Experten berieten Hilfe für gefährdete Kinder und Jugendliche

LR Bischof: Experten schlagen umfassenden Maßnahmenkatalog vor

St. Arbogast (VLK) - Basierend auf den aktuellen
Entwicklungen im Bereich Jugendwohlfahrt berieten heute
anerkannte Experten auf einer von Soziallandesrat Hans-Peter
Bischof einberufenen Tagung in St. Arbogast mögliche Hilfestellungen für gefährdete Kinder und Jugendliche. ****

An der Tagung nahmen Experten aus der Jugendwohlfahrt
(Institut für Sozialdienste, Vorarlberger Kinderdorf und HPZ Carina), dem Amt der Landesregierung und den Bezirkshauptmannschaften (Abteilungen Jugendwohlfahrt), der Schulbehörden sowie der Kinder- und Jugendanwaltschaft teil.

Laut Landesrat Bischof "erhalten wir deutliche Signale
über sehr gravierende gesellschaftliche Veränderungen." Immer öfter funktionieren die solidarischen Netzwerke nicht mehr.
"Da die Schulen dieses Problem als Erste deutlich zu spüren bekommen, müssen wir deshalb alles tun, damit die Lehrer in
den Schulen diesem Problem nicht alleine ausgesetzt bleiben", argumentiert Bischof weiter.

Eingehende Ist-Analyse, umfassender Maßnahmenkatalog

Bei der Tagung in St. Arbogast wurde zuerst die Ist-
Situation 'sozialgefährdeter' Kinder eingehend analysiert.
Nach einer Bewertung der diskutierten Fakten schlugen die
Experten schließlich folgenden Maßnahmenkatalog vor:

1. Familien müssen durch entsprechende Hilfen gestärkt
werden. Bestehende Hilfen müssen auf ihre Wirksamkeit hin
geprüft und erforderlichenfalls verbessert bzw. ausgebaut
werden.

2. Da die Schulen hinsichtlich Betreuung von gefährdeten
Kindern eine große Verantwortung tragen, müssen sie diesen
Auftrag von innen her verstärkt wahrnehmen; unter anderem
durch persönlichkeitsbildende und methodische Aus- und Fortbildungen (Pädagogische Akademie bzw. Pädagogisches
Institut etc.).

3. Stärkere Eltern-Vernetzungs-Arbeit durch die Schule.

4. Damit Probleme mit gefährdeten Kindern besser bewältigt werden können, soll Sozialarbeit schulnahe eingeführt werden,
um damit den Lehren helfend zur Seite zu stehen. Als
Pilotprojekt soll noch im kommenden Schuljahr an der
Hauptschule Rieden-Vorkloster in Bregenz Schulsozialarbeit eingeführt werden.

5. Kinder mit sozialen Problemen benötigen eine stabile
und tragfähige Tagesstruktur. Die Errichtung von Schülertagesbetreuungseinrichtungen ist insbesondere an "Brennpunktschulen" eine dringende und wesentliche Forderung
aus Sicht der Jugendwohlfahrt.

6. Als Folge der steigenden Meldungen über eine Gefährdung
des Kindeswohls (Missbrauch, Misshandlung, Verwahrlosung, Vernachlässigung) bei den Jugendwohlfahrts-Abteilungen der Bezirkshauptmannschaften ist eine personelle Aufstockung erforderlich, damit diesen Meldungen mit der geforderten
Sorgsamkeit nachgegangen werden kann.

Laut Landesrat Bischof gilt es darüber hinaus auch, "in
den anstehenden Budgetverhandlungen für das Jahr 2001 auf
diese Problemstellung besondere Rücksicht zu nehmen!"
(so/pam,nvl)

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