OMV präsentiert Halbjahresergebnis 2000 und Ergebnis des zweiten Quartals -1

Wien (OTS) - 2. Q/00 2. Q/99 In Millionen (Mio) EUR 1-6/00 1-6/99 1999 111 47 Betriebserfolg (EBIT) 193 84 285 125 51 EBIT berichtigt 217 96 247 110 47 Ergebnis der gewöhnlichen 183 85 278 Geschäftstätigkeit
73 36 Periodenüberschuss 125 64 194 1.671 1.232 Umsatz 1) 3.333 2.237 5.179 265 105 Netto-Cash-flow aus der 358 252 338 Betriebstätigkeit
5.941 6.134 Mitarbeiter 5.941 6.134 5.953

1) Umsatz ohne Mineralölsteuer.

Generaldirektor Dr. Richard Schenz zeigt sich zufrieden: "Die Ertragskraft unseres Unternehmens hat sich im Halbjahr 2000 im Vergleich zu 1999 entscheidend verbessert. Wir werden aber auch in Zukunft alles daran setzen, unsere Effizienz weiter zu erhöhen, insbesondere durch den Einsatz konsequenter Kostensenkungsprogramme und Strukturverbesserungen als Antwort auf die vorherrschenden Markteinflüsse. Diese Maßnahmen werden sich positiv auf künftige Ergebnisse auswirken und unter Ausnutzung der verbesserten Marktentwicklungen werden wir den OMV Konzern seinen Unternehmenszielen, insbesondere einer verbesserten Rendite, dem Return on average capital employed, einen weiteren Schritt näher bringen."

Die marktseitigen Rahmenbedingungen für die Geschäfte im OMV Konzern boten weiterhin ein uneinheitliches Bild: Der Rohölpreis lag in den ersten sechs Monaten des Jahres 2000 im Durchschnitt bei 26,85 USD/bbl gegenüber 13,42 USD/bbl im vergangenen Jahr. Diese Entwicklung führte, gemeinsam mit dem gestiegenen Dollarkurs von 14,35 ATS bzw. etwa 1,04 EUR (1-6/99: 12,66 ATS bzw. 0,92 EUR), zu einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses im Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E & P). Ein entgegengesetzter Effekt war hingegen in der Chemie zu verzeichnen, wo die im Zuge höherer Ölpreise ebenfalls angestiegenen Einsatzkosten für Erdgas zusätzlichen Druck auf die Spannen ausübten. Das Ergebnis im Bereich Raffinerien und Marketing (R & M) war hauptsächlich durch eine verbesserte Preissituation in der Petrochemie getragen.

Gewinn- und Verlustrechnung

Der Konzernumsatz exklusive Mineralölsteuer stieg um 49 % auf 3.333,06 Mio EUR (1-6/99: 2.237,16 Mio EUR), wobei alle operativen Geschäfte zu diesem Zuwachs beitrugen. Die Hauptursache für diese Steigerung lag in den hohen Rohöl- und Produktpreisen. Die höchste Zuwachsrate verzeichnete der Bereich R & M (+56 %), gefolgt von E & P und Erdgas. Der Bereich R & M blieb der größte Umsatzträger mit einem Anteil am Konzernumsatz von 75 %, gefolgt von Erdgas mit 16 %, Chemie und Kunststoffe (C & K) mit 6 % und E & P mit 3 %.

Das Unternehmen erzielte im Berichtszeitraum eine signifikante Steigerung des Betriebserfolges (EBIT, Earnings before interest and tax) um 131 % von 83,57 Mio EUR auf 193,27 Mio EUR. Diese Verbesserung ist in erster Linie auf das wesentlich höhere E & P-Ergebnis und, wenn auch zu einem geringeren Ausmaß, auf R & M zurückzuführen, wobei diese beiden Geschäftsbereiche den Rückgang in C & K überkompensierten. Im Erdgasbereich war in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein leichter Ergebnisanstieg zu verzeichnen. Die im EBIT inkludierten Sonder- bzw. Einmalaufwendungen stiegen auf 23,52 Mio EUR (1-6/99: 12,36 Mio EUR), wobei der Hauptanteil für Personalrestrukturierungsmaßnahmen vorgesehen ist und zum ersten Mal für Wiedergutmachungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter während des 2. Weltkrieges vorgesorgt wurde. Das bereinigte EBIT stieg somit um 126 % auf 216,79 Mio EUR (1-6/99: 95,93 Mio EUR).

Der Finanzerfolg zeigte nach einem positiven Ergebnis von 1,50 Mio EUR im Halbjahr 1999 einen Aufwand von 10,54 Mio EUR, was ist erster Linie auf geringere Erträge aus dem Verkauf von Finanzanlagen und Wertpapieren zurückzuführen ist. Die 25 %-Beteiligung des Konzerns an Borealis wird ebenfalls im Finanzerfolg ausgewiesen: Der anteilige Beteiligungsertrag wies einen leichten Rückgang auf 16,58 Mio EUR (1-6/99: 18,26 Mio EUR) auf. Bereinigt man jedoch das Ergebnis um den Sondereffekt einer Rückstellungsauflösung für Instandhaltung im Jahr 1999, so ergibt sich im Periodenvergleich nahezu eine Verdoppelung des Ergebnisses von 8,38 Mio EUR auf 16,58 Mio EUR. Dies ist auf den starken Petrochemiemarkt und auf eine verbesserte Situation bei Kunststoffen zurückzuführen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wuchs um 115 % und betrug 182,73 Mio EUR (1-6/99: 85,06 Mio EUR). Die Aufwendungen für Ertragsteuern erhöhten sich und es errechnete sich ein Halbjahressteuersatz von 32 % (1-6/99: 25 %). Wesentliche Einflussgröße für diesen Anstieg stellten die auf Grund der hohen Rohölpreise gestiegenen Steuern im TPC-(Tax-Paid-Cost-) System in einigen Feldern in Libyen dar. In der Folge stieg der Periodenüberschuss im Berichtszeitraum um 95 % und erreichte 124,85 Mio EUR (1-6/99: 63,92 Mio EUR).

Bilanz, Investitionen und Verschuldungsgrad

Der leichte Anstieg der Bilanzsumme des Konzerns auf 5,34 Mrd EUR (31. 12. 1999: 5,28 Mrd EUR) war in erster Linie auf eine Erhöhung der Sachanlagen zurückzuführen. Insgesamt stieg das Anlagevermögen von 3,62 Mrd EUR auf 3,66 Mrd EUR, wobei sich die Zugänge zum Sachanlagenvermögen auf 234,02 Mio EUR (1-6/99: 246,51 Mio EUR) beliefen. Diese Zugänge betrafen vorwiegend Sachanlagen in der Höhe von 206,05 Mio EUR (1-6/99: 198,62 Mio EUR); bei den Finanzanlagen betrugen sie 17,15 Mio EUR (1-6/99: 39,32 Mio EUR) und bei immateriellen Vermögensgegenständen 10,82 Mio EUR (1-6/99: 8,57 Mio EUR).

Das Investitionsvolumen im Halbjahr verringerte sich um 22 % wegen geringerer Ausgaben in den Bereichen R & M und C & K gegenüber dem Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Im Einklang mit den Unternehmenszielen erfolgten die Investitionen hauptsächlich in R & M mit einem Anteil von 48 %; auf E & P entfielen 22 % und auf Erdgas 21 %.

Das Unternehmen stellt per 30. Juni den Bilanzausweis für noch nicht abgerechnete Warenlieferungen und Leistungen um und wird in einer detaillierteren und differenzierteren Klassifizierung die bisher unter "Sonstige Rückstellungen" verbuchten Vorbewertungen unter "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen" ausweisen, sobald Höhe und Fälligkeit feststehen. Aus diesem geänderten Ausweis ergibt sich eine Adaptierung der Bilanzwerte für das Jahr 1999, d. h. es erfolgte eine Umbuchung von rund 222 Mio EUR von der Position "Sonstige Rückstellungen" in die Position "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen", um die Vergleichbarkeit zur Halbjahresbilanz 2000 herzustellen.

Per 30. Juni 2000 standen Bankverbindlichkeiten, Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 731,38 Mio EUR (31. Dezember 1999: 835,21 Mio EUR) monetärem Umlaufvermögen und Finanzforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 268,71 Mio EUR (31.Dezember 1999: 235,77 Mio EUR) gegenüber. Demzufolge sank die Nettoverschuldung um 23 % von 599,44 Mio EUR auf 462,68 Mio EUR. In Relation zum Eigenkapital gesetzt reduzierte sich der Verschuldungsgrad von 35 % zum Jahresende 1999 auf 26 % für das Halbjahr 2000 und setzt den im ersten Quartal beobachteten sinkenden Trend fort (1-3/00: 33 %).

Der Konzern hat am Euro Loan Markt einen Kreditvertrag in Höhe von 140 Mio USD mit einer Laufzeit von 5 Jahren für OMV (U.K), eine hundertprozentige Tochter der OMV Aktiengesellschaft, erfolgreich verhandelt und aufgenommen. Der Kredit, der am 1. August 2000 in London unterzeichnet wurde, dient der Refinanzierung bereits bestehender Verbindlichkeiten und allgemein dem Working Capital.

Cash flow

Der Mittelzufluss aus der Betriebstätigkeit erhöhte sich um 43 % von 251,48 Mio EUR auf 358,34 Mio EUR. Es ist dies eine Folge des gestiegenen Periodenüberschusses sowie höherer Abschreibungen, wodurch sich die Mittelaufbringung auf 231,39 Mio EUR (1-6/99: 182,54 Mio EUR) erhöhte. Die Veränderung im Nettoumlaufvermögen verzeichnete einen deutlichen Anstieg auf 126,95 Mio EUR (1-6/99: 68,93 Mio EUR), wobei ein Teil der höheren Verbindlichkeiten durch die bereits erwähnte veränderte Klassifizierung hervorgerufen wurde, die insbesondere im zweiten Quartal Auswirkung zeigte. Weiters wurden höhere kurzfristige Rückstellungen - bedingt durch höhere Steuerrückstellungen - sowie geringere Forderungen verzeichnet. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit war mit 153,44 Mio EUR geringer als im Vorjahr (1-6/99: 228,54 Mio EUR) und inkludierte Rückflüsse aus Veräußerungen in Höhe von 51,56 Mio EUR (1-6/99: 31,96 Mio EUR). Das deutlich niedrigere Niveau an kurzfristigen Finanzierungen führte zu einem höheren Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit, der im Berichtszeitraum von 97,48 Mio EUR auf 152,75 Mio EUR anstieg. Die liquiden Mittel zeigten einen Zuwachs um 54,26 Mio EUR und betrugen 206,34 Mio EUR gegenüber einem Rückgang um 63,90 Mio EUR auf 183,78 Mio EUR im vergangenen Jahr.

Mitarbeiter

Mit Ende Juni reduzierte sich der Personalstand des OMV Konzerns um 3 % auf 5.941 Mitarbeiter (Stand per 30. Juni 1999: 6.134 Mitarbeiter). Im Vergleich zum ersten Quartal 2000 mit 5.958 Mitarbeitern verringerte sich der Personalstand um 17 Personen.

Die Geschäftsbereiche:

Exploration und Produktion (E & P)

2.Q/00 2.Q/99 in Mio EUR 1-6/00 1-6/99 1999 55,27 28,31 EBIT 128,35 30,07 105,21 58,57 29,78 Bereinigtes EBIT 134,81 35,55 108,15

Die steigende Nachfrage nach Rohöl - vor allem in Asien - konnte die stagnierende Nachfrage in den OECD-Staaten und der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) wettmachen und stieg insgesamt um fast 1 % auf 75,0 Mio bbl/Tag. Die Produktion stieg weltweit um 2,6 % auf 75,8 Mio bbl/Tag, wobei für diesen Anstieg hauptsächlich die Nicht-OPEC-Staaten verantwortlich waren. Die Ölpreisschwankungen setzten sich im zweiten Quartal weiter, insbesondere vor und nach dem Treffen der OPEC-Teilnehmerstaaten im April in Wien, bei dem über die Erhöhung der Förderquoten entschieden wurde: Lag der durchschnittliche Brentpreis im ersten Quartal bei 26,91 USD/bbl, wurden Anfang März Höchstpreise von über 32 USD/bbl erzielt. Im April sanken die Preise auf rund 20 USD /bbl und kletterten bis Ende Juni wiederum auf einen Wert von über 31 USD/bbl. Im zweiten Quartal lag der Brentpreis im Durchschnitt bei 26,94 USD/bbl (2. Q/99: 14,73 USD/bbl). Insgesamt hatte sich der Rohölpreis in der ersten Hälfte des Jahres 2000 mit 26,85 USD/bbl gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres verdoppelt (1-6/99: 13,42 USD/bbl).

Demzufolge verdoppelte sich der Bereichsumsatz in E & P nahezu auf 394,90 Mio EUR (1-6/99: 203,48 Mio EUR). Auch der stärkere US-Dollar trug zur Umsatzausweitung bei: der Wechselkurs verbesserte sich von 12,66 ATS auf 14,35 ATS bzw. von 0,92 EUR auf 1,04 EUR.

Die hohen Ölpreise waren auch Hauptursache für die signifikante Verbesserung des Betriebserfolges, der auf 128,35 Mio EUR (1-6/99:
30,07 Mio EUR) anstieg. Dieser Anstieg wurde durch Hedgingmaßnahmen, die noch aus Verträgen aus dem zweiten Halbjahr 1999 stammen, gedämpft: Rund 29 % der gesamten Rohölproduktion wurden zu einem durchschnittlichen Preis von 14,30 USD/bbl verkauft. Somit lag der durchschnittlich erzielte Rohölverkaufspreis bei 22,98 USD/bbl. Neben höheren Erträgen aus den heimischen Aktivitäten des Unternehmens leisteten vor allem die internationalen Unternehmen in Libyen und in Großbritannien (UK) einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis, wobei alle produzierenden Beteiligungen ihr Ergebnis gegenüber dem letzten Jahr steigern konnten. Die Explorationskosten sanken um 7 % auf 18,64 Mio EUR (1-6/99: 19,99 Mio EUR), wobei diese aber für das Gesamtjahr über jenen des Vorjahres liegen werden. Bei einer quartalsweisen Betrachtung zeigt sich, dass die Explorationskosten im 2. Quartal mit 12,44 Mio EUR leicht über dem 1. Quartal mit 10,22 Mio EUR lagen, da es unterjährig projektbedingt zu zeitlichen Schwankungen kommen kann. Die Produktionskosten exklusive Abschreibungen und Förderzins (Operating expenditure, OPEX) konnten weiter verbessert werden und beliefen sich auf 4,66 USD/boe (1-6/99:
4,93 USD/boe).

Gegenüber dem Vorquartal ging das EBIT im 2. Quartal 2000 auf 55,27 Mio EUR (1. Q/00: 73,08 Mio EUR) zurück. Grund dafür waren in erster Linie die geringeren Absatzmengen durch eine Verkaufsmengenverschiebung in das nächste Quartal sowie eine geringere Erdgasproduktion in Österreich, die durch einen Anlagenstillstand hervorgerufen war. Dieser Rückstand soll aber in den nächsten Quartalen wieder aufgeholt werden können.

Die Produktion von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas stieg insgesamt um 5 % auf 13,84 Mio boe (1-6/99: 13,20 Mio boe). Dies entspricht einer täglichen Fördermenge von etwa 76.000 boe (1-6/99: rund 73.000 boe/Tag). Die Produktion von Erdöl und NGL stieg um 8 % auf 9,77 Mio bbl (1-6/99: 9,09 Mio bbl). Dafür zeichnen vor allem die höheren Fördermengen im UK und die neu dazugekommene Produktion in Australien verantwortlich. Die Erdgasproduktion blieb mit 24,46 bcf (1-6/99: 24,69 bcf) nahezu stabil, wobei der Rückgang der heimischen Produktion durch zusätzliche Fördermengen aus Australien und UK kompensiert wurde.

In Österreich waren zwei Explorationsbohrungen im Wiener Becken gasfündig, was längerfristig zu einer Stabilisierung der inländischen Erdgasproduktion beitragen sollte. Eine zusätzliche Erweiterungsbohrung stieß auf ein Öl- und Gasfeld. Vier Entwicklungsbohrungen waren erfolgreich, wodurch der natürliche Förderabfall kompensiert werden sollte. Im UK wurde ein Farm-in in der Nordsee abgeschlossen, indem OMV einen Anteil von 15 % am Block 204/27a und 204/28 sowie am Block 204/29b erwarb. Hingegen musste die Vrackie-Explorationsbohrung, die im ersten Quartal in Block 204/28 abgeteuft wurde, verfüllt und als trocken stillgelegt werden. In Libyen wurden durch einen neuen Ölfund beträchtliche Erdölvorkommen durch die Erweiterungsbohrung M3 im El Sharara Feld/NC 115 erfolgreich untersucht und bestätigt. In Australien stieß man bei einer Explorationsbohrung im Cooper-Becken auf Erdgas und bei einer anderen auf Erdöl. Die Vorarbeiten für die Entwicklung des Gasfundes Patricia-Baleen schritten voran. In Pakistan wurde die Erschließung des Miano-Gasfeldes mit den technischen Arbeiten für weitere Erdgasverarbeitungseinrichtungen fortgesetzt. Überdies konnte der OMV Konzern zwei neue onshore Explorationslizenzen in Block 2668-4 (Gambat) und Block 2871-6 (Yazman) erwerben.

Erdgas

2.Q/00 2.Q/99 in Mio EUR 1-6/00 1-6/99 1999 21,29 21,50 EBIT 52,82 51,79 106,10 21,55 21,69 Bereinigtes EBIT 53,30 52,57 111,74

Der Bereichsumsatz stieg um 41 % von 400,50 Mio EUR in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres auf 562,79 Mio EUR im Berichtszeitraum, was vorrangig auf höhere Erlöse, und hier insbesondere aus dem Gashandel zurückzuführen ist.

Dies war auch die Hauptursache für die Verbesserung des EBIT im Erdgasbereich, das einen leichten Zuwachs auf 52,82 Mio EUR (1-6/99:
51,79 Mio EUR) verzeichnen konnte. Die gestiegenen Gaspreise, die traditionell hinter der Entwicklung der Rohölpreise nachhinken, sowie positive Auswirkungen der Kosteneinsparungsmaßnahmen konnten die gesunkenen Absatzmengen im Berichtszeitraum leicht kompensieren. Bei der quartalsweisen Betrachtung lag der Betriebserfolg des zweiten Quartals 2000 mit 21,55 Mio EUR annähernd auf dem Niveau des zweiten Quartals 1999 mit 21,69 Mio EUR, wobei Ertragsrückgänge aus den WAG-Verträgen durch verbesserte Gashandels- und Speichererlöse ausgeglichen werden konnten. Die Erträge des zweiten Quartals 2000 lagen unter jenen des ersten Quartals, da sich der langfristig saisonale auftretende Nachfragerückgang dämpfend auf die Verkaufsmengen und Importerlöse auswirkte.

In der Geschäftseinheit Transit reduzierte sich der Erlös, wie bereits früher berichtet wurde, durch die im Rahmen der Verlängerung der WAG-Verträge veränderten Transportkonditionen. Jedoch konnte dieser Rückgang durch bessere Ergebnisse im Handels- und Speichergeschäft kompensiert werden. Die Erträge in den Beteiligungsgesellschaften aus der Gasdistribution litten unter den milden Witterungsverhältnissen, die sich absatzmindernd auf die Verkaufsmenge auswirkten.

Das wärmere Wetter im ersten Halbjahr führte, bedingt durch einen geringeren Gaseinsatz sowohl bei Industrie- wie auch bei Haushaltskunden, zu einem Rückgang des inländischen Verbrauchs um 5 %, d. h. von etwa 4,0 Mrd m3 auf etwa 3,8 Mrd m3. Dadurch verzeichneten die Importmengen einen leichten Rückgang um 2 % auf 2,96 Mrd m3 (1-6/99: 3,01 Mrd m3). Die Erdgaslieferungen der OMV sanken ebenfalls um 3 % auf 2,81 Mrd m3 (1-6/99: 2,90 Mrd m3). Die Speicherentnahmen stiegen im Berichtszeitraum um 8 %, wodurch die per 30. Juni 2000 für OMV-Kunden gehaltenen Erdgasmengen von 1,37 Mrd m3 im Vorjahr auf 1,10 Mrd m3 sanken. Die Transitmengen stiegen hingegen um 8 % auf 13,97 Mrd m3 (1-6/99: 12,96 Mrd m3). Verantwortlich dafür sind in erster Linie die Zuwächse der über die TAG (Trans-Austria Gasleitung) und HAG (Hungária-Austria Gasleitung) transportierten Mengen.

Im zweiten Quartal wurden die notwendigen Maßnahmen in Richtung Harmonisierung der österreichischen Gesetzgebung mit der europäischen Binnenmarktrichtlinie für Erdgas gesetzt: Der Entwurf zum Gaswirtschaftsgesetz (GWG) wurde im Parlament debattiert und im Juli als Teil des Österreichischen Energieliberalisierungsgesetzes vom Nationalrat verabschiedet. Die Bundesregierung beschloss eine stufenweise Liberalisierung des heimischen Gasmarktes, d. h. jedem Kunde mit einem Verbrauch über 25 Mio m3/Jahr steht ab 10. August 2000 die Wahl des Lieferanten frei. Eine zweite Stufe wird mit 1. Oktober 2002 in Kraft treten und sieht eine Öffnung des Marktes für sämtliche Endverbraucher vor. Aufgabe des GWG ist es vor allem, Transparenz und die Gleichbehandlung aller Marktteilnehmer zu gewährleisten. Außerdem regelt das Gesetz den Kauf und Verkauf, die Lieferung, den Transport (Fernleitung) und die Verteilung von Gas. Um diesen Bestimmungen Rechnung zu tragen wurde das Erdgasgeschäft des Konzerns in die drei Einheiten Supply, Marketing und Carrier (Transporteur) zusammengefasst, wobei sich OMV auch auf größere Aktivitäten in den Hubservices am Spotmarkt vorbereitet.

Tabellen siehe http://www.omv.at

(Forts.)

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