Verwaltungskosten müssen sinken

Kosten liegen in den Niederlanden bei 1 Prozent, in Deutschland bei 1,5 Prozent und in Österreich bei 1,8 Prozent

Wien (PWK703) - "Wir haben in Österreich keine Zeit mehr, einem veralteten Kantönligeist und einem übertriebenen Föderalismus weiter zu frönen," stellte FPÖ-Sozialsprecher Herbert Haupt anlässlich des Round-Table-Gesprächs "Benchmarking: Der öffentliche Sektor auf dem Prüfstand" in Alpbach fest. Es reiche nicht, wenn man von den Pensionsversicherungen immer nur mit Meinungsforschungsergebnissen, nie aber mit echten Kostenvergleichen konfrontiert wird. Derzeit ist davon auszugehen, dass der Verwaltungskostenanteil in den Niederlanden knapp unter einem Prozent liege, die Schweiz mit Verwaltungskosten für die staatliche Grundsicherung von 1,3 Prozent des Beitragsaufkommens und Deutschland mit 1,5 Prozent auskommt, während der Verwaltungskostenanteil in Österreich bei 1,8 Prozent liegt.

Ex-Arbeiterkammerpräsident Heinz Vogler hatte berichtet, die Österreicher hätten völlig falsche Vorstellungen über die tatsächlichen Kosten der gesetzlichen Pensionsversicherung. Sie liege bei 1,8 Prozent am Gesamtumsatz. "Aber bei uns besteht die Bereitschaft und der Ehrgeiz die Kosten zu senken, wenn uns nicht immer zusätzliche Aufgaben aufgebürdet werden," erklärte Vogel. Bevor man Strukturänderungen in Angriff nähme, müssten allerdings erst die Ziele der Reform definiert werden.

ÖVP-Sozialsprecher Gottfried Feuerstein bekannte sich zur Selbstverwaltung und forderte Synergie-Effekte ein.

Der Obmann der Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten, Heinz Vogler, bestritt nicht, dass die beiden größten Pensionsversicherungs-Träger noch immer mit unterschiedlichem EDV-System arbeiten. Das habe "historische Gründe".

Namens der Pensionsversicherten forderte der Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, Dr. Martin Gleitsmann, mehr Dienstleistungsgesinnung, - "der Versicherte ist Kunde" -, niemand dürfe nachmittags nur mehr verschlossene Türen vorfinden.

Vogler räumte ein, dass neben hoher Serviceorientierung auch größere Kostengünstigkeit anzustreben sei, zitierte aber andererseits Meinungsforschungsresultate, die die Zufriedenheit der Österreicher belegen. So hätte eine gemeinsame Umfrage des IFES und des Fessel-Institutes ergeben, dass von jenen 42 Prozent der Versicherten, die Kontakt mit ihrer Pensionsversicherung hatten, 92 Prozent "gute Erfahrungen" gemacht hätten. Der Sympathiewert der österreichischen Pensionsversicherung liege unmittelbar hinter dem der Ärzte (1,9) mit 2,3 Prozent an zweiter Stelle.

Das Round-Table-Gespräch und die Publikumsdiskussion in Anwesenheit der Vizekanzlerin Dr. Susanne Riess-Passer, des Ex-Vizekanzlers Dr. Erhard Busek sowie des Wirtschaftskammer-Generalsekretärs-Stv. Dr. Reinhold Mitterlehner ging Montag Mittag zu Ende. Am Nachmittag beginnt die Debatte über die Bundesstaatsreform am Beispiel des Anlagenrechts, an der folgende Experten teilnehmen: Siegbert Morscher vom Institut für Öffentliches Recht, Finanzrecht und Politikwissenschaft, Universität Innsbruck; Carole Billiet, Katholische Universität Leuven; Edmund Brandt, Institut für Umweltstrategien, Universität Lüneburg; Heribert Rausch, Rechtswissenschaftliches Institut, Universität Zürich, und Stephan Schwarzer, Leiter der umweltpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich. (hv)

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