Essstörungen - Hilfe, ich bin zu dick!

Wien (OTS) - Selbst die Mode und die Werbung, die "superschlanke" Models oft als Schönheitsideal präsentieren, rücken in letzter Zeit davon ab. Auch Politiker beschäftigen sich mit Essstörungen als Folge einer gesellschaftlichen Entwicklung, deren Resultate Magersucht, Bulimie und Esssucht sind. Laut einer Studie aus Wien geben knapp 40 Prozent von 1.900 befragten Schülerinnen und Schülern an, unter ihrer Figur zu leiden.

"Essstörungen gelten immer noch als Tabuthema. Doch in der Familie oder in Selbsthilfegruppen können sie erfolgreich behandelt werden. Die Krankheit tritt oft mit der Pubertät auf, ist aber auch in bestimmten Berufsgruppen, zum Beispiel bei Fotomodellen oder Tänzern, immer wieder zu finden. Und nicht nur Frauen, sondern auch Männer sind davon betroffen", sagt Dr.Heinz Peter Slatin vom Österreichischen Roten Kreuz.

Eine Form von Essstörungen ist die Magersucht. "Untergewicht bis zur völligen Abmagerung führt zu allgemeiner Schwäche oder Herzrhythmusstörungen. Schlechte Zähne, brüchige Nägel und das Ausbleiben der Regel sind Folgen", sagt Slatin. Magersucht ist oft eine Folge von Ängsten. Diese Ängste zu überwinden ist Hauptziel der Therapie. Slatin: "Dabei steht die Kontrolle über das Essverhalten im Vordergrund. Das Gefühl von Hunger und Sättigung muss neu erlernt werden."

Eine andere Form ist die Ess-Brech-Sucht oder Bulimie. "Dabei kommt es zu Anfällen von Heißhunger. Es wird gegessen, bis man nicht mehr kann, dann folgt zunächst absichtlich herbeigeführtes Erbrechen, kombiniert mit Schuldgefühlen", sagt Slatin. Oft wird dieses Verhalten geheim gehalten. Auch hier können schlechte Zähne und Untergewicht die Folge sein. Begleitet wird die Bulimie oft von Depressionen.

Egal in welcher Form Essstörungen auftreten: Die Heilungschancen sind um so größer, je früher ein Arzt aufgesucht wird. Slatin: "Er kann klären, ob die Abmagerung nicht auch andere Gründe hat. Eine Therapie in Selbsthilfegruppen oder in der Familie ist erfolgversprechend. Am wichtigsten ist es aber, die Isolation zu durchbrechen und das Thema anzusprechen. Essstörungen sollten erkannt und behandelt werden, bevor sie zu einer Krankheit werden."

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