Korosec: Vorschriften über Hundehaltung - zu wenig Information !

Wien (OTS) - In der Diskussion um ein Verbot von großen
Hunderassen wurde bisher einer Tatsache zu wenig Beachtung geschenkt: Viele Bissverletzungen könnten vermieden werden, würden die bestehenden Gesetze und Verordnungen über das Führen und Verwahren von Hunden eingehalten. Oft wissen die Hundehalter gar nicht, welche Verwahrungspflichten sie schon auf Grund der Gesetzeslage trifft und welche Verordnungen bezüglich Hundehaltung in ihrer Gemeinde gelten. "Die Gemeinden sollten hier besser informieren und aufklären!" fordert Volksanwältin Ingrid Korosec.****

Zugebissen

"Mein Sohn wurde vor einem Jahr auf dem Weg zum Kindergarten
von einem Hund gebissen. Der Hund sprang über den viel zu
niedrigen Zaun. Das könnte jederzeit wieder passieren. Aber die Gemeinde unternimmt nichts!" Mit dieser Beschwerde wandte sich
Herr N. aus Niederösterreich an die Volksanwaltschaft.

Die beunruhigenden Fakten: Auf einem Grundstück, das schräg gegenüber vom Kindergarten liegt, werden mehrere große Hunde gehalten. Im Garten sind Erdhügel aufgeschüttet, von denen aus die Hunde den Zaun leicht überspringen können. "Die Kinder haben Angst", sagt Herr N. "Es wäre von dem Hundehalter doch nicht zu viel verlangt, sein Grundstück höher einzufrieden oder zumindest die Erdhügel abzutragen."

Dieser schaltet aber auf stur: Zu dem Vorfall sei es damals nur gekommen, weil das Kind die Hunde gereizt habe. Die Gemeinde habe ihm baurechtlich alles genau so bewilligt, wie es jetzt sei, also werde er nichts verändern, um "nicht auch noch Probleme mit der Baubehörde zu bekommen"....

Mangelnde Überwachung

Die Ermittlungen der Volksanwaltschaft ergaben: Schon vor
Jahren wurde in der Gemeinde eine Verordnung erlassen, die das Führen und Verwahren großer Hunde regelt. Nur kümmert sich die Gemeinde offenbar nicht um die Einhaltung dieser Bestimmungen und informierte die Hundebesitzer auch nach dem tragischen Vorfall
nicht entsprechend. Nach dieser Verordnung wäre der Hundehalter unter anderem verpflichtet, eine sichere Einfriedung zu bauen.

Korosec: "Auch Behörden sind verantwortlich !"

"Die vorliegende Beschwerde ist leider - wie auch die jüngsten Berichte in den Medien zeigen - kein Einzelfall", so Volksanwältin Korosec. "Gesetze und Verordnungen bringen nichts, wenn sie
niemand kennt und deshalb nicht befolgt." Das betrifft nicht nur
die Hundehaltung, sondern auch viele andere Bereiche: Mehr
Klarheit, mehr Information und eine bessere Durchsetzung des geltenden Rechts könnten helfen, Streitigkeiten und Unfälle zu vermeiden. "Ein Gutteil der Verantwortung dafür liegt bei den Behörden", betont die Volksanwältin. "Es ist ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Bürger über ihre Rechte, aber auch Pflichten Bescheid wissen."

Im Fall "Hundehaltung" wäre das gar nicht so schwer: Man könnte jedem Hundehalter mit der Aushändigung der Hundemarke ein
Merkblatt in die Hand drücken, in dem er auf seine Verantwortung und seine Sorgfaltspflichten hingewiesen wird.

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