"Werbesteuerfalle" trifft Tausende

Wirtschaftskammer warnt vor dem 15. August 2000

Wien(PWK674) Am 1. Juni trat die Werbeabgabe in Kraft. In weiten Gebieten Österreichs wurde diese Bundessteuer neu eingeführt, die erste Abgabepflicht entsteht am 15. August. Eine Kriminalisierung droht allen, die nicht wissen, dass sie neuerdings 'Abgabenschuldner' beim Finanzamt sind.

Schon seit Jahren tritt die Wirtschaftskammer Österreich gegen jede Form von Kommunikationssteuern auf, also auch gegen die inzwischen eingeführte bundesweite "Werbeabgabe". Diese bringt zwar eine Absenkung der früheren Ankündigungs- bzw. Anzeigenabgabe von üblicherweise 10 auf nunmehr 5 Prozent - aber mit einer ganzen Anzahl von Schönheitsfehlern.

Das Werbeabgabegesetz 2000 trat zwar am 1. Juni 2000 in Kraft, der Durchführungserlass des Finanzministeriums erfolgte aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. "Hier wurde husch pfusch ein Gesetz gebastelt", kritisiert der neue Vorsteher des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der WKÖ, Walter Ruttinger: "Tausende sollen Werbesteuer zahlen und wissen vielleicht davon gar nichts!"

Zwar sind durch die Verhandlungen der Wirtschaftskammer mit dem Finanzministerium Direct Mails, Hauspostwürfe, Messeveranstaltungen und Internetauftritte von der Steuer nicht erfasst worden. Allerdings lässt der Gesetzestext Interpretationsmöglichkeiten zu, etwa bei der Duldung der Benützung von Flächen und Räumen zur Verbreitung von Werbebotschaften.

"Hier kann jeder Speditionsunternehmer, der Lkw-Planen mit Werbeaufschriften seiner Kunden gestaltet hat, betroffen sein", so Ruttinger. "Selbst die Vermieter von Hinweis- und Dauerwerbetafeln könnten mit der Straftat der Abgabenverkürzung Bekanntschaft machen." In diesem Zusammenhang kritisiert die Wirtschaftskammer Österreich die viel zu niedrig gegriffenen Bagatellegrenzen. Demnach tritt schon bei einer Werbeleistung von 13.760,30 S (1000 Euro) im Jahr die volle Steuerpflicht ein. Diese ist bis zum 15. des auf die Werbeleistung zweitfolgenden Monats fällig. Somit sind Werbeabgaben, die den Juni 2000 betreffen, am 15. August fällig. Die Verrechnung bei den größeren Medien dürfte im Großen und Ganzen funktionieren.

Im Zweifel empfiehlt der Fachverband Werbung und Marktkommunikation unbedingt, verbindliche Auskünfte vom Finanzamt einzuholen. Informationen gibt es auch im Fachverbandsbüro, Tel. 01/50105-0. (MH)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Walter Ruttinger
Tel: 0664/22 37 150Fachverband Werbung und Marktkommunikation

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK