Zierler zu Kindesmissbrauch: Differenzierte Betrachtungsweise nötig

Auch Berufsverbot in pädagogischen oder - zumindest teilweise - in sozialen Berufen vorstellbar

Wien, 2000-08-12 (fpd) - "So völlig undifferenziert wie Doris
Tazl, die gestern die Forderung nach der Watchlist stellte, darf man das Problem nicht sehen. Überlegenswert ist grundsätzlich jede Idee, die den Ausbau des Kinderschutzes fördert, aber zu Lynchjustiz und zur Gefährdung Unschuldiger darf es nicht kommen. Ein Veröffentlichung im Internet, wie Tazl gestern forderte, wäre kontraproduktiv", so heute FPÖ-Generalsekretärin Theresia Zierler. ****

Abgesehen davon, dass der Schutz des Opfers und der Schutz potenzieller Opfer immer Vorrang haben müsse, sei auch eine differenzierte Betrachtung der Täter, der Tat und der davon abhängigen Gefährdung notwendig. Der Fall eines rechtskräftig verurteilten Wiederholungstäters sei für sie z.B. der Punkt, an dem Resozialisierung auf keinen Fall zu Lasten der Rücksichtnahme auf das Schutzbedürfnis anderer gehen dürfe und die potenzielle Gefahr aufs Geringste reduziert werden müsse.

Daher haben für sie eine Sexualstrafregisterkartei und zentrale Meldestellen als Mittel der Bekanntmachung höchste Priorität, damit Auskünfte an Einrichtungen wie Sicherheitsbehörden, Ärzte oder Jugendwohlfahrtseinrichtungen erteilt werden können.

Auch ein Berufsverbot in pädagogischen und auch - zum Teil zumindest - in sozialen Berufen sei für sie, Zierler, vorstellbar. Zierler erinnerte in diesem Zusammenhang an die Fälle, in denen z.B. behinderte Menschen Opfer von sexuellem Missbrauch wurden.

"Wir müssen zum Schutz der Kinder ein besseres Netz aufzubauen Denn wenn Kinder die Opfer von sexuellem Missbrauch werden, bedeutet für sie eine solche Tat fast immer lebenslang, nämlich lebenslanges Leid", so Zierler abschließend.

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