Mit 16

Klagenfurt (OTS) - Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik
"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Mit 16 reif zum Wählen? Michael Ausserwinkler wurde noch belächelt, als er
das aktive Wahlrecht für 16-Jährige zur Diskussion stellte. Doch die SPÖ ließ nicht locker. Die Initiative wurde von Peter Ambrozy weiterentwickelt. Und heute bekennen sich alle drei Fraktionen zur Herabsetzung des aktiven Wahlalters bei Kommunalwahlen. Der Rechts-und Verfassungsausschuss machte gestern einstimmig den Weg frei, dass bereits bei den Gemeinderatswahlen 2003 auch Jugendliche ab 16 wählen werden.
Dennoch wird auch weiter die Frage diskutiert werden; sind 16-Jährige reif genug? Doch genau diese Frage ist nicht zielführend. Genauso ließe sich ernsthaft fragen, ob 30-Jährige, oder 60-Jährige reif genug sind? Oder ob 30-Jährige "politische Verführung" und Propaganda immer klar von politischer Argumentation trennen können? Vieles aber spricht dafür, dass Jugendliche genauer wissen, was sie in ihrem Lebensbereich selbst wollen und weniger darauf achten, zu wollen, was andere vorgeben. Sie sind noch nicht politisch eingenistet. Das ist eine Stärke der nun noch jüngeren Jungwähler und auch eine Herausforderung für die Parteien. 16-Jährige wollen eines sicher nicht: Vorgekautes. Sie werden selbst abschmecken wollen, was da politisch gekocht wird.
Das genau aber macht Sinn. Das große Engagement, zu dem Jugendliche mehr als andere Altersgruppen fähig sind. Dieses darf nicht enttäuscht werden. Sollten 16-Jährige nach der Wahl erkennen müssen, dass sie nur der Stimmenmaximierung dienten, dann werden sie ihrem Wahlrecht, vielleicht auf Dauer - den Rücken kehren.

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