"Neues Volksblatt" Kommentar: "Ein bisserl ..." (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 8. August 2000

LINZ (OTS) - Warnungen vor einer "Zwei- Klassen-Gesellschaft" in
der medizinischen Versorgung durch eine Versicherungspflicht statt der Pflichtversicherung liegen etwas daneben. Denn sie suggerieren, dass die Leistungen jetzt absolut einheitlich sind _ was nicht der Fall ist. Kosten, die vom einen Versicherungsträger übernommen werden, sind beim anderen aus eigener Tasche zu berappen _ ohne, dass sich der Versicherte hier irgendetwas aussuchen könnte. Und auch die Betreuungsqualität in Spitälern kann ziemlich unterschiedlich sein.

Vor allem übersehen die Warner aber, dass seitens der Regierungsparteien gleich ein bisserl was an entscheidenden Prämissen aufgestellt wurde: Es müsse ein einheitliches Mindestleistungsangebot geben, niemand dürfe von seiner gewählten Versicherung gekündigt, niemand als Versicherter abgelehnt werden. Die Versuchung für Versicherungen, sich die Rosinen aus dem Versichertenkuchen herauszusuchen, also etwa keine Frauen im gebärfähigen Alter, keine Älteren oder keine chronisch Kranken zu versichern, wäre damit also von vornherein unterbunden. Ob sich das daraus mögliche bisserl Wettbewerb auf dem kleinen österreichischen Markt überhaupt rechnet, ist aber fraglich. Daher die These zur laufenden Diskussion: Ein bisserl Lärm, und nicht viel mehr.

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