EU-Erweiterungsserie: Ungarn - Spitzenreiter unter den Kandidaten

Hervorragende makroökonomische Eckdaten - Nachholbedarf besteht noch im Infrastruktur- und Umweltbereich

Wien(PWK691) "Ungarn gehört zweifellos zu den Spitzenreitern unter den EU-Beitrittskandidaten der ersten Beitrittsrunde. Die makroökonomischen Eckdaten sind hervorragend, die Zuwachsrate des Bruttoinlandsproduktes im ersten Quartal 2000 erreichte fast 7%, die Inflationsrate liegt unter 9%, die Rate der Arbeitslosigkeit beträgt 7% und die ausländischen Investoren betrachten Ungarn als einen der interessantesten Standorte der Region", berichtet Österreichs Handelsdelegierter in Budapest, Peter Rejtö.

Die Hauptgründe für die erfolgreiche Umwandlung einer noch vor zehn Jahren staatlich geplanten Wirtschaft in einen erfolgreichen "player" der globalisierten Welt scheinen im Rückblick immer deutlicher erkennbar. Rejtö analysiert: Ungarn hat bereits im Staatssozialismus Ansätze von marktwirtschaftlicher Aktivität zugelassen und hat die Privatisierung radikaler als andere Reformstaaten durchgeführt. Im Zuge der Privatisierung wurden ausländische und insbesondere auch multinationale Investoren willkommen geheißen, frisches Kapital und modernes Know-how strömte ins Land. Ungarn verwandelte sich von einem nach Osteuropa ausgerichtetem Agrarexporteur in einen Erzeuger und Exporteur von elektronischen Bestandteilen und Kraftfahrzeugkomponenten, dessen überwiegender Auslandsmarkt die EU ist.

"Hausaufgaben" der ungarischen Wirtschaftspolitik bleiben jedoch der Ausbau der Infrastruktur, insbesondere der Autobahnausbau - da ausländische Investoren weitgehend entlang der bestehenden Autobahnen präsent sind -, der Ausbau einer leistungsfähigen Struktur von ungarischen Zulieferbetrieben um das "Inseldasein" der multinationalen Firmen zu beenden und die Förderung der ungarischen Klein- und Mittelbetriebe, so Rejtö. Besonderen Nachholbedarf habe Ungarn in Hinblick auf den EU-Beitritt auch auf dem Sektor des Umweltbereichs und generell bei der praktischen Umsetzung des Rechtsbestandes der EU in die Wirklichkeit des ungarischen Wirtschafts- und Rechtsalltags.

"Die aktuellsten und konkretesten Lieferchancen österreichischer Exporteure nach Ungarn ergeben sich auf den Gebieten, wo der Nachholbedarf Ungarns am größten ist", erklärt Rejtö. "Gerade die, im Zuge der Exportoffensive herausgebildeten Exportcluster, wie Umwelt, Wasser, KFZ-Zulieferung, um nur einige in Ungarn bereits tätige Gruppen zu nennen, finden auf dem ungarischen Markt laufend Lieferchancen und neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit."

Dass diese Chancen auch genützt wurden zeigen die Ergebnisse:
Österreich ist Ungarns zweitwichtigster Außenhandelspartner (an zweiter Stelle jeweils nach Deutschland export- und importseitig), umgekehrt ist Ungarn Österreichs viertwichtigster Exportmarkt (nach Deutschland, Italien und der Schweiz). Österreich ist der viertwichtigste Auslandsinvestor Ungarns und der österreichische Marktanteil an den ungarischen Einfuhren beträgt 10%, ein Anteil, den Österreich auf keinem anderen Auslandsmarkt erreicht.

ZUSATZINFORMATION: Interviews mit österreichischen Firmen, die am ungarischen Markt aktiv sind und über ihre praktischen Geschäftserfahrungen in Ungarn berichten, finden Sie heute im Internet auf der Homepage der Wirtschaftskammer Österreich http://wko.at
Morgen setzt die EU-Erweiterungsserie mit einem Bericht über die Tschechische Republik fort. Insgesamt wird täglich bis zum 1. September je über einen Erweiterungskandidaten berichtet. (Ne)

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