- 27.07.2000, 11:32:48
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Drogensituation in Niederösterreich besorgniserregend
VP setzt auf Prävention und Beratung vor Therapie
St.Pölten (NLK) - Im Jahr 1999 gab es zwölf Drogentote in
Niederösterreich, nicht mehr als in den Jahren zuvor. Als dennoch
alarmierend bezeichnete heute VP-Landesgeschäftsführerin Mag. Johanna
Mikl-Leitner vor Pressevertretern die aktuelle Drogensituation. Denn
der Konsum "weicher" Drogen steige ständig an. Mehr als 50 Prozent
der 14- bis 19-jährigen im Land hätten damit schon Bekanntschaft
gemacht. Im Vorjahr wurden auch 200 Kilogramm Cannabis beschlagnahmt,
die illegal angebaut worden waren. Die Dunkelziffer sei wesentlich
höher. Mikl-Leitner bezog sich mit ihren statistischen Angaben auf
Daten aus dem Jahressicherheitsbericht des Innenministeriums. Darin
wird Niederösterreich im Vergleich zu anderen Bundesländern der
dritte Platz nach Wien und Tirol zugewiesen. Erfreulich sei hingegen,
dass es 1999 weniger Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz gegeben habe
als ein Jahr zuvor. Ein Prozent der Jugendlichen hatte bereits
Kontakt mit harten Drogen wie beispielsweise Heroin.
"Für uns geht Prävention und Beratung vor Therapie. Wenn wir beide
Bereiche optimieren, so gibt es weniger Drogenabhängige und dadurch
auch weniger Therapiebedarf", so Mikl-Leitner. Mit voller Härte und
Konsequenz werde gegen Drogenbosse und Dealer vorgegangen, führte sie
weiter aus. Ihr sei kein einziger Experte bekannt, der die Freigabe
von Drogen gut heiße, wie seitens der jungen Sozialisten verlangt
werde. Die VP Niederösterreich werde weiterhin für eine drogenfreie
Gesellschaft kämpfen und setze auf ein Paket von Maßnahmen:
Stärkere Ausnutzung des Internet für die Antidrogenpolitik, weil
hier Jugendliche weniger Scheu hätten, sich zu informieren und keine
Konsequenzen zu befürchten haben. Persönliches Gespräch müsse aber
dennoch folgen.
Verstärkter Einsatz von Streetworkern.
Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit; viele Initiativen, wie sie
beispielsweise schon von der Jungen VP gesetzt wurden. Bei einem
umfassenden Freizeitangebot spielen die Vereine eine große Rolle.
Weiterer Ausbau der Drogenberatung in den Schulen. Innerhalb der
nächsten fünf Jahre sollten in jeder Schule Vertrauenslehrer
installiert werden.
Im Rahmen einer Drogentherapie sollten süchtigen Jugendlichen
Fähigkeiten vermittelt werden, die dabei helfen, wiederum Fuß zu
fassen. Mikl-Leitner verwies dabei auf das Projekt "Grüner Kreis",
das mit großem Erfolg in Krumbach, Mönichkirchen und St.Corona
gestartet wurde.
Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/200-2174
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