- 27.07.2000, 14:30:21
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EU veröffentlicht "Grünbuch" zu PVC - Diskussionsgrundlage für weitere Strategie der EU
Wien (OTS) - Nach dreijähriger Forschungs- und Untersuchungsarbeit
(als "Horizontalinitiative" bezeichnet) hat die EU-Kommission nun ein
"Grünbuch"* zu Polyvinylchlorid (PVC) vorgelegt. Das Papier wird in
den nächsten Monaten zwischen allen Beteiligten diskutiert und soll
Anfang nächsten Jahres in eine Grundsatzstrategie der EU gegenüber
dem viel diskutierten Kunststoff münden. Behandelt werden ökologische
Fragen mit einem Schwerpunkt auf dem Abfallmanagement. Zu diesem
Thema waren von der Kommission fünf Studien in Auftrag gegeben
worden, aus denen hervorgeht, dass PVC-spezifische Maßnahmen in der
Behandlung von PVC-Abfällen grundsätzlich nicht notwendig sind.
Von den Vertretungen der europäischen PVC-Branche** wird das
"Grünbuch" allerdings als "ein wenig befriedigender Überblick über
den PVC-Lebenszyklus" beurteilt: Zwar werde bestätigt, dass PVC einer
der wichtigsten synthetischen Werkstoffe unserer Zeit ist, doch gehe
das Papier nicht auf die wesentlichen PVC-Themen ein. Die Vorschläge
des Diskussionspapiers würden der Fülle an Informationen zu PVC, die
der Kommission vorliegen, nicht gerecht. Es scheine, dass die
EU-Kommission einen "unglücklichen Kompromiß" mit den vehementen
PVC-Gegnern eingegangen sei und dabei in Kauf genommen habe, dass das
Grünbuch im drastischen Widerspruch zu den Ergebnissen der
wissenschaftlichen Arbeit im Rahmen der Horizontalinitiative stehe.
"Wir sind der Meinung, dass jede tiefergehende Beurteilung eines
Werkstoffes den ganzen Lebenszyklus betrachten muss und sich nicht
auf einen einzigen Aspekt wie die Abfallbehandlung beschränken
sollte", erklärt Jean-Pierre Pleska, Vorstand der Europäischen
Vereinigung der PVC-Hersteller (ECVM). "Es war eine nicht
zielführende Entscheidung der EU, den Schwerpunkt des Grünbuches auf
die Behandlung von PVC-Abfällen zu setzen. Diese ist weitgehend keine
spezifische Materialfrage, sondern eine Frage der grundsätzlichen
Einstellung der Gesellschaft zur Abfallbehandlung und
Wiederverwertung." Würden andere Werkstoffe im Rahmen einer
derartigen Studie untersucht, käme man zu ganz ähnlichen Ergebnissen.
"Zusätzlich erfordert die Beurteilung eines Werkstoffes auch einen
klaren Blick auf mögliche Alternativen und auf den sozialen und
wirtschaftlichen Wert der Produkte - diese Aspekte werden in dem
Grünbuch nicht berücksichtigt."
"Wir sind davon überzeugt", so Pleska, "dass das ,Voluntary
Commitment' der PVC-Branche, dessen Umsetzung bereits begonnen hat,
Lösungen für einige der im Grünbuch angesprochenen Fragen bietet. Es
bedeutet wesentliche ökologische Verbesserungen in allen Phasen des
PVC-Lebenszyklus; und da sich die gesamte PVC-Branche daran
beteiligt, können die Maßnahmen äußerst schnell und wirksam umgesetzt
werden. Sie beruhen auf genauen Daten und Verpflichtungen, sind
messbar und werden von unabhängigen Dritten überprüft."
Die PVC-Branche ist zuversichtlich, ihren Argumenten im nun
folgenden Konsultationsprozess mit den Vertretern der EU Gehör zu
verschaffen.
Anmerkungen für Redakteure
* Das "Grünbuch" zu PVC ist auf der Website der EU-Kommission
veröffentlicht worden und kann unter http://europa.eu.int/comm.
abgefragt werden. Es umfasst im Wesentlichen drei Bereiche:
1. Umweltfragen zum PVC-Lebenszyklus auf der Grundlage von
Studien, die im Auftrag der EU-Kommission von unabhängigen Instituten
durchgeführt worden sind;
2. eine Liste von Maßnahmen für verantwortungsvolles
Produktmanagement, die im "Voluntary Commitment" der PVC-Branche
enthalten sind;
3. eine Reihe von Diskussionspunkten für den nun folgenden
Konsultationsprozess.
** Die europäische PVC-Branche - Hersteller von PVC und
Zusatzstoffen und die PVC-Verarbeiter - wird durch folgende
europäischen Verbände vertreten.
ECVM - European Council of Vinyl Manufacturers (Europäischer
Verband der PVC-Hersteller)
Der ECVM vertritt die europäischen PVC produzierenden Unternehmen
und ist ein Zweigverband des Verbands der europäischen
Kunststoffhersteller (Association of Plastics Manufacturers in Europe
- APME). Der ECVM repräsentiert die 10 führenden europäischen
PVC-Hersteller, die gemeinsam für mehr als 95 % der westeuropäischen
PVC-Produktion verantwortlich sind. Internetadresse:
http://www.ecvm.org
ECPI - European Council for Plasticisers and Intermediates
(Europäischer Verband für Weichmacher und Zwischenprodukte)
Der ECPI vertritt die Interessen von 26 Unternehmen, die
Weichmacher herstellen. Weichmacher sind Ester (hauptsächlich
Phthalate), die für die Herstellung von flexiblen
Kunststoffprodukten, vorwiegend PVC, verwendet werden.
Internetadresse: http://www.ecpi.org
ESPA - European Stabilisers Producers Association (Verband
europäischer Stabi-lisatorenhersteller)
ESPA vertritt die gesamte europäische Stabilisatorenindustrie.
EuPC - European Plastics Converters (Verband europäischer
Kunststoff-verarbeiter)
EuPC vertritt ca. 30.000 Kunststoff verarbeitende Firmen mit mehr
als 1 Million Mitar-beitern in Europa. 85 % davon arbeiten in
Unternehmen mit weniger als 100 Beschäf-tigten. Gemeinsam verarbeiten
die Mitglieder mehr als 30 Millionen Tonnen Kunststoff pro Jahr.
Internetadresse: http://www.eupc.org
*** Erste Reaktionen der PVC-Branche auf die Diskussionspunkte des
"Grünbuchs" sind auf der Website der PVC-Industrie unter
http://www.pvcinitiative.com zu finden. Außerdem kann auf diesen
Internetseiten auch Einblick in die freiwillige Umweltverpflichtung
der PVC-Industrie, das "Voluntary Commitment", genommen werden,
einschließlich Details über spezifische Zielsetzungen und deren
Umsetzung.
**** Die PVC-Hersteller und ihre Industriepartner sorgen direkt
und indirekt für mehr als 530.000 Arbeitsplätze in Europa. Im Jahr
2000 wird das Volumen des europäischen PVC-Marktes ca. 8,36 Millionen
Tonnen umfassen.
Rückfragehinweis: Martyn Griffiths, ECVM,
Telefon +322 676 7443, Fax +322 676 7447,
Handy +32 497430649,
E-mail: martyn.griffiths@apme.org
Partners in PR, Jakobergasse 4, 1010 Wien,
Telefon 01/512 90 88,
Fax 01/512 90 88-20,
E-mail: partners@inpr.at
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