"Kleine Zeitung" Kommentar: "Zwiespältiges Lob" (von Johannes Kübeck)

Ausgabe vom 16.8.2000

Graz (OTS)- Sozialministerin Elisabeth Sickl hat, wie man so
sagte, einen Lauf. Sie führt nicht nur ein riesiges Ressort, dessen überwiegend SP-orientierte Beamtenschaft der FP-Ministerin passiven Widerstand leistet, ihr sind auch selber zu viele Fehler passiert. Bei der Besetzung ihres Führungsteams leistete sie sich wiederholt Fehlgriffe und ihre öffentlichen Ansagen verwirrten nicht nur die Öffentlichkeit, sondern waren zuletzt auch für einige der eigenen Parteifreunde "nicht mehr nachzuvollziehen".

Wer solche Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Wie wohltuend ist da die Treue eines einfachen Parteimitglieds aus der Kärntner Heimat, das zuletzt die "sehr gute Arbeit" der Ministerin lobte. Ein Großgrundbesitzer kann die Arbeit einer Schlossherrin eben besser beurteilen als ein kleinkarierter Klubobmann.

Und wie wohl muss Sickl sich fühlen, weil ihr Kollege Martin Bartenstein jetzt mahnend sagte, man tue der Sozialministerin Unrecht.

Doch Sickl muss wachsam bleiben. Das Wohlwollen Bartensteins und der ÖVP ist zwiespältig. In einer Koalition lebt man von den Schwächen des Partners oft besser als von den eigenen Stärken. ****

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