EU-Erweiterungsserie: EU-Lob für Tschechien

Wirtschaft wächst wieder, Fortschritte bei Banken-Privatisierungen, positive Handelsbilanz mit EU

Wien(PWK692) Die Tschechische Republik, Kandidat der ersten EU-Erweiterungsrunde, wird in ihren Vorbereitungen zum EU-Beitritt seitens der zuständigen EU-Funktionäre wieder gelobt. Nach zwei sehr kritischen EU-Fortschrittsberichten wird für kommenden Oktober eine wesentlich positivere Fassung angekündigt. "Zurückzuführen ist dies nicht nur auf die nach zwei Rezessionsjahren wieder wachsende Wirtschaft. Es gibt lang erwartete Fortschritte bei den Bankenprivatisierungen und Industrierevitalisierungen. Mit der im Mai in Kraft getretenen Novelle zum Konkursgesetz wurde ein Schritt in die richtige Richtung getan", berichtet Österreichs Handelsdelegierter in Prag, Michael Angerer.

Noch wenig Klarheit herrsche allerdings hinsichtlich der Effizienzsteigerung der Gerichte und Staatsverwaltung und damit einer Verbesserung der für das Geschäftsleben bedeutsamen Rechtssicherheit, ergänzt Angerer.

Jedenfalls integriert sich die reale Wirtschaft der Tschechischen Republik immer mehr in die EU: Bereits 70 Prozent der Exporte bzw. 64,5 Prozent der Importe Tschechiens gehen nach bzw. kommen von dort. "Beachtlich ist, dass Tschechien das noch bis vor zwei Jahren bestehende Handelsbilanzdefizit mit der EU in ein Aktivum, das allein im ersten Halbjahr über 3 Mrd Schilling beträgt, umdrehen konnte. Der hier herrschende Exportboom hängt natürlich mit der guten Wirtschaftslage im EU-Raum zusammen", so Angerer.

Besonders erfolgreiche Exporteure sind tschechische Unternehmen in ausländischem Eigentum. Bekanntlich war Tschechien 1999 nach Polen das zentraleuropäische Land mit den höchsten ausländischen Direktinvestitionen, die sich heuer nicht zuletzt dank verbesserter Investitionsbegünstigungen verstärkt fortsetzen. Weiter belebend für den Handel mit der EU wird sich das Abkommen auswirken, das Erleichterungen bei der schwierigen und vor allem teuren Zertifizierungspflicht vorsieht und voraussichtlich 2001 in Kraft treten wird. Per 1. Juli trat bereits ein Abkommen für den zollfreien Handel von diversen Agrarwaren im Rahmen von Quotenregelungen in Kraft.

"Schwerpunktmäßig beschäftigen sich tschechische Ministerien zur Zeit mit Projekten, die aus EU-Mitteln (ISPA, SAPARD) kofinanziert werden. Dabei gibt es für österreichische Unternehmen vor allem im Umweltbereich gute Geschäftschancen", erklärt der Handelsdelegierte. Tschechien wünsche zwar eine Übergangsperiode für sieben Umweltbereiche, müsse aber sowohl im kommunalen als auch industriellen Bereich mittelfristig die relevanten EU-Standards erreichen.

Die WKÖ-Außenhandelsstelle Prag plant daher gemeinsam mit regionalen Entwicklungsgesellschaften und Unternehmensclustern die Abhaltung von Informationsveranstaltungen im Umweltbereich in Tschechien. Den verbesserten Geschäftsmöglichkeiten am Agrar- und Lebensmittelsektor wird durch die geplante WIFI-Firmengruppenbeteiligung an der bedeutenden Lebensmittelmesse SALIMA Brünn 2001 Rechnung getragen.

ZUSATZINFORMATION: Interviews mit österreichischen Firmen, die am tschechischen Markt aktiv sind und über ihre praktischen Geschäftserfahrungen in der Tschechischen Republik berichten, finden sie heute im Internet auf der Homepage der Wirtschaftskammer Österreich http://wko.at

Morgen setzt die EU-Erweiterungsserie mit einem Bericht über Estland fort. Insgesamt wird täglich bis zum 1. September je über einen Erweiterungskandidaten berichtet. (Ne)

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