AK Tumpel: Statt "Privatisierung" der Nachhilfe, muss die Schule mehr fördern

AK Wien Erhebung: Private Nachhilfe teurer geworden - kräftigste Preiserhöhung bei Sprachen

Wien (AK) - "Würde die Schule mehr fördern statt auslesen, könnten sich Eltern für die private Nachhilfe viel Geld ersparen," kritisiert AK-Präsident Herbert Tumpel. Heuer werden österreichweit rund 42.000 SchülerInnen eine Klasse wiederholen müssen, allein in Wien sind es etwa 6.300. Für die private Nachhilfe ihrer Kinder geben die Eltern pro Jahr rund 1,5 Milliarden Schilling aus. Daher fordert Tumpel:
Automatisches Aufsteigen mit einem Nichtgenügend, mehr Nachhilfe durch die Schule selbst und ein besseres Frühwarnsystem. Eine AK-Erhebung für private Nachhilfestunden in Wien zeigt: Die Preise für eine private Einzel-Nachhilfestunde sind gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent teurer geworden. Im Schnitt kostet eine Stunde Nachhilfe 222 Schilling. Der günstigste Nachhilfelehrer verlangt 75 Schilling, der teuerste 420 Schilling. Wesentlich kostspieliger sind Lerninstitute: Eine Einzelnachhilfestunde kann bis zu 930 Schilling kosten.****

Die AK-Konsumentenschützer haben die Kosten für den privaten Nachhilfeunterricht hauptsächlich im Wiener Raum untersucht sowie bundesweit die Preise für Einzel- und Gruppenunterricht in Lerninstituten. Meist geben Studenten, Lehrer und Professoren private Nachhilfe. Auch Privatlehrer bieten immer wieder ihre Dienste an.

Büffeln mit Privatlehrer teurer geworden
Privater Nachhilfeunterricht ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 4 Prozent teurer geworden: Kostete 1999 noch eine Stunde Nachhilfe im Schnitt 214 Schilling, so sind es heuer durchschnittlich 222 Schilling.
Der günstigste Nachhilfelehrer verlangt für eine Lern-Stunde 75 Schilling, der teuerste 420 Schilling.

Eltern müssen für eine Stunde Nachhilfe in Mathematik, kaufmännischen oder technischen Fächern zwischen 100 und 390 Schilling rechnen. Diese Preise sind im Vergleich zum Vorjahr sogar im Schnitt um knapp 3 Prozent billiger geworden.

Hat der Sprössling einen Nachzipf in Deutsch oder in einer Fremdsprache, so wird es den Eltern die Sprache verschlagen: Die Preise sind im Schnitt um rund 15 Prozent teurer geworden. Heuer verlangen die Lehrer zwischen 140 und 400 Schilling.

Lerninstitute erheblich teurer
Der Preis für eine Stunde Einzelnachhilfeunterricht liegt zwischen 90 und 930 Schilling. Im Schnitt müssen die Eltern mit 351 Schilling rechnen.

Die drei billigsten und die drei teuersten Anbieter:
Anbieter Fächer Unterrichtseinheit Kosten pro 60 Min. "aha","Mühletor"- alle 60 Minuten 90 Schilling Jugendbetreuung, Bludenz
Seminarhaus Tor zur Sonne, Ex) 60 Minuten 150 Schilling Falkenstein/NÖ
IMF Lerninstitut, Wien alle 90 Minuten 170 Schilling SMI Lerninstitut, Wien alle 60 Minuten 480 Schilling Pinzgauer Lernzentrum, alle 45 Minuten 480 Schilling Saalfelden
Berlitz Sprachstudio,Wien D,E,F,I,SP 40 Minuten 930 Schilling

In Kleingruppen kommt der Unterricht billiger. Es werden sogar kostenlose Kurse angeboten, die teuerste Lernstunde kommt auf 480 Schilling.

Die drei billigsten und teuersten Anbieter:
Anbieter Fächer Gruppe Unterrichtseinheit Kosten/60 Min Bäder Akademie, Wien E,F,I unterschiedlich gratis Lernhilfe-Projekt, alle max 4 Pers. 60 Minuten 70 Schilling Bludenz
Team Plus, Wien M,RW, max 5 Pers. 100 Minuten 80,4 Schilling

BWL,Sprachen
Pinzgauer Lernzentrum alle 2 Pers. 45 Minuten 320 Schilling Saalfelden
br@in-/learn/think/ alle max 2 Pers. 60 Minuten 400 Schilling act, Dornbirn
Berlitz Sprachstudio, D,E, 2-3 Pers. 40 Minuten 480 Schilling Wien F,I,SP
x) D(Deutsch);E(Englisch);M(Mathematik);F(Französisch);SP(Spanisch); I(Italienisch);BWL(Betriebswirtschaftslehre);RW(Rechnungswesen)

Je nach Institut dauert eine Lernstunde zwischen 45 und 100 Minuten.

Schule muss fördern
Ein öffentliches Schulsystem, welches ein derart teures privates Nachhilfesystem zulässt, ist sozial selektiv. Dieser Entwicklung sieht die AK mit Sorge entgegen. Nachhilfe muss auch für Kinder aus einkommensschwachen Familien möglich sein, sagt AK-Präsident Tumpel. In den letzten Jahren gibt es ständig steigende Repetentenquoten - in manchen Klassen haben mehr als die Hälfte aller Schüler Nachhilfe in einem Gegenstand, und das das ganze Jahr über.

Die Schule muss mehr fördern statt auslesen, fordert AK-Präsident Tumpel:
+ Schüler sollen mit einem Nichtgenügend automatisch aufsteigen können: Wer in 12 von 13 Fächern eine positive Note hat, soll nicht sitzen bleiben müssen, verlangt Tumpel. Der AK-Präsident drängt auf ein verpflichtendes Frühwarnsystem, wenn sich bereits zum Halbjahr ein negatives Abschneiden abzeichnet. Wird das Frühwarnsystem verbessert und im Folgejahr Förderunterricht angeboten, ist den Schülern mit automatischem Aufsteigen mehr geholfen als mit der Wiederholung einer Klasse.
+ Die Schulen sollen verstärkt kostenlose Nachhilfe das ganze Jahr über anbieten, wie auch eine spezielle Förderung vor Schulbeginn oder "Schüler-helfen-Schüler"-Angebote.

Tipps der AK-Konsumentenschützer
+ Holen Sie mehrere Angebote ein, und vergleichen Sie die Preise.
+ Fragen Sie beim Gruppenunterricht, in welchem Alter die Kinder sind. Der Lernerfolg ist meist schlechter, wenn das Alter der Kinder ungleich ist.
+ Die Preisübersicht der privaten Anbieter und Lerninstitute finden Sie im Internet unter www.akwien.at/Konsumentenschutz. Die Erhebung kann auch telefonisch unter der Wiener Telefonnummer 501 65 - 401 oder per E-Mail bestellservice@akwien.or.at bestellt werden.

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