"Kleine Zeitung" Kommentar: "Streikgeld" (von Claus Albertani)

Ausgabe vom 15.08.2000

Graz (OTS) - Der Schelm denkt wie er ist. So oder so ähnlich
klingt ein geflügeltes Wort. Gemeint ist dabei, dass es unmöglich ist, sich auf Dauer zu verstellen, bei irgendeiner Nebenbemerkung kommt heraus, was der Betreffende wirklich denkt.

Die Politik liefert täglich eindrucksvolle Beispiele dieser ungewollten Offenlegungen.

Aktuellstes Beispiel ist der Pressesprecher der Beamtengewerkschaft, der gegen die Ankündigung von Vizekanzlerin Riess-Passer protestiert, sie werde im Fall eines Beamten-Streiks "die ersten drei Tage nicht mehr bezahlen".

Es gelte, so der GÖD-Sprecher, das Gehaltsgesetzt. Wer aber nun denkt, der Streik sei im Gehaltsgesetz geregelt, wird enttäuscht, dem ist nicht so.

Worum also geht es dem Schelm? Um die Passage, wonach einem Dienstnehmer, der "mehr als drei Tage unentschuldigt dem Dienst fernbleibt", für die Gesamtdauer der ungerechtfertigten Abwesenheit die Bezüge gestrichen werden.

Wer also nur drei oder weniger Tage unentschuldigt fernbleibt, bekommt seine Beüge weiter. Oder auf gut Deutsch: Streiken Beamte weniger als vier Tage, blechen das die Steuerzahler.

Kein Schelm, wer schlechtes dabei denkt. ****

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