"Neues Volksblatt" Kommentar: "Rechner" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 14. August 2000

Linz (OTS) - Als Rechnungshof-Präsident kann Franz Fiedler sicher mit dem Rechenstift umgehen. Die 50 Milliarden Schilling, mit der er das Einsparungspotential einer Totalreform der öffentlichen Verwaltung beziffert, können durchaus ihre Richtigkeit haben. Allerdings ist nicht bekannt, was Fiedler unter "Totalreform" versteht.

Niemand bestreitet, dass der Rechnungshof-Präsident und seine Freunde im Geiste recht haben: Neun Landesregierungen weniger, neun Landtage samt den dazugehörenden Apparaten weniger - das ergibt tatsächtlich ein ordentliches Einsparungspotential. Die Medaille hat aber auch eine andere Seite: Was kostet der Zentralismus? Was bleibt an Bürgernähe und Heimatgefühl auf der Strecke? Kann man die Geschichte eines Landes mit einem Federstrich auslöschen?

Zentralisten wollen von solchen Fragen nichts wissen. Für sie zählt nur eines: Österreich ließe sich von Wien aus ohne aufsässige Landespolitiker viel leichter regieren. Das Thema kommt jedes Jahr im Sommer und immer dann, wenn ein bestimmter steirischer Landespolitiker in die Zeitungen will. Dass die Bürger noch nicht gefragt wurden, ob sie den Verwaltungseintopf wollen, hat seinen Grund: Dann wäre es nämlich um ein schönes Sommerthema geschehen!

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