EU veröffentlicht "Grünbuch" zu PVC - Diskussionsgrundlage für weitere Strategie der EU

Wien (OTS) - Nach dreijähriger Forschungs- und Untersuchungsarbeit (als "Horizontalinitiative" bezeichnet) hat die EU-Kommission nun ein "Grünbuch"* zu Polyvinylchlorid (PVC) vorgelegt. Das Papier wird in den nächsten Monaten zwischen allen Beteiligten diskutiert und soll Anfang nächsten Jahres in eine Grundsatzstrategie der EU gegenüber dem viel diskutierten Kunststoff münden. Behandelt werden ökologische Fragen mit einem Schwerpunkt auf dem Abfallmanagement. Zu diesem Thema waren von der Kommission fünf Studien in Auftrag gegeben worden, aus denen hervorgeht, dass PVC-spezifische Maßnahmen in der Behandlung von PVC-Abfällen grundsätzlich nicht notwendig sind.

Von den Vertretungen der europäischen PVC-Branche** wird das "Grünbuch" allerdings als "ein wenig befriedigender Überblick über den PVC-Lebenszyklus" beurteilt: Zwar werde bestätigt, dass PVC einer der wichtigsten synthetischen Werkstoffe unserer Zeit ist, doch gehe das Papier nicht auf die wesentlichen PVC-Themen ein. Die Vorschläge des Diskussionspapiers würden der Fülle an Informationen zu PVC, die der Kommission vorliegen, nicht gerecht. Es scheine, dass die EU-Kommission einen "unglücklichen Kompromiß" mit den vehementen PVC-Gegnern eingegangen sei und dabei in Kauf genommen habe, dass das Grünbuch im drastischen Widerspruch zu den Ergebnissen der wissenschaftlichen Arbeit im Rahmen der Horizontalinitiative stehe.

"Wir sind der Meinung, dass jede tiefergehende Beurteilung eines Werkstoffes den ganzen Lebenszyklus betrachten muss und sich nicht auf einen einzigen Aspekt wie die Abfallbehandlung beschränken sollte", erklärt Jean-Pierre Pleska, Vorstand der Europäischen Vereinigung der PVC-Hersteller (ECVM). "Es war eine nicht zielführende Entscheidung der EU, den Schwerpunkt des Grünbuches auf die Behandlung von PVC-Abfällen zu setzen. Diese ist weitgehend keine spezifische Materialfrage, sondern eine Frage der grundsätzlichen Einstellung der Gesellschaft zur Abfallbehandlung und Wiederverwertung." Würden andere Werkstoffe im Rahmen einer derartigen Studie untersucht, käme man zu ganz ähnlichen Ergebnissen. "Zusätzlich erfordert die Beurteilung eines Werkstoffes auch einen klaren Blick auf mögliche Alternativen und auf den sozialen und wirtschaftlichen Wert der Produkte - diese Aspekte werden in dem Grünbuch nicht berücksichtigt."

"Wir sind davon überzeugt", so Pleska, "dass das ,Voluntary Commitment' der PVC-Branche, dessen Umsetzung bereits begonnen hat, Lösungen für einige der im Grünbuch angesprochenen Fragen bietet. Es bedeutet wesentliche ökologische Verbesserungen in allen Phasen des PVC-Lebenszyklus; und da sich die gesamte PVC-Branche daran beteiligt, können die Maßnahmen äußerst schnell und wirksam umgesetzt werden. Sie beruhen auf genauen Daten und Verpflichtungen, sind messbar und werden von unabhängigen Dritten überprüft."

Die PVC-Branche ist zuversichtlich, ihren Argumenten im nun folgenden Konsultationsprozess mit den Vertretern der EU Gehör zu verschaffen.

Anmerkungen für Redakteure

* Das "Grünbuch" zu PVC ist auf der Website der EU-Kommission veröffentlicht worden und kann unter http://europa.eu.int/comm. abgefragt werden. Es umfasst im Wesentlichen drei Bereiche:

1. Umweltfragen zum PVC-Lebenszyklus auf der Grundlage von Studien, die im Auftrag der EU-Kommission von unabhängigen Instituten durchgeführt worden sind;

2. eine Liste von Maßnahmen für verantwortungsvolles Produktmanagement, die im "Voluntary Commitment" der PVC-Branche enthalten sind;

3. eine Reihe von Diskussionspunkten für den nun folgenden Konsultationsprozess.

** Die europäische PVC-Branche - Hersteller von PVC und Zusatzstoffen und die PVC-Verarbeiter - wird durch folgende europäischen Verbände vertreten.

ECVM - European Council of Vinyl Manufacturers (Europäischer Verband der PVC-Hersteller)

Der ECVM vertritt die europäischen PVC produzierenden Unternehmen und ist ein Zweigverband des Verbands der europäischen Kunststoffhersteller (Association of Plastics Manufacturers in Europe - APME). Der ECVM repräsentiert die 10 führenden europäischen PVC-Hersteller, die gemeinsam für mehr als 95 % der westeuropäischen PVC-Produktion verantwortlich sind. Internetadresse:
http://www.ecvm.org

ECPI - European Council for Plasticisers and Intermediates (Europäischer Verband für Weichmacher und Zwischenprodukte)

Der ECPI vertritt die Interessen von 26 Unternehmen, die Weichmacher herstellen. Weichmacher sind Ester (hauptsächlich Phthalate), die für die Herstellung von flexiblen Kunststoffprodukten, vorwiegend PVC, verwendet werden. Internetadresse: http://www.ecpi.org

ESPA - European Stabilisers Producers Association (Verband europäischer Stabi-lisatorenhersteller)

ESPA vertritt die gesamte europäische Stabilisatorenindustrie.

EuPC - European Plastics Converters (Verband europäischer Kunststoff-verarbeiter)

EuPC vertritt ca. 30.000 Kunststoff verarbeitende Firmen mit mehr als 1 Million Mitar-beitern in Europa. 85 % davon arbeiten in Unternehmen mit weniger als 100 Beschäf-tigten. Gemeinsam verarbeiten die Mitglieder mehr als 30 Millionen Tonnen Kunststoff pro Jahr. Internetadresse: http://www.eupc.org

*** Erste Reaktionen der PVC-Branche auf die Diskussionspunkte des "Grünbuchs" sind auf der Website der PVC-Industrie unter http://www.pvcinitiative.com zu finden. Außerdem kann auf diesen Internetseiten auch Einblick in die freiwillige Umweltverpflichtung der PVC-Industrie, das "Voluntary Commitment", genommen werden, einschließlich Details über spezifische Zielsetzungen und deren Umsetzung.

**** Die PVC-Hersteller und ihre Industriepartner sorgen direkt und indirekt für mehr als 530.000 Arbeitsplätze in Europa. Im Jahr 2000 wird das Volumen des europäischen PVC-Marktes ca. 8,36 Millionen Tonnen umfassen.

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