungssicherungsgesetz zur Verfügung stellt", betonte Laska.****

Keine finanziellen Mittel für weitere Ausbildungen

Lehrgänge können nurmehr über die Reserven aus den vergangenen beiden JASG-Budgets bestritten werden. De facto
bedeute das, dass die Länder zwar bis Ende August ihren Bedarf an Lehrgangsplätzen anmelden "dürfen", jedoch nicht gewährleistet ist, ob alle Ausbildungsplätze finanziert werden können.

Das AMS Jugendliche rechnet mit rund 600 Jugendlichen, die im Herbst auf Lehrstellensuche sein werden. Im Rahmen einer Sitzung
der "Landesarbeitsgruppe Lehrlinge" wurde daher neben der
Anmeldung des Bedarfes von 600 Ausbildungsplätzen, einstimmig die Forderung beschlossen, dass jene, nicht verbrauchten Finanzmittel aus den Ausbildungsjahren 1998/1999 (ATS 80 Millionen) sowie 1999/2000 (noch nicht abgerechnet) in voller Höhe dem Land Wien verbleiben. Insgesamt wurden 98/99 ATS 191 Millionen und 99/2000
ATS 174,59 Millionen für die Maßnahmen bewilligt.

"Wir freuen uns, dass wir in Wien wieder einmal gezeigt
haben, wie man in wichtigen Fragen zu gemeinsamen Lösungen kommt", betonen Laska und Nettig.

Derzeit stehen in Wien etwa 17.000 Lehrlinge in Ausbildung. Nettig rechnet damit, dass es heuer jedenfalls wieder 5.500 LehranfängerInnen geben wird. Derzeit sieht es so aus, als würde die Zahl der neuen Lehrlinge sogar ansteigen. Von Jänner bis Juli wurden beispielsweise 460 Betriebe zur Ausbildung neu zugelassen
und 2.820 neue Lehrverträge abgeschlossen, das sind um 4,2 Prozent mehr als im Juli 1999. Dabei beginnen die meisten Lehrlinge traditionell erst im September.

Für jene Fälle, die trotz dieser Umstände im Herbst keinen Lehrplatz gefunden haben, hat sich die "Landesarbeitsgruppe Lehrlinge" erneut geeinigt, Hilfsmaßnahmen anzubieten. Für Nettig müssen im Vordergrund Lösungen im Sinne einer echten "Hilfe zur Selbsthilfe" stehen.

Betreuung und Coaching von Jugendlichen

Im Rahmen des Auffangnetzes könnten künftig nicht nur Lehrgänge finanziert werden, sondern auch Maßnahmen der Berufsorientierung, wie sie übrigens auch das WIFI Wien anbieten wird. Dazu gehören Kurzschulungen, Bewerbungstrainings etc., die dabei helfen sollen, einen echten Lehrplatz in einem Betrieb zu finden. Durch die Vorplanungszeiten hat das AMS-Jugendliche unabhängig von den noch zur Verfügung stehenden Geldern bereits jetzt Berufsorientierungsmaßnahmen eingeleitet. Aufgrund der ständigen Begleitung der Jugendlichen aus den Auffangnetzen der letzten zwei Ausbildungsjahre durch die jeweilige Trägerorganisation konnten zahlreiche Betriebe dafür gewonnen werden, Lehrlinge vermehrt oder generell erstmalig aufzunehmen.

Zahlreiche Verbesserungen für Betriebe

Wirtschaftskammerpräsident Nettig erinnerte daran, dass es in jüngster Zeit zu zahlreichen Verbesserungen für die Unternehmer in Sachen Lehrlingsausbildung gekommen ist (Verlängerung der Probezeit, kürzere Behaltepflicht, neue Vorlehre). Zusätzlich wurde im Juni 2000 ein Paket von 17 neuen bzw. neugestalteten Lehrberufen geschnürt. Untersuchungen haben gezeigt, dass zwei Drittel der Lehrstellen in den neuen Lehrberufen als tatsächlich zusätzlich zu betrachten sind. (Schluss) bz

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