Alfred Gusenbauer in NEWS: "Der SPÖ-Kanzlerkandidat bin ich"

Wien (OTS) -

  • Neuer SPÖ-Chef: "Habe noch mindestens zwei Jahre Zeit mich zu profilieren."
  • Steirischer SPÖ-Landesrat Günter Dörflinger: "Gusenbauer ist nicht auch automatisch SPÖ-Spitzenkandidat." Vorausmeldung zu NEWS 33/00 vom 17. August 2000 =

32 Prozent der Österreicher würden den SPÖ-Vize und Parlamentspräsidenten Heinz Fischer als SPÖ-Kanzlerkandidaten bevorzugen, 25 % den Industriellen und Ex-Vizekanzler Hannes Androsch. Den amtierenden SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer wünschen sich nur 12 Prozent der Befragten als SPÖ-Kanzlerkandidaten, berichtet NEWS in seiner morgen erscheinden Ausgabe. In der neuen NEWS-Gallup-Umfrage wurde das persönliche und politische Profil des neuen SP-Chefs abgefragt.

Deutlich auf Distanz zu Gusenbauer geht auch der steirische SPÖ-Landesrat Günter Dörflinger im neuen NEWS: "Es ist schädlich, dass die SPÖ den Fuß noch nicht auf den Boden bekommen hat. Über den SPÖ-Spitzenkandidaten wird man vor der Nationalratswahl diskutieren. Alfred Gusenbauer ist nicht automatisch Spitzenkandidat der SPÖ."

Im NEWS -Interview nimmt der neue SPÖ-Chef erstmals zur wachsenden Kritik an seiner Person und Politik Stelllung:

o "Ich bin mit über 99 % gewählt und kandidiere bei der nächsten Wahl. Es dauert eine gewisse Zeit, bis daß man Platz gefunden hat im Wohnzimmer der Österreicherinnen und Österreicher. Ich hatte bisher ein halbes Jahr Zeit und habe noch weitere 2 1/2 Jahre Zeit."

o Gusenbauer schließt im NEWS-Interview nicht nur dezidiert jede weitere Form der Zusammenarbeit mit der Schüssel/Khol-ÖVP aus, sondern auch eine schwarz-rote Koaltion unter welchem VP-Chef auch immer: "Ich stehe als Vize unter einem ÖVP-Kanzler sicher nicht zur Verfügung."

o Als Hauptfehler der SPÖ der letzten Jahre nennt Gusenbauer, "dass wir in der Regierung über Reformen zwar geredet haben, aber sie dann nicht durchgesetzt worden sind, weil es immer eine Gruppe gegeben hat, die gegen diese Reformen war."

o Zudem habe die SPÖ auch Fehler im Umgang mit Haider gemacht, so Gusenbauer zu NEWS: "Damit, dass man in einen generellen Reflex verfällt und sagt, pfui da kommt schon wieder der Haider, löst man sicher nichts. Ich glaube, richtig ist die Vorgangsweise, dass man -wenn Haider heiße Themen angreift - selbst den Stier bei den Hörnern packt und für diese Fragen selbst eine offensive politische Strategie entwickelt."

o Deutliche Sympathie zeigt Gusenbauer für den politischen Stil von FPÖ-Finanzmininister Karlheinz Grasser: "Für Grasser spricht, dass er einen anderen politischen Stil an den Tag legt als Haider und Westenthaler. Daher stehe ich seiner Person grundsätzlich positiv gegenüber.."

o Mit einer Überraschung läßt Gusenbauer in Sachen Burgenland-Wahlen aufhorchen. Der SPÖ-Chef zu NEWS: "Wenn der Landeshauptmann rehabilitiert aus diesem Untersuchungsausschuß hervorgeht, wäre ein SPÖ-Spitzenkandidat Karl Stix sicher eine starke Ansage. Falls es vorverlegte Wahlen im Burgenland gibt, dann gibt es die deswegen, weil ÖVP und FPÖ versuchen, politisches Kapital aus dem Kriminalfall Bank Burgenland zu schlagen, um selbst die Macht zu übernehmen. Wenn der Untersuchungsausschuß Stix voll rehabilitiert, dann sollte man doch die Rechnung nicht ohne den Wirt machen."

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