profil: Görg: "FPÖ hat schamlose Art"

Wiener ÖVP-Obmann attackiert FPÖ scharf - keine Koalition mit FPÖ, "schon gar nicht mit einem Herrn Kabas" - FPÖ ist "hemmungslos populistisch und nicht zuverlässig"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" äußert der Wiener ÖVP-Obmann Bernhard Görg scharfe Attacken gegen die FPÖ. Zu einer eventuellen schwarz-blauen Koalition auch für Wien befragt, sagt Görg wörtlich:
"Gerade mir wird kein Mensch unterstellen können, dass ich mit der FPÖ koalieren will. Schon gar nicht mit einem Herrn Kabas. Für uns gibt es entweder eine Koalition mit der SPÖ oder die Opposition."

Auf die Aussagen von Wiens FP-Chef Hilmar Kabas und Verteidigungsminister Herbert Scheibner, die erklärt hatten, dass das Ausländerthema auch bei der nächsten Landtagswahl in Wien im Vordergrund stehen werde, reagierte der Wiener ÖVP-Chef mit scharfer Kritik. Görg im "profil"-Interview: "Das erfüllt zweiffellos den Tatbestand der gefährlichen Drohung. Die FPÖ wird sich in ihrer schamlosen Art dieses Themas wieder bemächtigen. Es bleibt ihr offenbar nichts anderes übrig, um wieder Stimmen lukrieren zu können." Nachdenklich stimme ihn, "dass das auch Herr Scheibner bestätigt", meint der ÖVP-Politiker. "Von Herrn Kabas habe ich es nicht anders erwartet."

Auch in seiner prinzipiellen Einschätzung der FPÖ kommt der Wiener ÖVP-Chef zu einem überaus kritischen Urteil. Görg im "profil"-Interview: "Ich habe die Freiheitlichen immer für hemmungslos populistisch und nicht zuverlässig gehalten. Außerdem habe ich diese leicht braunen Ausrutscher immer verurteilt." Daran ändere auch die Zusammenarbeit in der Bundesregierung nichts. Görg:
"Die FPÖ hat sich auf Bundesebene konstruktiver verhalten, als ich das für möglich gehalten hätte. Das heißt aber nicht, dass sich nach nur sechs Monaten Regierung mein Bild von ihr nachhaltig verändert hat."

Nach der kommenden Landtagswahl in Wien, die Görg schon im Frühjahr" erwartet und für die er als Wahlziel seiner Partei "20 Prozent oder mehr" angibt, glaubt der ÖVP-Landesparteiobmann an einen Koalitionswechsel. Görg zu "profil": "Wenn ein Partner nicht mehr will, hat es keinen Sinn, ihn zu zwingen. Aber wenn früher gewählt wird, ist klar, dass die SPÖ eine andere Regierungsform möchte."

Als Hauptgrund für die von ihm konstatierte steigende Präferenz in der Wiener SPÖ für eine Koalition mit den Grünen sieht Görg die Zusammenarbeit zwischen ÖVP und FPÖ auf Bundesebene. Görg: "In der SP mehren sich aufgrund der Bundessituation jene Kräfte, die die Schwarzen nicht mehr sehen können." Görg will aber auch in der Opposition "selbstverständlich" Wiener ÖVP-Chef bleiben.

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