AK zu Gehrer: "Schüler brauchen mehr Chancen, nicht Einsparungen"

Zugangsbeschränkungen wären logische Folge von Einsparungen

Wien (AK) - "Österreichs Jugendliche brauchen mehr und bessere Chancen für Ausbildung mit Zukunft. Da darf es keine Einsparungen in den Schulen geben - und keine zusätzlichen Hürden", kritisiert Inge Kaizar, Leiterin der AK Abteilung Bildungspolitik, die Pläne von Bildungsministerin Gehrer für die Schulen und Unis. "Gehrer muss für den Ausbau der Schulen sorgen", sagt Kaizar. "Sie muss vor allem an den berufsbildenden Schulen den Raum- und Lehrermangel beheben, damit keine Schüler mehr abgewiesen werden oder die Ausbildung bald wieder abbrechen müssen." So genannte "Leistungsprognosen" an den "Nahtstellen" von der Volksschule zur AHS, von der Unterstufe zur Oberstufe und dann zu Fachhochschulen und Unis lehnt Kaizar ab:
"Solche zusätzliche Hürden wären die logische Folgerung aus Gehrers Sparplänen. Überdies wird dadurch nur davon abgelenkt, dass es in Österreich zuwenig Ausbildungsplätze für Zukunftsberufe gibt. Vielen Jugendlichen würden Chancen genommen, und der Wirtschaft würden noch mehr gut ausgebildete Fachleute fehlen." ****

"Bildungsministerin Gehrers Pläne bedeuten nicht mehr Qualität in der Ausbildung, sondern nehmen vielen Jugendliche die Chance auf gute Ausbildung", kritisiert Kaizar die Sparpläne der Bildungsministerin. Schon jetzt werden gerade an den berufsbildenden Schulen viele 14-jährige abgewiesen, können bei weitem nicht alle in die Schule ihrer Wahl gehen. "Es gibt zu wenige Schulplätze, vor allem in jenen Bereichen, wo die Wirtschaft Fachkräfte sucht: in den Informations-und Telekommunikationsberufen." Gehrer müsse für den Ausbau der Schulen sorgen. Sie müsse dringend etwas tun, damit nicht länger rund ein Viertel der SchülerInnen an den berufsbildenden Schulen die Ausbildung mit 15 wieder aufgeben muss. Dringend notwendig wären auch Maßnahmen, damit Studierende an den Unis schneller abschließen können.

Zusätzliche Hürden durch "Leistungsprognosen" an "Nahtstellen" zu weiterführenden Schulen und zu Unis lehnt Kaizar ab: "Für den Zugang zu weiterführenden Schulen muss ein gute Zeugnis reichen, für den Zugang zur Uni ist ohnehin die Matura die Voraussetzung. Da ist kein weiterer Leistungsnachweis nötig - noch dazu, wo Prognoseverfahren laut Studien keine Aussagekraft haben. Schon gar nicht können sie mehr aussagen als die Beurteilung durch Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Schülerinnen und Schüler nicht selten gleich acht Jahre lang unterrichtet haben." Überdies würde durch "Leistungsprognosen" nur davon abgelenkt, dass Schulplätze fehlen.

Dass die Bildungsministerin für mehr statt weniger Bildungschancen sorgen müsse, gilt für Kaizar auch im Bereich der Weiterbildung für Berufstätige. Sie kritisiert, dass das Bildungsministerium laut Gehrer selbst keine Weiterbildungsangebote mehr fördern will. "Wir von der AK fordern stattdessen mehr Förderung für Weiterbildung, zum Beispiel 8.000 Schilling für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich auf die Berufsreifeprüfung vorbereiten."

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