"Kleine Zeitung" Kommentar: "NÖ-Ökologie" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 26.07.2000

Graz (OTS) - Die geplanten Röhren liegen in einer landschaftsgeschützten "Natura-2000-Region", heißt es in einem Bescheid des Bezirkshauptmanns von Neunkirchen. Jeder Informierte weiß sofort: Es handelt sich um die Röhren des Semmeringtunnels.

Der Bescheid spricht dann von den Gefährdungen von Feuchtbiotopen und über den Austritt von Bergwasser, das man dann "gemeinwirtschaftlich" verwenden müsse.

Die Konsequenz ist klar: Der Tunnelbau kann aus Rücksicht auf den Naturschutz nur verboten werden. Denkt der einigermaßen Informierte.

Nicht so der Bezirkshauptmann von Neunkirchen. Er schließt messerscharf, dass das Bauvorhaben "keine erhebliche Beeinträchtigung des Natura-2000-Gebietes darstellt" und erteilt die Bewilligung.

Spätestens hier sind wir den Lesern eine Erklärung schuldig: Der Tunnel, von dem die Rede ist, ist zwar auch ein Semmeringtunnel, aber nicht der Eisenbahn-, sondern der Straßentunnel. Und für die umweltschädliche Straße gelten alle hehren Grundsätze des Naturschutzes nicht, die für die umweltschonende Bahn angewendet werden.

Das nennt man niedere, genauer gesagt niederösterreichische Ökologie. ****

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