Schönbrunner Bad: Schläft Bäder-Stadtrat Svihalek?

Wien (ÖVP-Klub) Nach Monate andauernden Diskussionen, intensiver Medienberichterstattung und einigen Verhandlungsrunden ist es nun um das Schönbrunner Bad wieder still geworden. Bisher sind keine Maßnahmen bekannt, die dazu führen könnten, daß das Schönbrunner Bad zumindest in der kommenden Saison seinen Betrieb wieder aufnehmen kann. ****

Diese Tatsachen bewegen die beiden Bezirkspolitiker Franz KARL (Meidling) und Dorothea DRLIK (Hietzing) dieses Thema nun wieder aufzugreifen und zu diskutieren. Ziel ist es, den zuständigen Bäderstadtrat Fritz SVIHALEK endlich zu raschem Handeln zu bewegen. "Wir werden den Verdacht nicht los, daß der Herr Stadtrat, trotz gegenteiliger Ankündigungen, dieses Problem einfach verschleppen will, damit es vergessen wird", so der Wiener VP-Gemeinderat Franz KARL. "Wir werden keinesfalls zulassen, daß das geschieht", fügt BV-Stv. Dorothea DRLIK hinzu und verspricht: "Wir werden mit allen Mitteln darum kämpfen, daß dieses Traditionsbad im nächsten Jahr seine Pforten wieder für die zahlreichen Stamm-Badegäste öffnen kann."

Wie Stadtrat SVIHALEK in diesem konkreten Fall "auf Zeit" spielt, wird aus einem Brief des Stadtrates vom 17. Juli 2000 an den Hietzinger Bezirksvorsteher klar, in dem es heißt: "Da einige neue Aspekte in der Angelegenheit Schönbrunner Bad aufgetaucht sind und ich sie erst informieren möchte, wenn ich Fakten und Zahlen habe, ersuche ich um Verständnis, daß wir erst wieder Ende September zusammentreffen. Ich kann Ihnen aber garantieren, daß die MA 44 intensiv mit den Verantwortlichen des Schönbrunner Bades in Kontakt steht und keine Zeit versäumt wird." Genau diesen intensiven Kontakt bezweifelt Gemeinderat Franz KARL: "Ich habe nicht den Eindruck, daß hier intensive Verhandlungen oder auch nur Gespräche im Gange sind, zumindest ist mir von Seiten des Inhabers, der Schönbrunner Schloßverwaltung nicht bekannt, daß diese mit der Stadt um eine Weiterführung des Bades verhandelt." KARL vermutet eher, daß die drei Sommermonate Juli, August und September ungenutzt verstreichen.

"Für eine Wiedereröffnung des Bades im Mai 2001 sind umfangreiche Vorarbeiten notwendig", erklärt KARL. Planung, Ausschreibung, Vergabe und konkrete Durchführung von Erneuerungsarbeiten nehmen einfach eine gewisse Zeit in Anspruch. Wenn man diese notwendigen Arbeiten zeitlich beziffern muß, dann erfordern sie zusammen zumindest 9 Monate, "damit ist eine Entscheidung im September ohnehin schon fast zu spät", so KARL.

Grundsätzlich sehen DRLIK und KARL zwei Möglichkeiten zur Rettung des Bades:

Die Stadt Wien übernimmt das Bad, beispielsweise durch eine Pacht für 99 Jahre um den symbolischen Wert von einem Schilling und trägt dafür die Investitionskosten, die derzeit rund 20 Millionen Schilling betragen.

Oder das Bad bleibt bei der Schönbrunn Ges.m.b.h. und diese sucht nach einem privaten Interessenten.

Der Nachteil der zweiten Variante, so die beiden Politiker, liegt darin, daß damit eine Wiedereröffnung im Jahr 2001 vermutlich ausgeschlossen ist und das Traditionsbad in Schönbrunn erst wieder im Jahr 2002 aufsperren könnte.

BV-Stv. Dorothea DRLIK drückte zum wiederholten Male die Bereitschaft des Bezirkes aus, sich an der Rettung des Bades auch finanziell zu beteiligen, beispielsweise durch die Übernahme von Unkosten. "Dazu müsste aber sehr rasch die Stadtverfassung entsprechend geändert werden, damit das rechtlich überhaupt möglich ist", fügte DRLIK hinzu. Auch Franz KARL zeigte sich überzeugt, daß auch der zweite betroffene Bezirk, nämlich Meidling, gegebenenfalls einen Beitrag leisten würde. Auch eine Beteiligung der beiden Bezirke an einmaligen Investitionen, wie etwa einer Wasseraufbereitungsanlage, sei als Alternative dazu vorstellbar.

Beide Bezirkspolitiker wiesen auch darauf hin, daß die Frage der hohen Wasser-, Abwasser- und Stromkosten ein entscheidender Faktor in den Bemühungen um die Rettung des Bades sind. "Bei einer jährlichen Abnahme von 15 Gigawattstunden sollten man erwarten können, daß Wien-Strom sich hier entgegenkommend zeigt", hofft KARL. Ansonsten müsse sich der künftige Betreiber am liberalisierten Strommarkt nach anderen Anbietern umsehen.

KARL und DRLIK verlangten eine umgehende Stellungnahme des Bäderstadtrates zu den von ihm erwähnten "neuen Aspekten", die angeblich aufgetaucht sind. "Wir sind nicht bereit bis Ende September zu warten, bis der Herr Stadtrat sich bequemt, uns zu informieren und die nächste Verhandlungsrunde anzusetzen." ****

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