DOPPELTER ERFOLG FÜR 0,5 PROMILLE VfGH bestätigt 0,5 Promillegrenze. KfV-Studie untermauert das aktuelle Urteil: Unfälle durch Alkohol am Steuer um 13,1 Prozent reduziert

Wien (OTS) - Allen Unkenrufen über die Wirksamkeit des derzeitigen Alkoholgrenzwertes für Kfz-Lenker zum Trotz: Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat in einem aktuellen Urteil die 0,5 Promillegrenze bestätigt (AZ: G 206/98-8; G 113/99-6). Konkreter Anlass war die Auseinandersetzung mit formalen Aspekten. Mag. Armin Kaltenegger, Leiter der Rechtsabteilung im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) erklärt: "Sinngemäß heißt es im betreffenden Urteil, daß gerade in Anbetracht des jedem Kraftfahrzeug innewohnenden Gefährdungspotentials bezüglich des zulässigen Alkoholgehaltes im Blut des Kfz-Lenkers, die 0,5 Promilleregelung im österreichischen Führerscheingesetz keinesfalls verfassungswidrig sei."

Diese VfGH-Entscheidung wird durch die jüngste Alko-Unfallbilanz des Kuratorium für Verkehrssicherheit untermauert: Seit Einführung der 0,5 Promillegrenze im Jänner 1998 sind Unfälle mit Personenschaden, die durch Alkohol am Steuer verursacht wurden, um 8,9 Prozent gesunken. Der Anteil der Alkohol-Unfälle gemessen am Gesamtunfallgeschehen konnte im selben Zeitraum - Jänner 1998 bis Mai 2000 - sogar um 13,1 Prozent reduziert werden.

"Auch wenn aufgrund monatlicher Schwankungen in der Unfallstatistik mancherorts Gerüchte über die mangelnde Wirksamkeit der 0,5 Promillegrenze aufgekommen sind: Der Vergleich von 29 Monaten vor und nach Einführung der 0,5 Promille-regelung belegt die Sinnhaftigkeit des aktuellen Alkoholgrenzwertes zur Hebung der Sicherheit auf Österreichs Straßen eindeutig", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Doch in der an sich sehr erfreulichen Bilanz scheinen noch immer 203 Getötete durch Alkohol am Steuer auf. Weiterhin sind also verstärkt Maßnahmen zur Bewußtseinsbildung nötig. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit konnte beispielsweise in Kooperation mit dem ORF die Gefahr von Alkohol im Straßenverkehr durch TV-Spots österreichweit thematisieren. Längerfristig wird man aber um die Einführung des Punkteführerscheins nicht herumkommen.

Und zur Erinnerung: Bei 0,5 Promille Alkohol im Blut besteht bereits das doppelte Unfallrisiko wie im nüchternen Zustand, bei 0,8 sogar das vierfache. Die Unfallzahlen der Vorwoche: 15 Todesopfer, 8 davon zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 11 PKW-Insassen (davon 9 Lenker), 1 Motorrad-Lenker, 1 Radfahrer, 1 Traktor-Mitfahrer und 1 Fußgänger ihr Leben.

Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mußten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (11), Vorrangverletzung (2), Überholen (1) und Fahrfehler Radfahrer (1) festgestellt werden.

6 der 15 Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang waren so genannte "Alleinunfälle".

Alkohol war bei einem Verkehrsunfall Mitursache.

4 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet.

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