Caritas Augustsammlung 2000 Nur wer Hoffnung sät, kann Zukunft ernten

Wien (OTS)- "Katastrophen treffen meist jene, die ohnehin schon um ihr tägliches Überleben kämpfen müssen. Jede kleinste Veränderung der Lebensbedingungen bringt diese Menschen aus dem Gleichgewicht," sagt Caritaspräsident Franz Küberl nach seiner Rückkehr aus Äthiopien. "Trotzdem bin ich Zeuge enormer Hilfsbereitschaft, großer Hoffnung und vieler bereits realisierter Hilfsaktionen geworden. Die Opfer von Katastrophen sind dringend auf Hilfe angewiesen. Damit diese Hilfe funktionieren kann, bemühen sich Caritasmitarbeiter vor Ort, Hoffnung auf Zukunft zu schenken. Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern ermöglicht es, dass die Hilfe schnell und direkt ankommt und auch Langzeitwirkung hat. Küberl: "Die Caritas bemüht sich um alle, die Hilfe brauchen, die Hilfe ist basisorientiert und achtet auf kulturelle Gegebenheiten. Die Arbeit stützt sich auf eine sehr gute lokale Infrastruktur."

Auch in der Katastrophenhilfe vorausschauen

Katastrophenhilfe muß immer auch Auslöser für neuer und verbesserte Anstrengungen in anderen Bereichen der Hilfe und Zusammenarbeit sein:
nur weitergehende Unterstützung für Schulen, Gesundheitssysteme, die Schaffung sicherer Dörfer nach Naturkatastrophen, die Vermittlung besserer Anbaumethoden und Wasserversorgungen können langfristig die Armut bekämpfen und neue Perspektiven eröffnen.

Die Caritas bemüht sich daher auch, den Menschen weiter bei ihrer Ausbildung zu helfen. So können Kinder davor bewahrt werden, hilflos auf der Straße zu stehen. Hunger hat viele Gesichter: manchmal gibt es nicht genug bebaubares Land, es existiert keine Vorratslogistik. Aber auch Dürre und Krieg bedrohen das Leben der Menschen. Auf all diese Herausforderungen muß die Caritas auch während einer Katastrophe eine Antwort haben ."Wenn es keine Kleidung zum Wechseln gibt, die Kinder nicht zur Schule gehen können und der Ofen zu Mittag kalt bleibt und die Bäuche leer, das ist erschreckende Armut, das ist an sich schon eine Katastrophe für diese Menschen."

Schwerpunktthema Äthiopien: Entwicklung ist möglich

Die Überschwemmungen in Mosambik und Venezuela, der Wassermangel in Indien, Dürre und Krieg am Horn von Afrika, sind nur einige Katastrophenmeldungen der letzten Zeit. Neben Äthiopien werden durch die Augustsammlung 2000 insbesondere Menschen im Sudan, im West-Sahel und in weiteren ca. 25 Ländern der Welt unterstützt. Franz Prüller, Generalsekretär für die Auslandshilfe der Caritas Österreich, schildert Eindrücke, die er von der Äthiopienreise mitnehmen konnte:
"Entwicklungshilfe ist ein langer Weg und das Ziel wird scheinbar nie ganz erreicht und durch Katastrophen auch immer wieder weiter hinausgeschoben. Trotzdem gibt es viele Beispiele von geglückter Hilfe, die Hoffnung machen, diesen schwierigen Weg weiterzugehen." Auch die globalen Statistiken der Vereinten Nationen zeigen, dass Optimismus durchaus berechtigt ist:

seit1970 steigerte sich die Lebenserwartung von 55 auf 65
Jahre, das zeigt die Fortschritte in der
Gesundheitsentwicklung. Der Anteil unterernährter Kinder in Entwicklungsländern ging von 37% auf 27% zurück.

Zwischen 1970 und 1999 stieg der Anteil der Menschen, die Zugang zu Trinkwasser haben in ländlichen Entwicklungsgebieten von 13 % auf 71%. ein Anstieg der Alphabetisierungsrate von 64% auf 76% konnte seit 1990 verzeichnet werden. immermehr Mädchen besuchen weiterführende Schulen,

1990 waren es noch 36%, 1997 schon 61%. DieseFortschritte wurden durch viele konkrete Projekte und Aktivitäten auch in Äthiopienerreicht. Beeindruckend, so Prüller, sei hier besonders die Bereitschaft der Ärmsten, einander auch in schwierigsten Situationen beizustehen. "Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ist spürbar und das ist die beste Motivation, den Menschen zu helfen,” so Prüller. Einige konkrete Beispiele für Hilfe in Äthiopien, die funktioniert:

Seit 1993 konnten durch die Arbeit der Caritas in der Diözese Harar mehr als 2000 Männer und Frauen (das sind mit ihren Angehörigen an die 20.000 Menschen), die vor dem Fall der Regierung 1991 in der Armee dienten, wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden. Sie haben nun wieder eine Arbeit und ihre Kinder können zur Schule gehen. Unter Mithilfe der Caritas wurden in der Diözese Meki 54 mit Windrädern betriebene Brunnen errichtet, die tausenden Menschen sauberes Trinkwasser bringen. Dieses Projekt hat die Gesundheitssituation der Bewohner deutlich verbessert. In ca. 150 kirchlichen Schulen bemühen sich Caritasmitarbeiter um die Ausbildung von Kindern, die damit eine Chance auf einen Beruf bekommen. Dies wäre ihnen aufgrund der Armut ihrer Eltern sonst verwehrt geblieben.

In Addis Abeba gibt es das Good Sheperd Sisters Center, das mit Hilfe der Caritas Ausbildungsprogramme für Frauen und Projekte für Behinderte und alte Menschen durchführt. Die Kinder lernen im Kindergarten erste Schritte in die Selbständigkeit.

Entwicklungshilfe als "Hauptfach" für die Regierungen

Küberl ist überzeugt, dass Entwicklungshilfe bei richtigen Rahmenbedingungen wirkungsvoll realisierbar ist und kann diesen Eindruck nach seiner Äthiopienreise bestätigen. Er appelliert daher an die Regierungen, die Entwicklungshilfe endlich vorrangig zu fördern und mitzutragen: "Jede Regierung ist daran zu messen, ob sie den Menschenrechten Vorrang vor wirtschaftlicher Pragmatik einräumt. Insbesondere das Recht auf ausreichende Nahrung und das Recht auf Erwerb von Wissen ist für viele Menschen immer noch ein unerreichbarer Traum Entscheidend ist, ob die Regierungen endlich begreifen, dass eine Sicherung dieser Rechte durch eine ehrliche Entwicklungspolitik kein Hobby, sondern Eckstein für die Zukunft ist". Konkrete Hilfe ist nur dann umsetzbar, wenn den Hilfsorganisationen möglichst wenig bürokratische Hürden auferlegt werden, in Österreich wie in den Entwicklungsländern. Küberl weiss, dass die Caritas bei ihren Hilfeleistungen täglich mit unnötigem Bürokratismus, hohen Zöllen und mit Gesetzgebungen zu kämpfen hat, die die Wirkungsweise der Caritas einschränken. Gerade die Caritaspartner vor Ort können jedoch mithelfen, dass selbst in Katastrophensituationen eine Zukunftsperspektive entsteht, da sie die Situation am besten kennen. Hilfe kann daher nur partnerschaftlich funktionieren, so Küberl. "Es ist daher wichtig, dass auch Regierungen erkennen, dass jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung einen großen Schritt in eine bessere Zukunft bedeutet". Küberl kritisiert ganz deutlich, dass die G 8 die bei ihrem Gipfeltreffen keine Einigung über eine weitgehende Entschuldung mit Einrichtung von Gegenwertfonds erzielen konnten. Gerade das wäre für Millionen Menschen in der Dritten Welt ein hoffnungsvolles Zeichen gewesen: denn "nur wer Hoffnung sät, kann Zukunft ernten".

Der Blick in die Zukunft

Die Spendenbereitschaft der Österreicher war bei den Katastrophen der letzten Zeit überwältigend. Sie war ein deutliches Zeichen der Menschlichkeit im Dunkel von Hass, Gewalt, Hunger und Dürre.

Mit dieser Hilfe konnte dringend benötigtes Wasser, Lebensmittel und Saatgut in Äthiopien und anderen Katastrophengebieten zur Verfügung gestellt werden Jetzt sei es notwendig, so Küberl, den Menschen auch längerfristige Hilfe anzubieten. Jede Spende kann ein Leben retten und Zukunft schenken. Bitte helfen Sie den Menschen in Äthiopien und überall dort auf der Welt wo sie durch Katastrophen ins Elend gestürzt werden, damit sie wieder mit Hoffnung in die Zukunft blicken können.

"Caritas Augustsammlung 2000" Spendenkonto P.S.K. 7.700.004

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