Unwetter sorgen für Engpässe bei den Dachdeckern

Personal und Material werden langsam knapp- Konjunktur entwickelt sich stabil

Wien(PWK658) Die zahlreichen Unwetter in den letzten Wochen haben enorme Schäden an Dächern verursacht und einen wahren "Run" auf Dachdecker ausgelöst. "Wir kommen mit der Nachfrage kaum mehr nach, Personal und Material werden langsam knapp", schildert Oswald Schopf, Bundesinnungsmeister der Dachdecker und Pflaster die aktuelle Situation. Die Wetterkapriolen haben aber auch den eklatanten Fachkräftemangel in der Branche deutlich gemacht. "Spezialisten sind kaum zu bekommen, kurzfristig schon gar nicht", so Schopf. Dass es nicht noch schlimmer kam, ist vor allem der Solidarität unter den Unternehmer zu verdanken. Nach einem Aufruf der Wirtschaftskammer haben sich zahlreiche Unternehmer aus fast allen Bundesländern spontan dazu entschlossen, ihren Branchenkollegen in den besonders betroffenen Gebiete in Oberösterreich mit Arbeitskräften unter die Arme zu greifen. "Die Organisation von Kapazitäten über die Wirtschaftskammer hat bestens funktioniert. Hier zeigt sich die wahre Stärke einer Interessenvertretung, der alle Unternehmen einer Branche angehören " so Schopf. Gleichzeitig kritisierte der Bundesinnungsmeister die mangelnde Bereitschaft der Gewerkschaften, die Arbeitszeit weiter zu flexibilisieren. "Jetzt hätten die Mitarbeiter die Chance, enorm viele Gutstunden anzusparen, die sie in der toten Zeit als Urlaub konsumieren können. Wir arbeiten nunmal unter freiem Himmel. Da kann man uns nicht einfach mit geschützten Werkstätten in einen Topf werfen", sagte Schopf.

Aber auch ohne Sondereinflüsse hat sich die Konjunktur bei den Dachdeckern und Pflasterern auf hohem Niveau stabilisiert. Die Auftragslage entsprach im 2. Quartal 2000 laut einem Bericht des Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH) weitgehend jener des Vorjahres

Per Saldo beurteilen 10% der Betriebe die derzeitige Geschäftslage als "gut"., im Vorjahr waren es nur 4%. Im Durchschnitt melden die Dachdecker und Pflasterer einen Auftragsbestand von 9,7 Wochen, was praktisch dem Ergebnis im Vorjahresquartal entspricht. Nur in Wien und Vorarlberg kamen mehr Aufträge herein.

Am besten entwickelte sich der Bereich Sanierung/Reparatur, der immerhin für 97% der Unternehmen ein relevanter Geschäftsbereich ist. Hier überwog der Anteil der Unternehmen mit gestiegen Auftragsbeständen (35%) deutlich jenen, die gesunkene Auftragsbestände meldeten (13%). In den Bereichen Neubau und Ausbau gehende die Aufträge per Saldo allerdings immer noch zurück. Der Anteil der öffentlichen Aufträge ist weiter von 14% auf 13% gesunken.

Für das dritte Quartal sind die Unternehmer durchaus optimistisch. 70% erwarten gleichbleibende Auftragseingänge, 17% der Unternehmen rechnen mit steigenden Auftragseingängen. Lediglich 13% befürchten rückläufig Auftragseingänge. Günstiger als im Vorjahr wurden die Auftragseingänge vor allem in Oberösterreich, Kärnten und in der Steiermark eingeschätzt. Dank der großen Nachfrage wollen die Dachdecker und Pflasterer ihren Personalstand in den nächsten Monaten um 4% erhöhen.

Im Durchschnitt konnten die Dachdecker und Pflasterer 1999 ihren Umsatz um 0,6% erhöhen. 29% der Betriebe meldeten im vergangenen Jahr Umsatzsteigerungen, 23% Umsatzrückgänge. Besonders gut lief es dabei in Salzburg und Vorarlberg. Fast 60% der Betriebe konnten ihre Verkaufspreise halten, ein Viertel konnte sogar Preiserhöhungen durchsetzen, 16% mussten ihre Preise senken. Die Investitionen je Beschäftigten sind 1999 auf 53.000 Schilling zurückgegangen, was vor allem auf die flaue Baukonjunktur zurückzuführen ist. Heuer dürfte sich die Investitionsneigung wieder verstärken. Bereits jeder sechste Betrieb plant, seine Investitionen zu erhöhen.

Sorgen bereitet den rund 1.200 heimischen Dachdeckern und Pflasterern die zunehmende Preiskonkurrenz, die mit einer weiteren Liberalisierung der Gewerbeordnung noch verschärft werden könnte. 87% der Unternehmer fühlen sich dadurch in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Dieser Preiswettbewerb erklärt auch die zurückhaltende Preisplanung. Stark belastet werden die Betriebe durch die hohen Personalkosten (60%) und den Mangel an qualifizierten Fachkräften (36%). (MH)

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