"Kleine Zeitung" Kommentar: "Fromme Wünsche" (von Antonia Gössinger)

Ausgabe vom 7.8.2000

Graz (OTS) - Versicherungspflicht statt Pflichtversicherung: Was
auf den ersten Blick mehr Wahlfreiheit für den Einzelnen verheißt, birgt viele Fallstricke. Der Katalog an Bedingungen, die nach dem Willen der Regierungsparteien an eine freie Krankenversicherungswahl geknüpft werden sollten, ist jetzt schon sehr umfangreich. Dabei sollen die Experten sich des Themas erst ab nächstem Jahr annehmen.

Die Versicherungen dürften sich nicht die Rosinen herauspicken, fordert die eine Regierungspartei. Das heißt, die Versicherungen dürften sich nicht nur der Jungen und Gesunden annehmen, sondern müssten auch die Alten und Kranken als "Kunden" behalten. Die Versicherungen dürften kein Risiko ablehnen und niemand dürfe von der Versicherung gekündigt werden, fordert die zweite Regierungspartei. Das sind lauter fromme Wünsche!

Warum sollten Versicherungen sich um Risikopatienten reißen? Und wenn schon, dann um teure Münze. Deutschland hat seine schlechten Erfahrungen bereits gemacht. In den USA und in England droht mit jeder Erkrankung die Existenzvernichtung.

Nicht überall, wo Wahlfreiheit draufsteht, ist Fortschritt drin. Die Angst vor einer Zwei-Klassen-Medizin scheint gerechtfertigt.****

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