Harald Krassnitzer steht in Wien für die ORF-Co-Produktion "Der Briefbomber" vor der Kamera

Wien (OTS) - Im Schloß Schönbrunn werden zurzeit Szenen zu "Der Briefbomber" gedreht.

"Der Briefbomber" ist der Arbeitstitel einer Co-Produktion von ORF und ZDF, die sich der Briefbombenanschläge annimmt, die Österreich in den Jahren 1993 bis 1997 erschütterten. Der TV-Politthriller ist keine dokumentarische Aufarbeitung der Ereignisse, sondern deren fiktionale Nacherzählung und Nachempfindung. In dramatisierter Form schildert sie den Terror der sogenannten "Bajuwarischen Befreiungsarmee" aus der Sicht jenes Kriminalpsychologen, der in einer eigens eingerichteten Sondereinheit des Innenministeriums zur Lösung des Falls wesentlich beitrug. "Wir wollen möglichst authentisch vorgehen. Aus dem Drehbuch ist eine faszinierende psychologische Menschenstudie geworden", sagt Torsten C. Fischer, der Regisseur. Gestern drehte Harald Krassnitzer für diesen Film zum ersten und einzigen Mal in Wien, danach gehen die Dreharbeiten wieder in Hamburg weiter. In "Der Briefbomber" spielt Krassnitzer den leitenden Sprengstoffexperten Josef Retzbach. Der ORF-Sendetermin ist derzeit mit Ende 2000 geplant.

"'Der Briefbomber' ist ein sehr mutiges Projekt über ein brisantes Thema, das vor allem die österreichische Öffentlichkeit lange Zeit in Atem hielt. Ich bin stolz, daß der ORF für die Realisierung dieses nicht alltäglichen Filmprojekts das ZDF in bewährter qualitätsbewußter Verbundenheit gewinnen konnte und die Geschichte trotz fiktionaler, dramatisierter Ansätze im hohen Grade authentisch verfilmt", kommentiert ORF-Programmintendantin Mag. Kathrin Zechner das jüngste Projekt ihrer Filmabteilung. "Das ausgezeichnete Drehbuch von Holger Karsten Schmidt, die hervorragenden Schauspieler Sylvester Groth, Bibiana Beglau, Harald Krassnitzer, Karl Fischer, Karlheinz Hackl, um nur einige zu nennen, sowie Regisseur Torsten C. Fischer, der mit dem heiklen Thema verantwortungsbewußt umzugehen weiß, garantieren dem Fernsehpublikum anspruchsvolle Unterhaltung, die nicht auf Bombeneffekte abzielt, sondern durch psychologische Feinarbeit beeindruckt", verspricht Zechner.

Die Rolle des Psychologen, im Film heißt er Frank Meyer, spielt Sylvester Groth, als leitende Kommissarin der Sondereinheit, Irina Zehender, steht Bibiana Beglau vor der Kamera, die Rolle des leitenden Sprengstoffexperten Josef Retzbach verkörpert Harald Krassnitzer. Den Part des Briefbombenattentäters, im Film Martin Fechter, übernimmt Karl Fischer. In weiteren Rollen spielen Wolfgang Böck, Andreas Guenther, Edita Malovcic, Karlheinz Hackl, Gregor Seberg, Karl Heinz Bochnig u. v. a.

Regie führt der krimierfahrene Torsten C. Fischer nach einem Drehbuch von Holger Karsten Schmidt.

"Die Geschichte der österreichischen Briefbombenaffäre ist so detailreich und komplex, daß man daraus locker einen Dreiteiler hätte machen können. Wir versuchen den Stoff in einem rund hundertminütigen Film unterzubringen und konzentrieren uns dabei auf das Wesentliche dieser Causa", erzählt Regisseur Fischer. "Wir werden trotz fiktionaler Teile möglichst authentisch vorgehen und halten uns dabei strikt an die Zeiten und Abläufe der Ereignisse. Das Drehbuch zu diesem Film ist im Prinzip eine faszinierende psychologische Menschenstudie geworden, die ein besonderes Dreiecksverhältnis beschreibt. Darin geht es um die Vorgehensweisen zweier Menschen, die versuchen, gemeinsam einen anderen Menschen zu jagen und zur Strecke zur bringen", so Fischer weiter.

Für Hauptdarsteller Sylvester Groth, der den Psychologen Frank Meyer mimt, war das Thema ebenso faszinierend. Über seine Rolle sagt er:
"Es ist hochspannend, wie dieser Berufstand arbeitet, im speziellen wie der wirkliche Psychologe Thomas Müller die Zusammenhänge hergestellt und daraus seine Schlußfolgerungen gezogen hat. Ich habe zu diesem Fall viel Pressematerial gelesen, umfassendes ORF-Material gesichtet, Polizeivideos angeschaut und mich natürlich auch mit Thomas Müller persönlich getroffen, um mich so möglichst gut auf meinen Part vorzubereiten. Schließlich geht es um einen besonderen Kriminalfall mit heiklem politischen Hintergrund."

Zum Inhalt:
In der Zeit zwischen 1993 und 1997 erschütterten mehrere Serien von Bombenattentaten die österreichische Politik, Öffentlichkeit und Justiz: 25 Briefbomben, drei Rohrbomben, vier Tote und elf zum Teil schwer Verletzte standen am Ende dieses größten politisch motivierten Verbrechens der österreichischen Nachkriegsgeschichte zu Buche. Der in die Ermittlungen involvierte Kriminalpsychologe Frank Meyer ist schon sehr früh der Überzeugung, bei jener ominösen "Bajuwarischen Befreiungsarmee", die für die Attentate verantwortlich zeichnet, handle es sich nur um eine einzige Person. Meyer kommt aufgrund seiner Erfahrungen, die er im Rahmen seiner Ausbildung beim FBI gemacht hat, zu dem Schluß, daß alle Hinweise, die der Polizei zur Verfügung stehen, auf einen zwanghaften, wenn auch überdurchschnittlich intelligenten und gebildeten Täter hindeuten. Meyers Thesen stoßen anfangs auf wenig Begeisterung. Sowohl die Leiterin der Sonderkommission, Irina Zehender, als auch der Sprengstoffexperte Josef Retzbach sind zunächst eher skeptisch. Aber auch politisch wird auf die Ermittler Druck ausgeübt: Dem zuständigen Innenminister Matthäi (Karlheinz Hackl) liegt viel daran, die Bombenattentate öffentlichkeitswirksam der in jüngster Zeit beunruhigend erstarkten rechtsradikalen Szene in Österreich zuschreiben zu können. Während die Sonderkommission zwischenzeitlich sogar aufgelöst wurde und Meyer mit einer Anklage wegen Hochverrats bedroht wird, kommen er und Irina Zehender einander näher. Als dann aber trotz der Inhaftierung von zwei Neonazis eine neuerliche Bombenserie startet, arbeiten die Ermittler weiter, diesmal mit Erfolg. In einer dramatischen Aktion und unter Einsatz aller möglichen psychologischen Tricks wird mit Martin Fechter jener Mann festgenommen, der die ganze Zeit hinter den Attentaten stand.

"Der Briefbomber" ist eine Co-Produktion von ORF und ZDF, hergestellt von Multimedia Hamburg in Zusammenarbeit mit Satel Wien.

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