Aktuelle Umfrage der P&G Familien Initiative: Österreichs Kinderfreundlichkeit nur Lippenbekenntnis - GRAFIK (web)

Wien (OTS) - Über 90% der Österreicher sehen sich als tolerant gegenüber Kindern - rund drei Viertel stört es aber gleichzeitig, wenn Kinder "Kinder sind"

  • Eltern von Kleinkindern dadurch in ihrem Leben eingeschränkt
  • Probleme der Eltern resultieren aus mangelnder Toleranz der anderen

Kinder dürfen anders sein - nur auffallen sollten sie dabei
nicht

Kinder etablieren sich zwar zunehmend als Wahlkampfthema -kinderfreundlich ist Österreich aber bei weitem nicht, ergab eine aktuelle Studie der Procter&Gamble Familien Initiative :

Direkt gefragt, zeigen sich die Österreicher als durchaus tolerant gegenüber Kindern: 93% der Befragten meinen, "Kinder dürfen anders sein als Erwachsene" und 69% sind überzeugt, dass es "eben in der Natur der Sache liege, dass Kinder etwas lauter und unruhiger sind". Bei genauerem Nachfragen stellen sich diese Aussagen aber als Lippenbekenntnisse heraus. Im konkreten Fall wird typisches Kinderverhalten nämlich von rund drei Viertel der Befragten eher abgelehnt. So wird beispielsweise nicht akzeptiert, "wenn Kinder mit den Fingern essen", "alles angreifen" oder "wenn Kinder etwas lauter reden oder singen". Nur ein Drittel der Österreicher findet nichts dabei, wenn Kinder z.B. in der Straßenbahn singen.

Im öffentlichen Bereich sind Kinder unerwünscht

Im öffentlichen Bereich sind Kinder dementsprechend - so die P&G-Umfrage - von kinderlosen Erwachsenen eher nicht erwünscht. Die Sprösslinge zu Freunden und Bekannten mitzunehmen, ist für 85% der Befragten ohne Kinder kein Problem. In Cafes, Lokalen oder beim Heurigen sind die Kleinen aber nur von 40% der Befragten gern gesehen. Kinder ins Kino mitzunehmen, wird lediglich von 42% akzeptiert. Im Konzert oder Theater werden sie nur von 38% geduldet.

Drei Viertel sagen: Eltern sollten mehr zu Hause bleiben

Dazu passend, sprechen sich rund drei Viertel der Österreicher dafür aus, dass Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern zu Hause verbringen sollten und dass Kinder nach 20 Uhr in Lokalen oder bei Veranstaltungen nichts verloren hätten.

Viele Probleme resultieren aus der geringen Toleranz der Gesellschaft gegenüber dem Kind-Sein

Aus dieser Haltung der Österreicher resultiert in der Folge auch ein Gutteil der Probleme von Eltern mit Kleinkindern: Auf die Frage "In welchen Bereichen erleben Sie Behinderungen?" nennen Eltern mit Kindern unter 6 Jahren an erster Stelle "die Straße" und "die Geschäfte". Ebenfalls Schwierigkeiten nehmen sie in Lokalen/Restaurants sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln wahr. Vergleichsweise wenig Konfliktpotenzial gibt es im Wohnhaus und beim Treffen mit Freunden und Bekannten.

Sieht man genauer hin, was die Ursachen für die Schwierigkeiten sind, bilden sich zwei Bereiche heraus: die schon vielfach diskutierte mangelnde Kindereignung vieler öffentlicher Einrichtungen auf der einen Seite, aber eben auch die geringe Toleranz unserer Gesellschaft gegenüber dem Verhalten und den Bedürfnissen von Kindern - schlichtweg gegenüber dem "Kind-Sein".

So wurden von den interviewten Eltern häufig Probleme zur Sprache gebracht, die entstanden, weil ihre Kleinen "alles haben wollen", "alles angreifen", "etwas lauter und ausgelassener sind", "herumtollen", etc. Die mangelnde Akzeptanz dieser Verhaltensweisen führt bei den Eltern zu erhöhter Aufsichtspflicht und emotionalem Stress.

In anderen Ländern höhere Toleranz

Interessanter Österreich-Aspekt: Einzelne Eltern wiesen - abseits der repräsentativen Umfrage - darauf hin, dass sie diese Schwierigkeiten in Ländern mit einer anderen "Kinder-Kultur" wie z.B. Italien oder Frankreich nicht hätten. Die Sprösslinge würden dort anders behandelt werden und könnten eher so sein, wie sie eben sind.

Mehrheit sieht den Alltag als nicht ausreichend auf Kinder abgestimmt

Zusätzlich zu diesen gesellschaftsbedingten Behinderungen, sind Kleinkind-Eltern aber auch mit baulichen Hindernissen u.ä. konfrontiert: Ungeeignete Ein- und Ausstiege bei öffentlichen Verkehrsmitteln, steile Treppen bei Unterführungen, hohe Gehsteigkanten, keine oder enge Gehwege, etc. werden im Rahmen der Umfrage von 57% der Befragten "als nicht ausreichend auf Kinder abgestimmt" angeführt.

Trotzdem wird Österreich überwiegend als "kinder-freundlich" betrachtet

Veränderungen sind jedenfalls in beiden Bereichen notwendig. Einfacher zu erzielen wären Fortschritte bei der kindgerechten Ausstattung öffentlicher Einrichtungen. Ein Bewusstseins- und Verhaltenswandel bedarf zweifellos nachhaltigerer Bemühungen.

In krassem Widerspruch zu dieser Situation steht die Selbsteinschätzung der Österreicher: Immerhin 46% der Befragten sehen Österreich "alles in allem" als kinderfreundlich. 45% antworteten auf diese Frage neutral, und nur 8% sehen die Kinderfreundlichkeit der Alpenrepublik in einem kritischen Licht.

Kinder werden als Teil unseres Gesellschaftssystems gesehen, aber nicht als bereichernde Individuen

Kinder werden in Österreich - so das Fazit der P&G Familien Initiative-Umfrage - sehr stark im Hinblick auf unser Gesellschaftssystem betrachtet. "Kinder sind unsere Zukunft" sagen 89% der Befragten. 75% sehen die heranwachsende Generation als "wichtigen Wirtschaftsfaktor" und 77% meinen, "Kinder gehören eben zu einer richtigen Familie". Als wertvolle Individuen und als "bereichernd" werden sie lediglich von 55% empfunden.

(Siehe auch APA/AOM - Original Grafik Service - Grafik Nr. 0089-0008 und 0088-0008) - Grafik auch abrufbar auf APA/OTSweb:
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