"Kleine Zeitung" Kommentar:"Fundus" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 4.8.2000

Graz (OTS) - Ganze Wahlkämpfe hat die FPÖ damit bestritten, indem sie Belege auswertete, die ihr aus dem ÖGB oder der AK zugespielt worden sind. Man erinnere sich nur an die Affäre Alois Rechberger, die mehreren hochrangigen Gewerkschaftern den Kopf kostete. Oder an das Taferl mit dem Luxusbezug des steirischen AK-Direktors, mit dem Jörg Haider im TV-Duell den da maligen Bundeskanzler Franz Vranitzky zum Schwitzen brachte.

An diese schönen Zeiten versuchte Peter Westenthaler anzuknüpfen. Er schoss mit der Schrotflinte ins Gebüsch und prompt kamen einige Verdächtige aus der Deckung.

Um einen "Megaskandal", wie der FP-Klubobmann behauptet, handelt es sich vermutlich nicht. Ein "Miniskandal" hat dafür den Vorteil, dass man sofort versteht, was gespielt worden ist: Bei der Bauarbeitergewerkschaft war es üblich, Funktionäre und Sekretäre durch Zahlungen aus einer geheimen Kasse bei Laune zu halten.

Angeblich wurden die Geldflüsse vor vier Jahren eingestellt, doch ließ sich der ÖGB, der von den Schwarzgeldern nichts gewusst haben will, mit der Nachversteuerung bis jetzt Zeit. Hätte er gleich reinen Tisch gemacht, könnte sich die FPÖ nicht aus dem Fundus bedienen.

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