"Kleine Zeitung" Kommentar: "Kampfansage" (von Othmar Wagner)

Ausgabe vom 18.8.2000

Graz (OTS) - Das kommt auch nicht alle Tage vor, dass der Manager eines bedeutenden Industriekonzerns, an dem der Staat immerhin noch mit 35 Prozent beteiligt ist, der Regierung eine Kampfansage macht.

Ende August läuft die im Mai von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein der Mineralölwirtschaft abgenötigte "freiwillige" Verpflichtung aus, den Benzinpreis nicht über 40 Groschen je Liter über den EU-Durchschnitt steigen zu lassen. OMV-Chef Jürgen Schenz hat gestern vollmundig angekündigt, eine Verlängerung dieser Vereinbarung wolle er nicht und wenn ihm dann mit der amtlichen Preisregelung gedroht werde, ziehe er bis vors Höchstgericht. Schließlich lebe man in einem freien Markt. Basta.

Das ist aber eine interessante Marktwirtschaft, in der man seinen Gewinn verdoppeln und zugleich beklagen kann, an der Tankstelle sei weiterhin nichts zu verdienen. Gewiss, die Erträge stammen aus dem Rohölgeschäft, immerhin hat sich der Ölpreis verdoppelt, und der Auftritt des OMV-Managers mag aus betriebswirtschaftlicher Sicht seine Folgerichtigkeit haben.

Der Benzinpreis ist aber auch ein politischer Preis. Nach der Kampfansage darf man gespannt sein, wer ihn zu bezahlen hat.***

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