profil: BA-HVB-Deal: Gutachten vermutet Umgehung von Übernahmegesetz

Gesamter BA-Bankbetrieb soll in Sparkasse Stockerau ausgelagert werden

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, sorgt die geplante Übernahme der Bank Austria durch die HypoVereinsbank für Diskussionen. "profil" zitiert in diesem Zusammenhang aus einer Expertise des renommierten Wiener Rechtsanwalts und Universitätsprofessors, Christian Hasmaninger, wonach durch die beabsichtigte Auslagerung des Bankbetriebs in die "Bank Austria NewCo" und anschließende Übertragung auf die HypoVereinsbank das österreichische Übernahmegesetz umgangen werde. "Die Transaktionsstruktur wurde ausschließlich gewählt, um die Anwendung des Übernahmegesetzes zu vermeiden", argumentiert der Jurist. Laut Hausmaninger sei die geplante Transaktion rechtlich nur dann zulässig, "wenn die HypoVereinsbank ein entsprechendes Pflichtangebot an alle übrigen Aktionäre der Bank stellt". Die Bank Austria argumentiert gegeüber "profil", dass es sich um keine Übernahme im Sinne des Gesetzes handle. Konzernsprecher Martin Hehemann: "Es findet ein Aktientausch auf Eigentümerebene statt."

Am Mittwoch dieser Woche muss sich der Vorstand der Bank Austria laut "profil" einem Hearing bei der Übernahmekommission stellen, die bereits ein Verfahren eingeleitet hat. Kommissions-Vertreter Mario Gall zu "profil": "Wir machen uns jetzt ein Bild und werden anschließend einen entsprechenden Bescheid erlassen."

"profil" berichtet weiters über Details der geplanten Abwicklung der Transaktionen. Demnach soll der gesamte Bankbetrieb der BA einschließlich der BA/CA-International - die Zustimmung der Hauptversammlung vorausgesetzt - zum 1. Jänner 2001 in die Konzerntochter Sparkasse Stockerau AG eingebracht werden. Das kleine Institut verfügt, wie auch die BA über eine Ausfallshaftung der Gemeinde Wien. Zudem ist der größte BA-Aktionär, die der Gemeinde Wien nahestehende Anteilsverwaltung Zentralsparkasse, mit Namensaktien an der Sparkasse Stockerau beteiligt. Diese sollen auch nach der Einbringung und der Übernahme durch die HypoVereinsbank erhalten bleiben.

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