"Neue Zeit" Kommentar: "Schwarzer Peter" (von Peter Kolb)

Ausgabe vom 10.8.2000

Graz (OTS). Die Schmerzgrenze von LH Waltraud Klasnic muss unendlich hoch sein - und in der Bundes-VP scheint man das zu wissen. Ansonsten ist es nicht erklärbar, warum sie immer wieder sowohl von ihren niederösterreichischen "Parteifreunden" als auch von ihrer Bundesparteiführung brüskiert wird. Wer sich wie Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mit dem Taschenspielertrick "Ich wollt' ja, aber der Strasser hat" aus der Affäre zieht, der hätte sich schon mehr als einmal wenigstens die Drohung mit der Abspaltung verdient, welche die steirische Volkspartei immer gerne vor Wahlen spielt.Doch einerlei. Das Abstellgleis, für das in Sachen Semmeringbasistunnel für Waltraud Klasnic von ihrer Bundespartei immer die Weiche gestellt zu sein scheint, hat offenbar doch einen Ausweg. Die Hoffnung der steirischen Volkspartei heißt nun Hannes Bauer, wenn man der Argiumentation von Landesgeschäftsführer Reinhold Lopatka folgt. Bauer ist sozialdemokratischer Naturschutzlandesrat und soll nun das tun, was weder Wolfgang Schüssel, noch Waltraud Klasnic, noch Niederösterreichs LH Erwin Pröll und auch nicht Innenminister Ernst Strasser zuwege bringen konnten und auch nur wollten. Er soll den entsprechenden Bescheid erlassen, der das Eisenbahnprojekt bisher und wahrscheinlich weiter noch blockiert. Es liegt also an einem SP-Politiker, den Inhalt der Plakate der Volkspartei zum SBT ("Durchgesetzt") auch Realität werden zu lassen. Bedauernswert, angesichts solcher Parteifreunde auf den politischen Gegner zu hoffen.

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