WirtschaftsBlatt über die AUA Nichts als Probleme für Austrian Airlines von Günter Fritz

Wien (OTS) - Österreichs nationale Fluglinie, Austrian Airlines, legt heute ihre Halbjahreszahlen vor: Diese sind wie das WirtschaftsBlatt schon vor einiger Zeit vorab berichtet hat, alles andere als berauschend: Wie Analysten heimischer Grossbanken jetzt bestätigten, hat die AUA-Gruppe heuer in den ersten sechs Monaten einen operativen Verlust von 287,6 Millionen Schilling eingeflogen. Zwar ist der Umsatz um 6,6 Prozent auf 9,987 Milliarden Schilling gestiegen, vor allem der hohe Ölpreis und die damit verbundenen Kerosinkosten machen sich in der Bilanz aber gar nicht gut. Dazu kommt noch, dass das Passagierplus mit 2,6 Prozent auch nicht gerade überwältigend ist. Dass der unbereinigte Betriebserfolg unter dem Strich dennoch im positiven Bereich liegt, hat mit dem Verkauf von Flugzeugen und Finanzanlagen zu tun, mit denen dem negativen Ergebnis entgegengewirkt wird ein durchaus erlaubter Kniff, mit dem sich die AUA etwas Luft verschafft. Diese haben die beiden Chefpiloten Herbert Bammer und Mario Rehulka auch bitter nötig, wenn sie ihr ehrgeiziges Ziel - am Jahresende ein Plus von einer Milliarde in der Bilanz stehen zu haben - annähernd erreichen wollen. Nicht umsonst wurde im Frühjahr ein 700-Millionen-Sparprogramm mit zurückgefahrenen Investitionen, Personaleinstellungsstopp, optimierten Flugrouten und verbesserter Auslastung eingeläutet. Dass sie damals noch erklärten, nicht an Flugzeugverkäufe und höhere Ticketpreise zu denken, hat sich mittlerweile überholt. Logisch: Denn wollen Bammer und Rehulka ihre zweite, bis 2003 laufende, Funktionsperiode mit Anstand beeenden, dann müssen sie sich bis dahin mit allen Mitteln eine Menge Probleme vom Hals schaffen: Zwar hat sich der Belegschaftsstreit bei ihrer Tochter Lauda Air entspannt, die dortigen Finanzprobleme sind aber längst nicht ausgestanden: Auch Niki Lauda muss heuer 254 Millionen einsparen. Und selbst die profitable Tochter Tyrolean musste zuletzt einige Strecken wegen zu geringer Auslastung einstellen. Die Konkurrenz ist gnadenlos da helfen auch schöne Reden nichts. Das grösste Kopfzerbrechen bereitet Bammer und Rehulka aber sicher der völlig eingebrochene Aktienkurs: Denn der erschwert nicht nur die endgültige Trennung vom 10-Prozent-Eigentümer Swiss Air, sondern erst recht die dringend nötige strategische und aktionärstechnische Neuausrichtung der AUA. (Schluss) gf

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