Papházy: Unfaßbarer Rückschritt im Universitätswesen

Willkürliche Scheinprivatisierung - Keine Akkreditierung von Privatunis im Sinne des Akkreditierungsgesetzes

Wien, 2000-07-25 (fpd) - "Das ist ein unfaßbarer Rückschritt im österreichischen Universitätswesen. Ich bin bestürzt", erklärte heute die freiheitliche Abgeordnete Dr. Sylvia Papházy zur gestrigen Entscheidung des Akkreditierungsrates, vorerst nur für die Katholisch-Theologische Hochschule Linz eine positive Stellungnahme Richtung Akkreditierung als Privatuni abzugeben. ****

"De facto entscheiden Mitglieder von staatlichen Universitäten über die Einrichtung von gleichberechtigten Konkurrenzunternehmen", sagte Papházy. "Daß pragmatisierte Uniprofessoren private Anbieter um ein halbes Jahr vertrösten, ist eine Zumutung. Die Vertagung der Entscheidung könnte ihre Ursache auch in einem bevorstehenden Auslandssemester (Kanada) des Vorsitzenden des Akkreditierungsrates Prof. Helmut Konrad haben."

Für Papházy handelt es sich um eine geplante, willkürliche Scheinprivatisierung der Katholisch-Theologischen Hochschule Linz, die niemandem weh tun solle. "Eine Privatuni, die Alttestamentliche Bibelwissenschaften vermittelt, war sicher nicht die Intention des Gesetzgebers. Der Akkreditierungsrat hat scheinbar das Gesetz erfüllt und ist dabei den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Daß Prof. Konrad telefonisch nicht erreichbar ist, spricht für sich."

"Es war genug Zeit für eine inhaltliche Entscheidung. Dem Vernehmen nach hat der Akkreditierungsrat die Prüfung von Unterlagen sowie von Institutionen an Ort und Stelle unengagiert durchgeführt. Die einzuhaltenden Standards hätten bereits von Anfang an feststehen müssen", so Papházy.

Fragwürdig ist für Papházy die personelle Besetzung sowie das formale Prozedere des Akkreditierungsrates. Vier von acht Mitgliedern des Akkreditierungsrates werden auf Vorschlag der Rektorenkonferenz ernannt. Auch die im Akkreditierungsgesetz nicht geregelte Bestellung von "Sub-Gutachtern" ist für Papházy ein Problem. "Die Mitglieder des Akkreditierungsrates erhalten eine Aufwandsentschädigung und hätten die übernommenen Agenden persönlich durchzuführen. Das an den Tag gelegte Desinteresse zeigt, wie wichtig auch im Universitätsbereich eine Öffnung des Marktes ist. Die Qualität jeder Uni mißt sich an der Qualität der Professoren, der Lehrinhalte und der Studierenden."

"Bei IMADEC z.B. unterrichten international bedeutende, hervorragende Wissenschafter, Vordenker und Nobelpreisträger. Es ist für mich unglaublich, daß sich diese von "Sub-Gutachtern" abqualifizieren lassen müssen." Papházy hält auch unter Hinweis auf § 7 (2) Universitätsakkreditierungsgesetz für wichtig, daß Bundesministerin Gehrer genau prüft, ob diese Entscheidung des Akkreditierungsrates im Widerspruch zu nationalen bildungspolitischen Interessen steht.

"Wenn der Akkreditierungsrat nicht unverzüglich in diesem Sommer seine Arbeit ordnungsgemäß und persönlich wahrnimmt, empfehle ich seinen Rücktritt. Dann sollte ein neuer Akkreditierungsrat eingesetzt werden, der sich ausschließlich aus internationalen Experten zusammensetzt und nach dem Vorbild der FIBAA agiert. Die Objektivität des Akkreditierungsrates wäre dann unzweifelhaft", betonte Papházy. (Schluß)

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