Laska: Große Erfolge in der niederschwelligen Drogenarbeit

Präsentation der Jahresberichte des Vereins Wiener Sozialprojekte

Wien, (OTS) Seit nunmehr 10 Jahren setzen sich rund 57 MitarbeiterInnen des Vereins Wiener Sozialprojekte im Auftrag der Stadt Wien für die Reintegration von Menschen ein.
Ziel der Arbeit des Vereins Wiener Sozialprojekte ist vor allem
die Durchführung von Maßnahmen zur sozialen, sozialtherapeutischen und medizinischen Betreuung von Drogenabhängigen und anderen Randgruppen. Darüber hinaus liegt der Schwerpunkt in der besseren Bewältigung von Krisensituationen, die Verhinderung von Verelendung, die Vermittlung therapeutischer Hilfe, die gesundheitliche, soziale und berufliche Rehabilitation sowie die Reintegration dieses Personenkreises durch gezielte Maßnahmen in den Arbeitsprozess, um so den Klienten Chancen für die Zukunft zu eröffnen. Darüber berichtete Vizebürgermeisterin Grete Laska am Dienstag im Bürgermeister-Pressegespräch.

1999 brachte die Gemeinde Wien ein Investitionsvolumen von
26,3 Millionen Schilling für die Arbeit in der niederschwelligen Drogenarbeit auf. Die Auswirkungen der krassen Budgetkürzungen der Bundesregierung sind natürlich auch in diesem Bereich schmerzlich zu spüren: Denn die Subventionen für Streetwork in der Drogenarbeit wurden bereits um 6,8 Prozent gekürzt. 30 Prozent der Zivildienerstellen sind nicht besetzt. "Aber nicht nur die finanziellen Kürzungen, sondern vor allem die strafverschärfenden Maßnahmen sind einmal mehr ein signifikantes Zeichen für die radikale und diskriminierende Vorgangsweise der
Regierungsparteien. Die bisherige gesetzliche Vorgabe war darauf ausgerichtet Menschen zu helfen und nicht, wie es die Bundesregierung nun plant zu Kriminalisieren." betonte Vizebürgermeisterin Laska, es gehe darum, zu helfen und nicht zu kriminalisieren.****

Die Projekte gliedern sich in fünf Themenbereiche auf:

Ganslwirt und Streetwork - Riesenerfolg in der Infektionsprophylaxe

1999 wurde im Sinne einer Infektionsprophylaxe über 800.000 sterile Einwegspritzen abgegeben (das bedeutet pro Tag einen
Schnitt von 2.200). Die Rücklaufquote beträgt 89 Prozent. Diese Ergebnisse sind ein Indiz dafür, dass das Spritzentauschprogramm sowie die "Safer Use" - Beratung greift und das Gesundheitsbewusstsein der KlientInnen nach wie vor steigt. Gemeinsam mit der Etablierung der Substitutionsbehandlung - ist es die Hauptursache dafür, dass die HIV-Prävalenz unter DrogenkonsumentInnen seit Beginn de 90er Jahre dramatisch sinkt.

Streetwork - Anteil der Jugendlichen sinkt

Wien nimmt im internationalen Vergleich im Bereich der Vermeidung einer Eskalation der offenen Drogenstraßenszene einen Spitzenplatz ein. Steigend ist jedoch das Alter der KlientInnen:
Am Karlsplatz finden mittlerweile 22 Prozent aller Kontakte mit Personen ab 30 Jahren statt. Am Westbahnhof bzw. Südtiroler Platz sind es sogar 37 Prozent. Besonders bewährt hat sich dabei sicher der weitere Einsatz einer mobilen Anlaufstelle am Südtiroler
Platz. Diesen Personen, denen offenbar der Ausstieg nach einer langen Drogenkarriere nicht gelingt, wird verstärkt Aufmerksamkeit zuteil. Der Anteil der Jugendlichen ist hingegen erfreulicherweise gesunken (9 Prozent am Karlsplatz und 4 Prozent am Westbahnhof).
Die "Alten Drogen, Opiate, Medikamente und Kokain" gelten bei den Jugendlichen als "uncool". " Das ist einmal mehr ein Zeichen für uns das wir in Wien mit unserer Drogenpolitik am richtigen Weg
sind" so Laska.

Ganslwirt - erfolgreiche Arbeit im 9. Jahr

1999 verzeichnete der Ganslwirt gesamt 16.223 Besuche durch
821 verschiedene Personen. Aufgrund der zahlreichen Maßnahmen und Projekte konnte der fortschreitende Verelendungsprozess der Drogenstraßenszene gestoppt werden. Stattdessen gibt es jedoch
eine steigende Nachfrage nach weiter gehender sozialer und medizinischer Betreuung. Nach wie vor verhindert aber die Kriminalisierung Suchtkranker eine optimale sozialmedizinische Behandlung bzw. Betreuung. KlientInnen mit einer besonders
schweren körperlichen Erkrankung, mit psychiatrischen Auffälligkeiten oder exzessiven Konsumphasen bei langandauernder Suchtkrankheit sind nicht dauerhaft in alternative Einrichtungen vermittelbar. Sie benötigen über einen bestimmten Zeitraum eine besonders intensive Einzelbetreuung im Ganslwirt. Die ambulante medizinische Versorgung von Suchtkranken am Wochenende und an Feiertagen obliegt allein dem Ganslwirt-Ambulatorium. Dies führt aufgrund der beschränkten Kapazität zu sehr hohen Belastungen für die BetreuerInnen.

Betreutes Wohnen - gute Erfolge aber wenige Wohnplätze

"Wohnen lernen" durch eine ambulante Wohnbetreuung ist auch
im Fall von - ehemaligen - DrogenkonsumentInnen möglich. Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss ist die intensive sozialtherapeutische Betreuung. Seit 1996 haben 12 Personen die Betreuung erfolgreich abgeschlossen und konnten in eine eigene Wohnung vermittelt werden. Damit verbunden ergab sich auch eine messbare Verbesserung in der Schuldensituation, des
Erwerbseinkommen und des Drogenkonsum. Das Angebot der derzeit 18 Wohnplätze kann die Nachfrage nicht decken. Die Wartezeit beträgt durchschnittlich sechs Monate.

"Sozialökonomischer Betrieb Fix & Fertig" - Der "arbeitsscheue Giftler" ist ein Klischee

Berufstätig zu sein, stellt in unserer Gesellschaft eine grundlegende Bedingung für die Integration dar. Keine Arbeit zu haben, kann gerade für Drogenkonsumierende schwer wiegende Folgen haben. "fix und fertig" bietet je nach Möglichkeit eine Beschäftigung als fallweise tätige Tagesarbeitskraft oder als 30-bzw. 40 Stunden-Transitarbeitskraft in einem Arbeitsverhältnis über die Dauer eines Jahres. Im Postversand konnten beispielsweise im Vorjahr 164 KlientInnen über 3.600 mal als so genannte Tagesarbeitskraft mitarbeiten. Im Laufe der letzten fünf Jahre stieg das Angebot der Transitarbeitsplätze im Bereich Siebdruck
und Renovierung kontinuierlich, sodass heuer bereits 19 Transit-
und 14 Tagesarbeitsplätze zur Verfügung stehen und seit 1995 insgesamt 84 Personen beschäftigt werden konnten.

Der "arbeitsscheue Giftler" ist jedenfalls ein Klischee: Denn die Nachfrage nach betreuten Arbeitsplätzen kann kaum befriedigt werden. 25 Männer und Frauen bewerben sich täglich. Etwa 10 Personen von ihnen müssen aufgrund mangelnder Jobs abgelehnt werden. Das Projekt wird von der Stadt Wien und vom Arbeitsmarktservice Wien gefördert. (Schluss) bz

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