Unterhaltsvorschuss: Theorie - sehr gut, Praxis - oft nicht genügend ! Volksanwältin Krammer fordert Verbesserungen !

Wien (OTS) - Das 1976 geschaffene Unterhaltsvorschussgesetz
soll minderjährigen Kindern helfen, leichter zu ihrem Unterhalt zu kommen. Dem Gesetz liegt folgende Idee zu Grunde: Wenn der Unterhaltsschuldner, also etwa der geschiedene Vater, nicht zahlungswillig ist, soll der Staat den Kindesunterhalt vorschießen und sich das Geld dann vom Schuldner wieder zurück holen. Dadurch sollen Versorgungslücken für das Kind verhindert werden. Was in der Theorie gut klingt wirft in der Praxis Probleme auf:
Volksanwältin Krammer weist darauf hin, dass es im Einzelfall
Jahre dauern kann bis ein Unterhaltsvorschuss tatsächlich ausgezahlt wird. Krammer fordert daher eine Gesetzesänderung: Die rasche Auszahlung von Pauschalvorschüssen sollte ermöglicht werden.****

Derzeit kann ein Unterhaltsvorschuss nur gewährt werden, wenn das minderjährige Kind den zahlungsunwilligen Elternteil zuvor erfolgreich auf Unterhalt verklagt hat und die zwangsweise Vollstreckung der Gerichtsentscheidung ergebnislos bleibt oder
sich von vornherein als aussichtslos erweist. Da sich solche Unterhalts- und Zwangsvollstreckungsverfahren in der Praxis in die Länge ziehen können und oftmals auch vom Unterhaltsschuldner durch Rechtsmittel verzögert werden muss das Kind vielfach sehr lange auch auf den Unterhaltsvorschuss warten. "Die Gewährung des Unterhaltsvorschusses müsste von den gerichtlichen Unterhaltsverfahren entkoppelt werden. Ich schlage in diesem Zusammenhang vor, nach Altersstufen gestaffelte Pauschalvorschüsse vorzusehen, die noch vor Abschluss eines Unterhaltsprozesses ausbezahlt werden können", meint dazu Volksanwältin Dr. Christa Krammer.

Eine Lücke im Gesetz sieht Krammer auch darin, dass Unterhaltsvorschüsse derzeit nur für minderjährige Kinder gewährt werden können. Die Unterhaltspflicht der Eltern erlischt oft nicht automatisch mit dem Eintritt der Volljährigkeit. Das gilt vor
allem für Kinder, die ein Universitätsstudium oder eine sonstige höhere Ausbildung absolvieren. "Auch in diesen Fällen sollte die Gewährung von Unterhaltsvorschüssen ermöglicht werden", schlägt die Volksanwältin vor. Nach Krammers Einschätzung wird diese Problematik noch an Relevanz gewinnen, wenn - wie derzeit
diskutiert - die Altersgrenze für die Volljährigkeit von 19 auf 18 Jahre herabgesetzt wird: "In diesem Zusammenhang wären dann jedenfalls flankierende Maßnahmen im Bereich des Unterhaltsvorschussgesetzes notwendig!"

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Volksanwältin Dr. Christa Krammer
Singerstraße 17
1015 Wien
Tel.: (01) 515 05/111Volksanwaltschaft

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VOA/VOA