Grafik: Österreicher gehen als erste in Pension

Wirtschaftskammer: Weg der Bundesregierung richtig, das Pensionsantrittsalter anzuheben und das Budget zu entlasten

Wien(PWK679) Österreicher gehen weltweit am frühesten in Pension. Ein internationaler Vergleich der Erwerbsbeteiligung im pensionsnahen Alter (Männer: 60 bis 64 Jahre, Frauen: 55 bis 59 Jahre) zeigt, dass Österreich die niedrigste Erwerbsquote aufweist. 1998 lag die sogenannte "participation rate" (Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung) in Österreich bei 13,2% bei Männern und 18% bei Frauen
(http://www.infografik.at/aktuell_liste.asp).

Diese Zahlen beweisen, dass der Weg der Bundesregierung richtig ist, das Pensionsantrittsalter anzuheben und damit das Budget zu entlasten. Sie zeigen aber auch das ganze Dilemma, in dem sich unser Pensionssystem derzeit befindet. Einerseits leben immer mehr Menschen immer länger und es gibt immer mehr Pensionsbezieher. Andererseits verursachen ältere Arbeitnehmer immer höhere Arbeitskosten im Betrieb. Das verkraften viele Unternehmer nicht mehr. Deshalb müssen so rasch wie möglich die Lohnnebenkosten bei älteren Arbeitnehmern gesenkt werden. Dies würde auch die Bereitschaft der Unternehmen stärken, ältere Arbeitnehmer länger zu beschäftigen. Wer nicht länger als bis 60 Jahre arbeiten will, soll dies auch in Zukunft können. Dann aber mit Abschlägen von der Pension. Wer länger arbeiten will, soll länger arbeiten können, aber mit entsprechenden Zuschlägen zur Pension. Wenn dies gelingt, haben die Menschen die Freiheit der Wahl und das Finanzierungs-System ist besser gesichert.

Grundsätzlich ist sich die Wirtschaftskammer einig mit der Bundesregierung, dass unser Pensionssystem grundlegend verändert und ein "Drei-Säulen-Modell" (staatliche Vorsorge/betriebliche Zusatzvorsorge/Eigenvorsorge) eingeführt werden muss. Die Wirtschaftskammer hat dazu schon einen konkreten Vorschlag auf den Verhandlungstisch mit den Sozialpartnern gelegt. Unter dem Titel "Abfertigung neu" soll für bisher Beschäftigte das bestehende System im wesentlichen weiterlaufen, allerdings unter zwei Bedingungen:

1. Für Rückstellungen soll die gesetzlich vorgeschriebene Wertpapierdeckung fallen, was zu einem "Liquiditätsschub" im Ausmaß von 20 Mrd Schilling führen würde. Fremdkapital könnte dann in Eigenkapital umgewandelt und die enormen Nachteile österreichischer Firmen im europäischen Bilanzvergleich beseitigt werden.
2. Das neue System ist kostenneutral und orientiert sich an den durchschnittlich zu leistenden Abfertigungen. Die monatlichen Beitragsleistungen werden bestmöglich veranlagt und können im "Rucksack-Prizip" bei einem Jobwechsel zum neuen Arbeitgeber mitgenommen werden. Da die Zahlungen nach 25 Jahren eingestellt werden können, sinken die Lohnnebenkosten bei älteren Arbeitnehmern über 45 Jahren.

Damit kann nicht nur die Altersarbeitslosigkeit bekämpft, sondern auch die kleinen und mittleren Betriebe entlastet werden. Durch monatliche Zahlungen werden Liquiditätsengpässe vermieden, falls Abfertigungsverpflichtungen "stoßweise" auftreten. Dann könne es auch nicht mehr vorkommen, dass Unternehmen, deren Inhaber die Altersgrenze erreicht haben und zusperren wollen, in die Insolvenz getrieben werden.

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