Professor Arthur West ist in Wien verstorben

Wien (OTS) - Der kommunistische Schriftsteller und ehemalige
Leiter der Kulturredaktion der Volksstimme, Arthur West, ist im Alter von 78 Jahren heute in Wien verstorben.

Aus dem vielfältigen literarischen Werk von West seien das 1961 prämierte Theaterstück "Frühling" und die Gedichtbände "Israel-Sprüche", "Männlicher Akt", "Zeitzeichen" und "Reinweh und Liederkehr" genannt.

Arthur West initierte und organisierte zwei Jahrzehnte lang "Das linke Wort" am Volksstimmefest, das zu einer Instiution für fortschrittliche LiteratInnen in Österreich geworden ist. Die Breite und Vielfalt der persönlichen Kontakte und Freundschaften von Arthur West hat sich an der Teilnahme vieler anerkannter Schriftsteller und Schriftstellerinnen (Ernst Hinterberger, Elfriede Jelinek,Peter Turrini,Michael Scharang, Franz Kain, Marie-Therese Kerschbaumer, Erwin Riess, Gerhard Ruiss, Erika Danneberg, Helmut Zenker) am Volksstimmefest widergespiegelt. KPÖ-Vorsitzender Baier bezeichnet das Ableben Arthur Wests "als schweren Verlust für Österreichs Kultur, die einen wichtigen Schaffenden und leidenschaftlichen Vertreter ihrer Forderungen verliert".

Bereits als Mittelschüler organisierte Arthur West nach dem Überfall der deutschen Faschisten auf Österreich eine Widerstandsgruppe in seiner Schule. Im Jänner 1939 mußte er gemeinsam mit seinen Eltern nach England emigrieren. Dort verdiente er seinen Lebensunterhalt als Fabriksarbeiter. Zu dieser Zeit begann auch seine schriftstellerische Tätigkeit - wobei er Theodor Kramer und Erich Fried kennen lernte, der auch Trauzeuge bei seiner Hochzeit war. Im Mai 1940 wurde er von den englischen Behörden interniert und nach Australien deportiert. 1941 freigelassen, durfte er nach England zurückkehren.

1943 schloß sich Arthur West dem Kommunistischen Jugendverband (KJV) an,

1945 wurde er Mitglied der KPÖ. Ebenfalls 1943 hatte sich Arthur West entschlossen in der englischen Armee gegen den deutschen Faschismus zu kämpfen.

Nach dem Krieg wirkte West als Lektor im Globus-Verlag der KPÖ und leitete von 1969 bis zu seiner Pensionierung die Kulturredaktion der KPÖ-Tageszeitung "Volksstimme". Durch seine Publizistik und in persönlicher Auseinandersetzung wurde Arthur West zum Bezugspunkt vieler fortschrittlicher Gegenwartskünstler. Die Existenzprobleme von Künstlern waren ihm auch als Vorstandsmitglied der Österreichischen Autoren stets ein wichtiges Anliegen.

Nachdem West von der bürgerlichen Kulturpolitik jahrzehntelang ignoriert worden war, wurde ihm im Jahr 1986 doch auch offizielle Anerkennung zuteil - West wurde mit dem Professorentitel für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Bis in seine letzten Lebenstage hinein nahm Arthur West intensiv am Leben der KPÖ teil.

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