Bundesregierung stellt Wirtschaftlichkeit vor Gesundheit

Mauerhofer warnt vor "Aushungern" des Wiener Krankenanstaltenverbundes

Wien (GdG/ÖGB). Große Gefahr für die Arbeitsbedingungen der 32.000 MitarbeiterInnen des Wiener Krankenanstaltenverbundes und damit Verschlechterungen in der Versorgung der Wiener PatientInnen sieht die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), Hauptgruppe II, durch die laufenden Finanzausgleichsverhandlungen zwischen Bund und Ländern. "Wenn Wien von der Bundesregierung wie geplant ausgehungert wird, sind weitere Budgetkürzungen für Spitäler und Pflegeheime zu erwarten", befürchtet Monika Mauerhofer, Vorsitzende der Hauptgruppe II.++++

Seit 1993 werden im Wiener Krankenanstaltenverbund Rationalisierungsmaßnahmen in Milliardenhöhe durchgezogen, gleichzeitig bemühen sich immer weniger MitarbeiterInnen um die Gesundheit von immer mehr PatientInnen. "Auch wenn Gangbetten sich häufen - bis jetzt musste in Wien noch kein Patient abgewiesen werden", so Mauerhofer weiter.

Notbudget ermöglicht keine Rücklagen

Die seitens der Stadt Wien geplante Ausgliederung des Krankenanstaltenverbundes mit dem Hinweis auf die Maastricht-Kriterien kann aus Sicht der Gewerkschaft dieses Problem nicht lösen. Die Möglichkeit, dass sich die Krankenhäuser Geldrücklagen bilden, um diese bei Bedarf zu verwenden, ist aus heutiger Sicht nur theoretisch vorhanden. "Was soll denn für Notzeiten gespart werden, wenn das nächste Budget bereits ein Notbudget ist?", gibt Mauerhofer zu bedenken.

Bezüglich der geplanten Ausgliederung hat Stadtrat Rieder Gespräche mit der Hauptgruppe II aufgenommen. Seitens der Gewerkschaft werden externe Experten für personalwirtschaftliche, finanztechnische und juristische Fragen beigezogen. "Um eine Beurteilung des Konzeptes durchführen zu können, sind noch wesentliche Fragen zu klären", so Mauerhofer abschließend. (ew)

ÖGB, 8. August 2000
Nr. 671

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