Klima-Strategie: Industrie warnt vor Mehrfachbelastungen

Die Industrie hat bereits die höchsten Vorleistungen aller Sektoren erbracht

Wien(PWK666) Vor Mehrfachbelastungen der Industrieunternehmen im Zusammenhang mit der österreichischen Klimastrategie warnt die Bundessektion Industrie der Wirtschaftskammer Österreich. Expertengespräche im Rahmen des vom Umweltministerium eingerichteten Kyoto-Forums haben ergeben, dass der Industrie ein CO2-Reduktionspotential von 1,25 Millionen Tonnen pro Jahr zugeordnet wird. "Das sind zwar 'nur' rund 8 % des gesamten österreichischen Kyoto-Zieles - aber die Industrie hat bereits bisher die bei weitem höchsten Vorleistungen aller Sektoren erbracht", erläutert Oliver Dworak, Klimapolitik-Experte in der Bundessektion Industrie.

Letzte Trendabschätzungen im Rahmen einer Studie des Instituts für industrielle Ökologie zeigen für die Industrie bis 2010 CO2-Entwicklungsszenarien von + 3,7 bis - 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr, je nach Wirtschaftsentwicklung, Innovationskraft und finanzieller Unterstützung der Betriebe beim Einsatz modernster Technologien. "Mehr ist nicht drin. Vor allem die größeren Unternehmen in den energieintensiven Branchen erreichen bei der Energieeffizienz bereits heute höchste Standards", so Dworak. Die Industrie trage ausserdem mit der Herstellung innovativer Produkte und der Steigerung der Fernwärmeabgabe zur CO2-Minderung in anderen Sektoren bei, ohne dies gutgeschrieben zu bekommen.

"Wenn sich die Politik scheut, beim Verkehr und dem Bereich Bauen/ Wohnen/Wärmedämmung entsprechend innovative Maßnahmen zu setzen, ist zu befürchten, dass die Anforderungen an die Industrie noch höher geschraubt werden", erklärte Dworak. Die Erwartungshaltung sei jetzt schon weit überhöht. Die Erreichung des Kyoto-Zieles dürfe nicht auf dem Rücken der im internationalen Wettbewerb stehenden Unternehmen durchgedrückt werden. Von der Industrie werde die Übernahme ihres Reduktionszieles im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung erwartet -gleichzeitig diskutiere man aber die Ausweitung steuerlicher Belastungen, etwa der Energiesteuer, und eine Rücknahme der Fördermittel für die Unternehmen.

Ein fataler Fehler aus Sicht der Bundessektion Industrie wäre es auch, die flexiblen Kyoto-Mechanismen auf die lange Bank zu schieben und sie nur als "Notlösung" anzusehen. Gerade diese Mechanismen würden wertvolle Beiträge zur kosteneffizienten Erreichung des Reduktionszieles leisten und gleichzeitig den Know-How-Transfer österreichischer Unternehmen ins Ausland unterstützen. "Wenn Österreich jetzt versucht, das Kyoto-Ziel nur mit nationalen Maßnahmen zu erreichen - koste es, was es wolle - dann wird dem Prozess der Budgetsanierung kein guter Dienst erwiesen. Wir dürfen uns nicht von der Beteiligung an internationalen Projektkooperationen ausblenden - sonst verliert Österreich technologisch den Anschluss und läuft Gefahr, das Kyoto-Ziel schon allein aus finanziellen Gründen nicht erreichen zu können", schloss Dworak. (MH)

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