Der STANDARD bringt in seiner Dienstag-Ausgabe einen Kommentar zur koalitionsinternen Meinungsverschiedenheit über den Regierungsbeauftragten für die EU-Erweiterung Erhard Busek:

Erschienen:22.08.2000 Westerweiterung - Michael Fleischhacker

Wien (OTS) - Mit jener taktischen Eleganz, von der bereits die Einfälle der Hunnen in Westeuropa gekennzeichnet waren, trägt die FPÖ derzeit ihre Intrige gegen den Regierungsbeauftragten für die EU-Osterweiterung, Erhard Busek, vor. Auch die besonders stark ausgeprägte Neigung der Freiheitlichen zum Differenzieren kommt dabei nicht zu kurz:

Erhard Busek sei ein "Wiederholungstäter", sagt Peter Westenthaler. Da weiß er, wovon er spricht.

Aufgabe eines Regierungsbeauftragten sei es, "für die gesamte Regierung einzutreten", sagt Susanne Riess-Passer. Und weiß nicht, wovon sie spricht.

Die Formulierung der Frau Vizekanzlerin muss freilich nicht notwendigerweise als Ausfluss der sprichwörtlichen tirolerischen Loyalitätsobsession interpretiert werden. Nein, sie lässt auch den Schluss zu, dass Frau Riess-Passer Erhard Busek für den Regierungsbeauftragten für die Osterweiterung der Bundesregierung hält. Das wäre interessant - Vladimír Meciar könnte als Sportstaatssekretär gute Figur machen -, aber am Ende doch unergiebig: Das bissl Exostblock, das diese Regierung braucht, macht sie sich eh selber.

Erhard Busek wird das Gerangel um seine Person geduldig ertragen:
Einen, der schon für die ÖVP allein "zu g'scheit" war, kann auch das intellektuelle Niveau Peter Westenthalers nicht zur Verzweiflung treiben. Interessant ist an der Geschichte ja nur, wohin sich der Bundeskanzler vom Kärntner Landeshauptmann in der Causa Busek treiben lassen wird.

Unbedingt aufgreifen sollte man jedenfalls die Anregung der Vizekanzlerin, einen Regierungs-Erweiterungsbeauftragten zu bestimmen: Was die zivilisatorischen Standards betrifft, müsste es sich um eine substanzielle Westerweiterung handeln.

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