VP-STROBL: Wiener VP lehnt Aufnahmsprüfungen für weiterführende Schulen ab

Schulen (BS, BHMS und ORG) - Die Frage nach punktuellen Aufnahmsprüfungen ist geschichtlich und pädagogisch überwunden und daher kein brauchbares Mittel, um die anstehenden Probleme der Schülerströme vernünftig zu beeinflussen. Alle wissenschaftlichen Studien zeigen, dass das Instrument der punktuellen Prognose untauglich ist. Die ÖVP-Wien lehnt daher eine Wiedereinführung der Aufnahmsprüfungen ab.

Der Wiener Gemeinderat und VP-Bildungssprecher Walter STROBL setzt auf moderne Formen der Information und Beurteilung und schlägt ein eigenes Modell vor:

1.)
objektive Information für Eltern und Schüler
ab der 3. VS beginnend in Hinblick auf weiterführende Schulen, Anforderungen
ab der 3. HS und AHS weiterführende Schulen (BS , BHMS und ORG) keine Werbeveranstaltungen von Direktoren und Buhlen um Kinder -
Tag der offenen Türe, Besuch an der Schule und Kontakt mit Eltern und Schülern ist informativer
2.)
moderne Diagnoseformen für Interessen und Begabungen
nationale Leistungsstandards nicht nur für AHS und BHMS (zentrale Maturafragen)
zentrale Schularbeitskataloge an allen Schnittstellen für 4. VS und 4. HS auch 4. AHS für spezielle Schulanforderungen wie z.B. HTL auch Standardisierte Leistungstests als Möglichkeit
Schulen werden vergleichbarer und verlässlicher (regionale Unterschiede in Wien)
Dient als Information und Entscheidungshilfe für Eltern,
wird durch ein Einfließen in die Beurteilung automatisch zu einer verbindlichen Zulassungsmöglichkeit
Führt zu einer massiven Entlastung v.a. der VS-Lehrer
3.)
Berufs- und Schullaufbahnberatung
Auf Basis längerfristiger Beobachtungen schon ab den 3. Klassen (VS, HS, AHS)
Interessens- und Begabungsdifferenzierung ab 13. Lebensjahr (7. u. 8. Schulstufe)
Derzeit nur durch ÖVP-Schulversuchsmodell "Differenzierte Kooperationsschule" am Standort der Hauptschule gewährleistet Intensive und objektive Schul- und Berufslaufbahnberatung Informeller Beratungspass für jeden Schüler (Leistungsübersicht diagnostischer Verfahren, Begabungsschwerpunkte, Empfehlungen etc.) 4.)
Aufwertung der Hauptschule durch Kooperationen
Derzeit bietet in Wien nur ein Schulmodell eine umfassende Begabungs-und Interessensdifferenzierung, das ÖVP-Modell der "Differenzierten Kooperationsschule"
das ist ein HS-Modell mit vertikaler Kooperation mit weiterführenden dieses Modell bietet: Orientierung,
Stützung und Förderung, höchste Professionalität und Objektivität durch HS-, AHS- und BHMS-Lehrereinsatz, Durchlässigkeit zu allen weiterführenden Schularten, Sicherheit und Verlässlichkeit in der Entscheidungsfindung für geeignete Schulformen durch differenzierte Abschlüsse und Zertifikate und nicht zuletzt erspart es den Schülern und Eltern teure und belastende Nachhilfestunden

Die zuletzt diskutierte Aufnahmsprüfung ist ein Hilfeschrei zu einer Entwicklung, der man nicht weiter tatenlos zusehen darf. "In Wien gehen bereits über 60% aller 10-Jährigen in eine AHS-Unterstufe. Das ist ein Weg, der nicht nur die Hauptschulen zum Sterben bringt, sondern vor allem die AHS-Unterstufe umbringt und dort eine Art Gesamtschule schafft, die keiner will", erklärt STROBL

STROBL sieht in der Aufwertung der Hauptschule durch vertikale Kooperationen mit weiterführenden Schulen (wie das ÖVP-Modell der "Differenzierten Kooperationsschule" bereits zeigt) eine geeignete Möglichkeit, eine pädagogisch sinnvolle Alternative zur AHS-Unterstufe. Dieser bereits als Schulversuch funktionierende neue Schultyp der "Differenzierten Kooperationsschule", ist keine Gesamtschule und bietet für alle Schüler ein durchlässiges Angebot mit differenzierten Abschlüssen und Zertifikaten, das von der Vorbereitung auf die Berufsschule, auf eine weiterführende Mittlere Schule (Handelsschule etc.), auf eine Berufsbildene Höhere Schule (HTL, HAK etc.) bis zur Matura am ORG reicht.

STROBL forderte auch die AHS-Direktoren auf, einen falsch verstandenen Wettbewerb zwischen den Schulen zu beenden. "Es geht nicht darum, wer die meisten Schüler hat und um keine Konkurrenz zwischen AHS-Unterstufe und Hauptschule, sondern um eine Qualitätssicherung des Schultyps. Wer die AHS-Langform weiter auffüllt bis sie platzt, wird vielleicht öffentlich verbal-ideologisch gegen eine Gesamtschule auftreten, diese aber an der eigenen Schule bereits selbst gezüchtet haben", warnte STROBL vor einer weiteren Expansion im AHS-Bereich.

Neueste wissenschaftliche Studien aus den USA zeigen, dass die Intelligenz ganz allgemein, in den Ballungsgebieten aber besonders zunimmt. Die Studie zeigt, dass vor allem Technologie, Urbanität und Bildung dafür ausschlaggebend sind.
Wenn man davon ausgehen, dass dies auch für Österreich gilt, dann rechnet STROBL automatisch mit einer langsamen aber beständigen Zunahme bei den höheren Bildungsabschlüssen. 60% in der AHS-Unterstufe, wie das derzeit in Wien passiert, ist aber sicher eine Illusion.
Derzeit beginnen rund 8.000 Wiener Schüler jährlich eine Schullaufbahn im Gymnasium, nur 3.600 schließen diese Ausbildung mit der Matura ab (Stand: 1997).
Wenn man als Basis die Schülerquote für die AHS-Unterstufe hernimmt, dann gibt es eine mehr als 50%ige Dropoutrate. Der Großteil der Schüler sitzt also im falschen Schultyp. Das sind jene unzähligen pädagogischen Kinderschicksale, die nur mit Wiederholungsprüfungen, Repetieren und Unmengen von Nachhilfestunden ihre Schulpflicht (bis zum 15. Lebensjahr) in einer AHS-Unterstufe schaffen oder dann noch später in der Oberstufe ausscheiden.
"Für diese Schüler müssen wir ein didaktisch modernes unterstützendes und förderndes Angebot anbieten und entsprechend dafür werben." Die neue Form der Hauptschule, die "Differenzierte Kooperationsschule" mit vertikaler Kooperation bietet dies.

In Wien wird es ab Herbst insgesamt 17 derartige neue Hauptschulformen geben, da auch 11 private Hauptschulen, das von der ÖVP entwickelte Modell übernehmen werden. Dem SPÖ-Schulversuch "Schulverbund", einer Art Gesamtschule zwischen Hauptschule und AHS-Unterstufe, gibt STROBL aufgrund der bisherigen Schwierigkeiten bei weiterführenden Schulen z.B. der HTL, wenig Zukunftschancen. "Außerdem gibt es für Gesamtschulmodell in Österreich keine politischen Mehrheiten."
"Jetzt müssen wir durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit auch noch den Wr. Stadtschulrat davon überzeugen, dass er objektiv und offensiv über die Wiener Angebote informiert und nicht nur einseitig das SPÖ-Modell einer Gesamtschule anpreist", schloss STROBL.

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